BIZ ist nicht nur Anlaufstelle für Schüler

Von: Sarah Maria Berners
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Anlaufstelle für alle Generationen: Während das Berufsinformationszentrum früher in erster Linie Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene war, finden dort heute auch Erwachsene auf der Suche nach Arbeit oder Qualifizierung Hilfe. Foto: Sarah Maria Berners

Kreis Düren. An das Telefon mit Wählscheibe, das einst im Berufsinformationszentrum (BIZ) hing, erinnert sich Jürgen Koch, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur für Aachen, noch gut. „Und wir waren stolz auf dieses Telefon“, sagt er und lacht. Wer eine passende Stelle gefunden hatte, konnte den potenziellen Arbeitgeber sofort anrufen.

Stehengeblieben war das BIZ bei diesem technischen Standard nicht, „aber es ist höchste Zeit, sich medial anders aufzustellen“, sagt Koch. Und genau das hat das Dürener BIZ nun getan – als drittes in Nordrhein-Westfalen. Mittwoch, am Tag des Ausbildungsplatzes, wurde es offiziell eröffnet.

Berufliche Alternativen

Geblieben ist die Kernaufgabe des BIZs: Es bleibt ein Ort, an dem Menschen sich informieren können. „Bisher waren wir stärker auf Jugendliche und den Aspekt der Ausbildung fokussiert“, erklärt Koch. Von nun an sei das BIZ aber auch Anlaufstelle für Erwachsene, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz seien oder sich über Qualifizierungsmaßnahmen informieren wollen, und es werde mehr persönliche Betreuung angeboten. „Immer mehr Menschen müssen sich Gedanken über ihre berufliche Alternativen machen“, erklärt Standortleiter Hubert Wehren den Hintergrund des neuen Konzeptes.

Unterteilt ist das neue BIZ in farblich markierte Themeninseln: Arbeit und Beruf, Ausbildung und Studium, Ausland sowie Bewerbung sind die Inseln überschrieben. Zu jedem Thema gibt es Internetarbeitsplätze, Broschüren und digitale Informationsangebote, zum Beispiel zum Thema Umschulung und Qualifizierung. In einer Spielecke können Kinde sich beschäftigen, wenn die Eltern sich um ihre berufliche Zukunft kümmern. Insgesamt wurden 23 Recherche-Rechner aufgestellt. Wie die Recherche nach Arbeitsplätzen funktioniert, wurde Mittwoch und wird auch künftig in Kursen in türkischer und russischer Sprache erläutert. „Das steigert die Akzeptanz und mindert die Hemmschwelle“, erklärt Koch. Auch die Masken an den Rechnern ließen sich auf diese Sprachen einstellen.

Automatischer Löschvorgang

Drei Arbeitsplätze sind für das Verfassen von Bewerbungen gedacht, einer von ihnen ist höhenverstellbar und damit auch für Menschen mit Behinderungen geeignet. An den Rechnern können die Arbeitssuchenden – begleitet von den Betreuern – im BIZ Bewerbungen schreiben und sie auch ausdrucken oder auf einem USB-Stick speichern. Damit wird ein fließender Übergang zwischen dem Gespräch mit den Beratern und dem aktiven Handeln geschaffen. „Es handelt sich um ein komplexes System, das die Daten bei einem Benutzerwechsel automatisch löscht“, erklärt Hubert Wehren. Das System sei einfach und selbsterklärend gehalten und leicht zu benutzen.

„Wegen des demografischen Wandels spüren wir erste Unruhe auf der Seite der Arbeitgeber“, schildert Koch. „Wir müssen uns bei sinkender Zahl an Schulabgängern auf das konzentrieren, was sie können. Nicht auf das, was sie nicht können.“ Wichtig sei es, auch den schulisch Schwächeren eine Chance zu geben. „Ein Betrieb, der heute nicht ausbildet, könnte Probleme bekommen“, sagt Koch. In diesem Punkt sieht er eine der zukünftigen Kernaufgaben der Arbeitsagenturen.

<i>„Job to go“ lautet das Motto des neuen Beraters an der Moltkestraße

Neu ist im Berufsinformationszentrum auch der „Job to go“. Ganz so leicht wie beim Kaffee-Kaufen geht es dann aber doch nicht.

Arbeitsvermittler Gregor Gorontzi ist im neuen BIZ stets vor Ort. Sein Ziel ist es, Menschen, die sich arbeitslos melden, schnell mit passenden Jobangeboten zu versorgen, also bevor sie einen Termin bei ihrem Berater wahrnehmen können. Eine Terminvereinbarung ist nicht erforderlich. „Das Modell läuft in Dortmund bereits sehr erfolgreich“, sagt Jürgen Koch, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Aachen-Düren. „Darüber hinaus steht Gregor Gorontzi bei allen sonstigen Fragen rund um das Thema Jobsuche mit Rat und Tat zur Seite“, erklärt Hubert Wehren, Standortleiter der Arbeitsagentur Düren.

Direkt zum Mitnehmen gibt es die Jobs aber nicht. Es folgt das übliche Prozedere mit Bewerbungsschreiben- und Bewerbungsgesprächen in den Firmen.

Im vergangenen Jahr wurden laut Koch 8000 Besucher im BIZ an der Moltkestraße 49 gezählt. 150 Infoveranstaltungen wurden angeboten.

Das neue BIZ ist montags bis mittwochs sowie freitags von 8 bis 15.30 Uhr geöffnet. Donnerstags können Arbeitssuchende das Angebot der Agentur von 8 bis 17.30 Uhr in Anspruch nehmen.</i>

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