„Das Lumen“ verzeichnet deutlichen Besucherzuwachs

Von: bugi
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Meinolf Thies, Benjamin Riedel und Lutz Nennmann (von links) rechnen mit 300 000 Besuchern im „Lumen“ in diesem Jahr. Foto: bugi

Düren. Wer von Channing Tatum noch nie etwas gehört hat, dürfte eher männlich sein. Channing Tatum ist Schauspieler und Star der Filmpremiere „Magic Mike XXL“. Ob man den Film unbedingt sehen muss, können Frauen vermutlich besser beurteilen. Im Dürener Kino „Das Lumen“ könnte sich der Film zum heimlichen Renner entwickeln.

Dort gibt es regelmäßig eine „Ladies Night“, meist in einem Saal. Bei „Magic Mike“ glühen im „Lumen“ die Drähte: Bisher liegen Anmeldungen für fünf Säle vor.

Das passt zur Entwicklung des Dürener Kinos. Als vor genau einem Jahr das frisch renovierte „Lumen“ öffnete, wollten die Betreiber Lutz Nennmann und Meinolf Thies ihre Investitionen von inzwischen fast zwei Millionen Euro natürlich auch mit einem höheren Ticketverkauf amortisieren. Ein Ziel, das schnell erreicht wurde. Gingen vor dem Betreiberwechsel rund 257.000 Besucher im Jahr ins Kino, waren es 2014 schon 293.000 Besucher.

Noch beeindruckender ist die Zahl für das erste Halbjahr 2015: 136.000 Besucher wurden bisher im traditionell eher schwachen 1. Halbjahr gezählt. 2014 waren es 99.000 Kinogäste. Meinolf Thies: „Allgemein ist der Kinomarkt in diesem Jahr um 18 Prozent gewachsen. In Düren liegen wir bei einem Zuwachs von 38 Prozent.“ Und so gehen Thies und Nennmann auch davon aus, dass sie in diesem Jahr erstmals die magische Besucherzahl von 300.000 Filmenthusiasten knacken können.

Dass das „Lumen“ boomt, hängt laut Thies nicht nur mit der guten Filmversorgung zusammen, sondern auch mit der Ausweitung der Angebote. Konnte der Kinobesucher in Düren früher in der Regel rund 160 Vorstellungen besuchen, sind es jetzt ziemlich genau 100 Vorstellungen mehr – und das auch bei einer Verdoppelung der Filmtitel.

Dennoch bleibt Freiraum für Sonderangebote wie die „Ladies Night“, den Kids Club oder den „Kaffeeklatsch“ mit Filmklassikern. Dabei haben allerdings auch Nennmann, Thies und Geschäftsführerassistent Benjamin Riedel die Erfahrung machen müssen, dass längst nicht alle Angebote gut angenommen werden. „Männerabende funktionieren nicht“, sagt Lutz Nennmann. Und schiebt hinterher: Filmklassiker auch nicht immer.

Dem Cineasten Nennmann blutet da manchmal das Herz: „Zum 33. Geburtstag von ‚Grease‘ haben wir den Film digitalisiert gezeigt. Die Besucher konnten wir per Handschlag begrüßen.“ Nicht viel anders lief es bei „Spiel mir das Lied vom Tod“. Das Konsumverhalten habe sich stark verändert. Thies drückt das überspitzt so aus: „Es geht um Abschalten, konsumieren, Gehirn abgeben.“

Dass Letzteres nicht immer stimmt, belegte die deutsche Produktion „Honig im Kopf“ – 15.000 Dürener guckten sich den Film Ende letzten Jahres an. Dass die Kinobetreiber selbst das Gehirn eher kreativ nutzen, statt es abzugeben, macht sich bei zwei anderen Punkten bemerkbar: Sie schauen sich an, was sie zeigen – und kommen dann auch schon mal zu anderen Ergebnissen als zum Beispiel die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie.

Die hatte den jetzt angelaufenen Film „Ted 2“ ab zwölf Jahren freigegeben. „Ich bin selbst Familienvater. Den würde ich meinem Kind nicht zumuten“; sagt Lutz Nennmann, also kommt man in Düren erst ab 16 Jahren rein – wie beim Vorgängerfilm auch. Zweites Beispiel zum Gehirntraining: Neu aufgelegt ist die Reihe „Filmtheater macht Schule“. Lehrer können sich passend zum Unterrichtsstoff Filme aussuchen, die im Kino dann vormittags in Sondervorstellungen gezeigt werden.

Auch in puncto Investitionen wird sich in diesem Jahr noch etwas tun. Weitere zwei Säle sollen behindertengerecht ausgebaut werden. Dann ist das Maximum erreicht. Thies: „Dieses Kino ist rollstuhlunfreundlich gebaut und genehmigt worden. Mehr als vier der sieben Säle können wir leider nicht umbauen, ohne in die Baustruktur eingreifen zu müssen.

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