Caritasverband fordert mehr Qualifizierungsangebote

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Kreis Düren. Menschen mit Migrationshintergrund im Kreis Düren haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Nichtmigranten.

Das geht aus dem Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW hervor, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört.

Im Kreis Düren hatten 2014 rund 24,3 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Ihr Anteil an den Arbeitslosen machte im Juni 2015 laut Arbeitslosenreport 34,1 Prozent aus. Damit liegt der Kreis Düren im Landestrend. In NRW hat fast jeder vierte Einwohner einen Migrationshintergrund. Mit einem Anteil von 47 Prozent an der Gesamtzahl der Arbeitslosen sind sie jedoch wesentlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Nichtmigranten.

„Die Zahlen des Arbeitslosenreports belegen, dass die Integration von Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt trotz guter Konjunktur in den vergangenen Jahren nicht gut gelungen ist“, sagt der Diözesancaritasdirektor Burkard Schröders. Ein Grund dafür sind nach Angaben von Roman Schlag, Fachreferent für Soziale Sicherung beim Caritasverband, vielfach fehlende Berufsabschlüsse.

Auch die fehlende Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse bringe für Migranten auf dem an Abschlüssen orientierten deutschen Arbeitsmarkt große Probleme mit sich. Schlag weist darauf hin, dass im Kreis Düren 72,9 Prozent der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund über keinen Berufsabschluss verfügen. Demgegenüber fehlt „nur“ 46,9 Prozent der Arbeitslosen ohne Migrationshintergrund im Kreis Düren ein anerkannter Berufsabschluss.

Vieles spreche dafür, dass der hohe Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund an den Arbeitslosen und ihre geringere Erwerbstätigenquote auch Folgen fehlender formaler Qualifikationen seien. Im Kreis Düren beträgt laut Arbeitslosenreport die Erwerbstätigenquote in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 50,1 Prozent (gegenüber 71,7 Prozent der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund).

„Für die Caritas und die Freie Wohlfahrtspflege in NRW sind dies die Auswirkungen einer verfehlten Einwanderungs- und Arbeitsmarktpolitik und damit politisch zu verantworten“, sagt Schröders. Gerade im Hinblick auf die Integration der überwiegend jungen Geflüchteten plädiere die Freie Wohlfahrtspflege dafür, der Qualifizierung Vorrang vor einer raschen Erwerbsintegration in Einfacharbeitsplätze im Niedriglohnsektor zu geben.

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