Niederzier - Bergwelt-Projekt: Schleppende Umsetzung wegen fehlender Investoren

Bergwelt-Projekt: Schleppende Umsetzung wegen fehlender Investoren

Von: Jörg Abels
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Vor gut einem Jahr stellte Planer Christoph Schrahe stellte die Machbarkeitsstudie „Bergwelt Sophienhöhe“ vor. Seitdem tritt das Projekt auf der Stelle. Foto: Jörg Abels

Niederzier. Bergbahn, Mountainbike- und Hochseilpark, eine Downhillstrecke mit rasanten Abfahrten auf den verschiedensten fahrbaren Untersätzen, ein Start- und Landeplatz für Gleitschirm- und Drachenflieger und eine große Sommerrodelbahn: Die vor Jahresfrist vorgestellte und in einem Imagefilm schon einmal visualisierte Vision einer Bergwelt auf einem kleinen Teil der Sophienhöhe klang verlockend.

Die von den Kreisen Düren und Rhein-Erft mit Tagebaubetreiber RWE Power in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ließ wenig Zweifel, dass sich selbst eine Investition von mehr als 17 Millionen Euro bei mehr als 140.000 erwarteten Besuchern jährlich rechnen würde.

Soweit die Theorie: In der Praxis gestaltet sich die Suche nach Investoren aber weitaus schwieriger, wie Landrat Wolfgang Spelthahn am Dienstag auf Anfrage einräumte. Mit seinem mittlerweile in den Ruhestand gewechselten Rhein-Erft-Kollegen Werner Stump hatte er das Projekt auf dem planungsrechtlich nahezu ausschließlich auf Niederzierer Hoheitsgebiet im südöstlichen Teil der Sophienhöhe liegenden Areal seinerzeit angestoßen. Eigentümer ist der Tagebaubetreiber.

Interesse sei grundsätzlich vorhanden, betonte Spelthahn. Investoren sehen nach Auskunft des Landrates weder ein Problem, auf der Sophienhöhe analog zur Goltsteinkuppe am Tagebau Inden eine Gastronomie einzurichten, noch das angedachte Sportangebot zu verwirklichen. „Problem aber ist der barrierefreie Zugang“, erklärte Spelthahn. „Die Reaktion auf die Seilbahn war bislang verhalten.“

Vor allem an diesem Punkt fordert der Landrat von RWE Power mehr Unterstützung auch wirtschaftlicher Art, denn öffentliche Mittel sollen weiterhin keine in die Bergwelt fließen. Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung aller Anrainer-Kommunen und der beiden Kreise mit dem Tagebaubetreiber, das Projekt jetzt auch planerisch anzugehen, liegt daher vorerst auf Eis.

Aber auch die seit Monaten immer wieder im Raum stehende, von RWE Power aber bislang stets dementierte Entscheidung, die im Miteigentum der Familie von Formel-Eins-Rekordweltmeister Michael Schumacher stehende Kartbahn in Kerpen-Manheim an diesen Bereich der Sophienhöhe umzusiedeln, behindert das Bergwelt-Projekt.

Landrat Spelthahn und Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser sind überzeugt, dass die Kartbahn mangels alternativer Standorte im Umland kommen wird. Eine inhaltliche Verknüpfung beider Projekte hat für sie daher oberste Priorität, zumal die Kartbahn offenbar nicht nur größer als am bisherigen Standort, sondern ihrerseits auch mit Gastronomie und sogar einem Hotel ergänzt werden soll. Nicht zuletzt erhoffen sich beide Politiker mit einer Verknüpfung der Projekte und dem Namen Schumacher als Zugpferd eine positive Signalwirkung auf Investoren.

Nach den Sommerferien wollen sich nach Auskunft von Wolfgang Spelthahn die Vertreter der Anrainerkommunen noch einmal mit RWE zusammensetzen, um über das weitere Vorgehen zu diskutieren. Ohne regionalen Konsens in dieser Frage sei es schwierig, die Zustimmung der Landesplanung zu erhalten, ist sich Hermann Heuser sicher. Bis dahin bleibt nur der Blick auf den Imagefilm.

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