Kreis Düren - Den Handwerkern im Kreis Düren geht es gut

Den Handwerkern im Kreis Düren geht es gut

Von: Bruno Elberfeld
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Rudolf Birekoven (l.) und Paul Zündorf (Sofa) sowie Gerd Pelzer, Wolfgang Spelthahn und Uwe Günther (v.l.) diskutierten Probleme des Handwerks in Stadt und Kreis Düren. Foto: Bruno Elbnerfeld

Kreis Düren. Wer bei der Talkrunde zwischen Handwerkern und Politikern auf dem Podium in der Kulturfabrik „Becker & Funck“ im Dürener Osten heftige Auseinandersetzungen erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Politiker und Handwerker auf dem roten Sofa zogen an einem Strang.

„Uns geht es gut“, konnten alle Handwerker bestätigen. Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) setzte ein sprachliches Zeichen der Lage: „Ich bin von Baukränen umgeben, folglich wird an allen Enden und Ecken in Düren gebaut.“ Der Chef des Kreises warnte sogar vor einer „heißlaufenden“ Konjunktur, bei der die Bauunternehmer wegen Fachkräftemangel ihre Aufträge nicht mehr bewältigen könnten. In den nächsten Jahren sollen, so der Landrat, bis zu 3000 Wohnungen gebaut werden. Große Bauflächen sind schon ausgewiesen.

Der Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Rureifel, Gerd Pelzer, macht der demografische Wandel Sorge. „Wir brauchen unbedingt Fachkräfte“, klagte Pelzer, „aber woher sollen wir sie nehmen?“ Auszubildende sollten mathematisches Verständnis mitbringen. Dazu kämen soziale Kompetenzen, die zur Teamarbeit gehören und die Kommunikation mit Kunden erleichterten.

„Der Stellenwert einer handwerklichen Tätigkeit ist in unserer Gesellschaft zu niedrig“, konstatierte Spelthahn. Schulabgängern sollte klargemacht werden, dass nicht allein das Abitur und das Studium glücklich machten, zumal Akademiker heute in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt seien.

Baudezernent Paul Zündorf vertrat die Stadt Düren auf dem Podium. Ihm und allen auf dem Sofa war klar, dass Flüchtlingen, die in die Betriebe aufgenommen werden sollten, oft die Sprachkompetenz fehle. Sprachunterricht bekämen aber nur anerkannte Flüchtlinge. Der Rest bleibe außen vor. „Hier müssen wir pragmatischer werden“, erklärte Zündorf, „um nicht auch noch die vorhandenen Ressourcen zu vernachlässigen. Wir brauchen dringend ein Einwanderungsgesetz.“

Dieselautos und Fahrverbote

Der Obermeister der Baugewerks-Innung Düren, Rudolf Birekoven, verwies darauf, dass die Handwerksbetriebe weit mehr an Integrationsleistungen von Flüchtlingen leisteten als die Industrie.

Das Thema Dieselautos und Fahrverbote verursachte auf dem Podium keinerlei dicke Luft. Landrat Spelthahn und Paul Zündorf konnten die Chefs von Betrieben beruhigen. Ihre Dieselfahrkolonne werde nicht stillgelegt. So genannte Sofortmaßnahmen in Bezug auf Fahrverbote gebe kein Gesetz her. „Die Diskussion um Dieselfahrverbote“, sagte Zündorf, „ist eine Phantomdiskussion“.

Vergleiche man die Luft in deutschen Städten 2017 mit der Luft in diesen deutschen Städten von 1977, stehe man insgesamt gut da. Der Landrat erinnerte an Bemühungen, die Busse der Kreisbahn mit sauberen Antrieben auszurüsten.

Es sei noch viel zu tun, darin waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig. Marode Straßen, die viele Nachfolgekosten generieren, gelte es zu sanieren. Die Gleichbehandlung von kleinen Handwerksbetrieben vor Gericht lasse zu wünschen übrig. Bürokratieabbau werde seit Jahren gefordert und auch versprochen, doch das „Bürgerliche Gesetzbuch“ wie auch andere Gesetzbücher werden von Jahr zu Jahr dicker.

Die Moderation der Talkrunde hatte Uwe Günther, Geschäftsführer der Baugewerks-Innung Düren und der Kreishandwerkerschaft Rureifel, übernommen.

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