Kreis Düren - Betrüger verhageln der Polizei die Statistik

Betrüger verhageln der Polizei die Statistik

Von: Stephan Johnen
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Der Überfall auf einen Geldtransportservice löste einen Großeinsatz aus. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes. Foto: Berners
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„Betrug hat Hochkonjunktur“, bilanzierten Wilhelm Sauer (l.) und Jürgen Möller Foto: Johnen

Kreis Düren. Von einer „Kriminalstatistik mit viel Licht“, sprach am Montag Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn, der den Polizisten im Kreis Düren ein „sehr gutes Zeugnis“ ausstellte. Die Zahl der Kapitaldelikte, der Auto- und Fahrraddiebstähle, der Sachbeschädigungen und Brandstiftungen hat im Zehn-Jahres-Vergleich einen Tiefstand erreicht, die Anzahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen, der Straßenkriminalität und der Sexualdelikte ist auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

Gleichzeitig stieg im vergangenen Jahr die Aufklärungsquote um 6,7 auf 54,53 Prozent. Sie liegt damit deutlich über dem Landesschnitt von 49,16 Prozent. Doch wo viel Licht ist, gebe es auch Schatten. „Betrug hat Hochkonjunktur“, bilanzierte Kriminaloberrat Wilhelm Sauer, Leiter der Direktion Kriminalität, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik. „Und die Betrüger haben uns die Statistik verhagelt.“
21 247 Straftaten registriert

Die Zahl der registrierten Straftaten ist um 1039 auf 21 247 gestiegen. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Betrugsfälle um 1945 auf 4612 Fälle (plus 72,893 Prozent). Zu Buche schlagen unter anderem zwei Sammelverfahren mit etwa 1500 Fällen, bei denen im Kreis Düren lebende Täter bundesweit agierten. Bei einem Schneeballsystem, mit dem Rückkauf von Lebensversicherungen kamen 550 Fälle zusammen, in 986 Fällen ermittelten die Beamten gegen  einen Verein, der günstige Kredite vermitteln wollte. Beide „Serien“ wurden jüngst vor Gericht verhandelt (wir berichteten).

Doch auch Internetbetrug, fragwürdige Gewinnversprechen, der „Enkeltrick“ und sogenannte Schockanrufe, bei denen die emotionale Betroffenheit der Opfer ausgenutzt wird, haben „explosionsartig zugenommen“. Die Polizei will Informationskampagnen starten, um vor Betrügern zu warnen und appelliert an alle Menschen, im Zweifelsfall vor Vertragsabschlüssen oder der Aushändigung von Geld mit Verwandten zu halten.
Erfreulich hingegen sei die gesunkene Zahl der Wohnungseinbrüche. „Die Polizei im Kreis hat sich erfolgreich gegen den Landestrend gestemmt“, sagte Wolfgang Spelthahn. Die Zahl der registrierten Einbrüche ist von 1029 auf 824 gesunken. Über 30 Täter hätten nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf frischer Tat ertappt werden können. „Diese Erfolge verdanken wir dem sehr guten Meldeverhalten der Bürger“, sprach Wilhelm Sauer allen Hinweisgebern seinen Dank aus. Die Devise laute: „Weiter wachsam sein. Mehr Augen sehen mehr.“ Auch Landrat Wolfgang Spelthahn appellierte an die Bürger, bei ungewöhnlichen Beobachtungen die Polizei zu alarmieren: „Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.“ Vermehrt registriere die Polizei übrigens Einbrüche in Kirchen. Die Täter haben es dort – und auch auf Friedhöfen – vor allem auf (Edel-)Metall abgesehen.

Die Zahl der von 450 auf 501 gestiegenen Betäubungsmitteldelikte erklärt die Polizei mit „verstärkter Kontrolltätigkeit“. So sei beispielsweise im Gebiet der Dürener Nordstadt auf Wunsch der Anwohner deutlich mehr kontrolliert und damit auch mehr gefunden worden. Noch nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen nach einem Überfall auf einen Geldtransportservice „Im großen Tal“.

„Diese Ergebnisse haben wir am Rande der Belastbarkeit erreicht“, merkte Wilhelm Sauer mit Blick auf die Statistik an. Perspektivisch müsse die Ausbildungsstärke erhöht werden, um die Personaldecke zu halten. „Wir müssen stets schauen, wie wir unser Personal intelligent einsetzen“, sagte Polizeidirektor  Jürgen Möller. Schwerpunkte der Polizeiarbeit im Kreis Düren sollen die Bekämpfung von Einbrüchen, die Verhinderung schwerer Verkehrsunfälle und die schnelle Reaktion im Notfall bleiben. Möller: „Das sind personalintensive Aufgaben.“

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