Brückenabriss: Vollsperrung oder teure Umfahrung?

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
11410100.jpg
Mit dem Rückbau der alten A4-Trasse bei Ellen wird die Brücke der Tagebaurandstraße abgerissen. Die L 264 soll in Zukunft über einen Erddamm führen. Wenn die Arbeiten mit einer Vollsperrung verbunden werden, müsste der Verkehr über Arnoldsweiler umgeleitet werden. Foto: Jörg Abels

Ellen. Die Tage der alten Autobahn 4 sind auch außerhalb des Abbaufeldes des Tagebaus Hambach gezählt. Werner Engels vom Landesbetrieb Straßenbau NRW geht davon aus, dass der Rückbau des etwa ein Kilometer langen Abschnitts bei Ellen im Februar/März beginnen wird.

Gleiches gilt für den etwa zwei Kilometer langen Abschnitt östlich des Tagebaus. Die Auftragsvergabe soll Anfang des Jahres erfolgen.

Kosten: rund fünf Millionen Euro

Der Ausbau der Fahrbahnen, Leitplanken und Entwässerungskanäle wird alles andere als billig. Der Landesbetrieb rechnet mit Kosten von rund fünf Millionen Euro. Denn unter der sichtbaren Asphaltschicht liegt noch die Betonfahrbahndecke aus den ersten Jahren der A4. Und unter dieser befindet sich eine schadstoffbelastete Teerschicht, die bis in die 70er Jahre als Bindemittel eingesetzt wurde. Diese Schicht muss ausgebaut und gesondert entsorgt werden.

Wie viel Material auf Spezialdeponien transportiert werden muss, ist dabei unklar. Trotz Probebohrungen könne man das nicht genau vorhersagen, erklärt der Projektleiter. Wenn die Fahrbahnen verschwunden sind, soll ein Teil der freiwerdenden Fläche der Sukzession überlassen bleiben, also dem natürlichen Gang der Dinge. Andere Bereiche werden aufgeforstet, kündigt Engels an.

Mit der Renaturierung der alten A4-Trasse wird auch die Brücke der Tagebaurandstraße (L 264) über die nicht mehr benutzte Autobahn überflüssig. Auch sie soll abgerissen werden. Für die Landstraße soll ein Erddamm aufgeschüttet werden. „Wir planen aktuell, die Arbeiten mit einer Vollsperrung der Tagebaurandstraße durchzuführen“, erklärt Werner Engels. Eine endgültige Entscheidung aber sei noch nicht gefallen. Gespräche mit den Verkehrsbehörden und den betroffenen Kommunen stünden noch aus.

Das Problem: Wenn die L264 in Höhe Ellen komplett gesperrt wird, muss der Verkehr mehrere Wochen lang umgeleitet werden. Davon wären vor allem die Bürger in Arnoldsweiler betroffen. Auf dem Weg zwischen der A4-Anschlussstelle Merzenich und der A44 bei Jülich müsste der Verkehr dann über die L257 und die K2 geführt werden. Um diese Belastung so gering wie möglich zu halten, würde der Landesbetrieb Brückenabriss und Dammaufschüttung am liebsten in den Sommerferien über die Bühne bringen. Ob das aber schon in 2016 der Fall sein wird, ist derzeit noch offen. Die Alternative zur Vollsperrung und Umleitung wäre der Bau einer vorübergehenden Brückenumfahrung, die aber deutlich höhere Kosten verursachen würde, erklärt Engels.

Wann der Brückenabriss erfolgen kann, hängt auch noch von einem weiteren Faktor ab. Mit der Dammaufschüttung soll auch die bisherige Lücke im Radweg entlang der Tagebaurandstraße geschlossen werden. Die Planungen dazu laufen aber noch, betont Engels.

Wenn die Straßenbauarbeiten abgeschlossen sind, wird schließlich auch der letzte noch fehlende Teil der Lärmschutzwand entlang der Tagebaurandstraße in Höhe Ellen errichtet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert