Das Cobra-Kind aus Hambach auf dem Traumschiff

Von: Guido Jansen
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(v.l.) Kriminalhauptkommissar Semir Gerkhan (Erdogan Atalay), Kriminalhauptkommissar Alex Brandt (Vinzenz Kiefer), Dienststellenleiterin Kim Krüger (Katja Woywood), KTU-Mitarbeiter Hartmut Freund (Niels Kurvin), Polizeikommissarin Jenny Dorn (Katrin Heß), Polizeikommissar Dieter Bonrath (Gottfried Vollmer), Dienststellensekretärin Susanne König (Daniela Wutte)
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Auf Heimatbesuch in einem Jülicher Lokal: So oft wie möglich schaut Katrin Heß bei ihrer Familie vorbei. Foto: Jansen

Jülich. Katrin Heß mag schnelle Autos. „So‘n Porsche, oder ein schnittiger BMW – das ist schon toll“, sagt die Schauspielerin aus Hambach. Beruflich gibt die 29-Jährige Vollgas, sie gehört mit ihrer Rolle der Jenny Dorn zur Stammbesetzung der RTL-Fernsehserie „Alarm für Cobra 11“.

Und da gibt es viele schnelle Autos. Privat hält sich Heß weniger Pferde unter Haube. „Ich brauche ja kaum ein Auto“, sagt sie. Lange ist sie einem VW Golf II gefahren. Baujahr 1992. Ihr Golf hat es sogar bis zu Cobra 11 geschafft, als Auto-Komparse quasi, der in einer Szene zerstört worden ist. „Das war schon hart“, sagt sie und lächelt dabei. Heute fährt sie einen 18 Jahre alten Golf, ihr Motorrad ist eine alte Kawasaki. Auf der Überholspur findet man Katrin Heß also nur beruflich, im übertragenen Sinn.

Die erste Rolle vor großem Publikum war bei der ARD-Seifenoper Verbotene Liebe, bei der sie von 2007 bis 2009 Judith Hagendorf hieß. Seit 2010 spielt sie bei Cobra 11 die Jenny Dorn. Sie, also Jenny, wechselt ihre Rolle. Sie ist zur Kommissarin aufgestiegen und bald häufiger im Außendienst zu sehen. Gerade ist die nächste Staffel abgedreht worden. Und Ka­trin Heß schwärmt. „Das Team ist wie eine große Familie, wir sind Cobra-Kinder.“

Ins Schwärmen gerät sie auch, wenn sie an ihren Auftritt auf dem Traumschiff zurückdenkt. In der Folge für den zweiten Weihnachtstag (Mauritius) spielt sie eine schwangere junge Frau. „Das war krass. Ich habe schon von klein an Traumschiff geguckt. Neben dem Tatort ist das eine meiner großen Traumrollen. Und plötzlich war ich mittendrin in meinem Traum“, sagt sie.

Auf dem Traumschiff ist sie auch der Dürenerin Heide Keller (Chef­stewardess Beatrice) begegnet. „Wir sind sofort miteinander ins Gespräch gekommen, weil wir aus der selben Ecke kommen.“ Apropos Sprache: Das war so eine Sache für Katrin Heß. Sprache musste sie quasi neu lernen, um zu schauspielern oder als Synchronsprecherin zu arbeiten – ihr zweites Standbein. Früher hat sie gefragt: Watt iss denn? Dass daran etwas falsch sein könnte, merkte sie erst, als sie amüsierte Blicke für ihren Dialekt erntete. Heute kann sie den Hebel umlegen. „Sobald ich zu Hause bin, heißen die Großeltern immer noch ‚Omma un Oppa‘.“

Die Familie hat Katrin Heß Schauspielpläne zuerst skeptisch beäugt. „Hoffentlich hört sie bald auf damit und studiert Medizin; das hat meine Mutter wohl häufiger gedacht“, sagt Heß. Den Studienplatz für Medizin in Aachen hatte die ehemalige Schülerin des Jülicher Gymnasiums Zitadelle nämlich schon in der Tasche. Trotzdem hat sie ganz auf die Karte Schauspiel gesetzt. „Ich hatte Förderer, die immer an mich geglaubt haben. Und ich hatte das Glück, dass sich oft zur richtigen Zeit eine Türe geöffnet hat.“

Als sie sich für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre eingeschrieben hatte, kam das Angebot, eine Rolle bei Verbotene Liebe zu spielen. Drei Tage nach dem Beginn des Sprachtherapie-Studiums 2010 kam Cobra 11 in ihr Leben. Trotzdem hat sie durchgezogen. Einen Tag vor dem Drehbeginn für das Traumschiff hatte sie ihre letzte Sprachtherapie-Prüfung, jetzt feilt sie noch an der Abschluss-Arbeit.

Neu ist die Erfahrung, schwanger zu sein – vor der Kamera. Auf dem Traumschiff war sie schwanger, in der ZDF-Serie Herzensbrecher ist sie schwanger. „Um zu wissen, wie das ist, bin ich eine Zeit lang mit einem Silikonbauch in Köln herumgelaufen. Beim Einkaufen, beim Eisessen.“ Dabei hat sie eine neue Erfahrung gemacht, die mit ihrem jugendlichen Aussehen zu tun haben. „Einige haben komisch geguckt, sich vielleicht gedacht: Unmöglich, das Kind ist schon schwanger.“ Aktuell, als Jenny Dorn bei Cobra 11, ist sie nicht schwanger.

„Ich habe wirklich Glück gehabt, weil ich mit meinem Beruf meinen Traum leben kann“, sagt sie. Eine Sache ist der Hambacherin dabei wichtig. „Ich stehe nicht im Mittelpunkt und bin nicht die wichtigste Person, weil ich vor der Kamera stehe. Es gibt auch Schauspieler, die sich so aufführen. Bei Cobra 11 zum Beispiel sind wir eine Familie. Man muss einfach zu schätzen wissen, dass sie Jungs, die das Licht aufbauen, am Drehtag die ersten sind, die anfangen und die letzten, die Feierabend haben.“

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