Caritas: Eingliederung langfristig planen

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Kreis Düren. Die Arbeitslosigkeit von Personen aus Asylherkunftsländern außerhalb Europas im Kreis Düren ist gestiegen.

Das geht aus dem Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW hervor, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört. Lag die Zahl der Arbeitslosen aus den zuzugsstärksten Asylherkunftsländern im Kreisgebiet im Juni 2015 noch bei 230 Personen, war sie im Juni 2017 auf 684 Personen angestiegen.

Das hat das Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz im Auftrag der Freien Wohlfahrtspflege NRW ermittelt. Dabei berücksichtigte es die Personen aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.

In Arbeitsmarktstatistik sichtbar

„Dass geflüchtete Menschen inzwischen auch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar werden, darf nicht verwundern“, sagt Roman Schlag, Fachreferent für Arbeitsmarktpolitik beim Caritasverband für das Bistum Aachen. Das hänge mit der starken Fluchtmigration im Jahr 2015 zusammen und der Beschleunigung der Asylverfahren. „Wir dürfen aber nicht übersehen, dass im verstärkten Zuzug von Personen aus Asylherkunftsländern außerhalb Europas auch eine Chance liegt, wenn man jetzt an den richtigen Stellschrauben dreht“, sagt Schlag.

Im Kreis Düren sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus nicht-europäischen Asylherkunftsländern im Zeitraum von September 2015 bis September 2016 um 61,8 Prozent auf insgesamt 222 Personen gestiegen.

„Wir verkennen nicht, dass trotz dieses Potenzials noch viel zu tun ist, um Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt Schlag. Einer der Punkte, die die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt erschwere, ist mitgebrachte schulische und berufliche Qualifikation der Geflüchteten. Sie ist mehrheitlich noch nicht ausreichend. Das gilt auch für den Kreis Düren.

Dort bringen 6,1 Prozent ein überdurchschnittlich hohes schulisches Bildungslevel durch Abitur oder Hochschulreife mit. Allerdings ist der Anteil Geflüchteter ohne Hauptschulabschluss mit 65,6 Prozent vergleichsweise hoch. „Was wir aber positiv vermerken sollten ist: Bei vielen Geflüchteten ist von einem großen Bildungspotenzial auszugehen“, betont Schlag.

Der Arbeitslosenreport NRW gibt auch erste Anhaltspunkte darüber, für welche Berufe die Mitarbeiter der Jobcenter und Arbeitsagenturen die erwerbsfähig Geflüchteten aktuell als sofort vermittelbar einstufen. Dabei wird grob unterschieden nach Helfer, Fachkraft/Spezialist und Experte.

Demnach kommen im Moment in NRW für mehr als jeden zweiten Geflüchteten (65 Prozent) lediglich Jobs auf Helferniveau infrage. Nur 13 Prozent können Fachkraft- oder Spezialistenniveau nachweisen.

Meist auf Helferniveau

Eine ähnliche Tendenz zeigt sich im Kreis. Hier kommen 63,1 Prozent als Helfer und nur 10,9 als Fachkraft oder Spezialist in Frage.

„Es muss strukturiert und engagiert in die Qualifizierung von jüngeren Arbeitslosen investiert werde. Sprachförderung, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen und Investitionen in berufliche Ausbildung sind wichtige Beiträge für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration“, sagt Schlag, der eine individuelle, bedarfsgerechte und kontinuierliche Begleitung zur Integration in Ausbildung und Arbeit durch längerfristige und an pädagogischen Konzepten ausgerichtete Coaching-Angebote fordert: „Um dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt sicherzustellen, müssen wir die Eingliederungsprozesse längerfristig planen.“

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