Bis Herbst soll Solarstrom über die alte Autobahn 4 rasen

Von: Jörg Abels
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Mit dem neuen Projekt gehören dann acht Photovoltaikanlagen zum Bestand der Erkelenzer Sonnenschein eG.

Niederzier/Ellen. Wenn es nach den Vorstellungen der Gemeinde Niederzier geht, wird ein Teil der alten A4 östlich der Ortschaft Ellen noch in diesem Jahr zur „Solarautobahn“. Auf einem ein Kilometer langen Teilstück der seit September 2014 nicht mehr genutzten Fernstraße will die Gemeinde mit RWE Power eine 1000 mal 24 Meter große Flächenvoltaikanlage errichten.

Bürgermeister Hermann Heuser spricht von einem Projekt, das bei Landesregierung, Bezirksregierung und der Innovationsregion Rheinisches Revier auf große Resonanz gestoßen sei, wird doch ein Areal im Abraumgebiet des Tagebaus Hambach genutzt, das ansonsten in den kommenden 20 Jahren brach liegen würde. „Wir produzieren regenerative Energie, schützen damit das Klima und können gleichzeitig neue Einnahmen generieren“, betont Heuser.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich nach aktuellen Berechnungen auf 1,25 Millionen Euro, die von der Gemeinde in Form eines Gesellschafterdarlehens in eine noch zu gründende Projekt-GmbH eingebracht werden sollen. In der Gesellschaft hätte die Gemeinde mit 51 Prozent der Anteile die Mehrheit, RWE Power würde 49 Prozent übernehmen. Niederziers Bauamtsleiter Dirk Lauterbach rechnet auf Basis der aktuellen Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mit einer Kapitalrendite von 3,3 Prozent.

Nach einer neuerlichen Überprüfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sind die Verwaltung der Gemeinde und RWE Power überzeugt, dass einer Genehmigung der Anlage nichts mehr im Wege steht. Genehmigungsbehörde ist der Kreis Düren, der nach Aussage Heusers eine wohlwollende Prüfung zugesagt habe. Da auf der östlichen Seite der Autobahn einige große Bäume gekappt werden müssen, sind Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Auch an Kriechtiere werde gedacht, betonte Heuser. Die Module würden so angebracht, dass ein 20 Zentimeter breiter Korridor unter der Photovoltaikanlage frei bleibe.

Tenor im Gemeinderat, der geschlossen hinter dem Vorhaben steht: Wo früher täglich 40.000 Fahrzeuge gefahren sind, dürften Kriechtiere kein K.-o.-Argument sein. Ein Artenschutzgutachten wurde bereits erstellt.

Wenn der Kreis Düren grünes Licht gibt, soll die Anlage im Sommer gebaut werden und im Herbst in Betrieb gehen.

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