Beim Traum vom zweiten Einkommen „verzockt“

Von: hp
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Ein Investor hat seine ehemalige Immobilien-Verwalterin wegen Untreue angezeigt. Das Schöffengericht hat die Frau und deren Ex-Ehemann jetzt freigesprochen. Symbolbild: dpa

Kreis Düren. Als Fan von Immobilien bezeichnete sich ein aus Niederzier stammender Mann, der von einem zweiten Einkommen träumte. Dieses „passive Einkommen“ sollte durch Kauf und Vermietung von Wohnungen generiert werden.

Unklar blieb allerdings bis zuletzt, ob dieser Traum nicht zu groß oder das Startkapital – rund 150.000 Euro sowie eine Eigentumswohnung – zu gering war. Die Hoffnungen und Wünsche zerplatzten bereits nach knapp zwei Jahren wie eine Seifenblase.

Das Dilemma zeichnete sich bereits zum Jahresende 2009 ab. Damals besaß der Investor sieben Mietobjekte in Aachen, Köln, Düren, Niederzier und Merzenich mit rund 80 Wohneinheiten. Seine Rechnung sah so aus: Je Wohnung wollte der heute 50-Jährige monatlich 100 Euro netto übrig behalten. Da er privat und beruflich im Ausland lebt, hatte er der Maklerin, die für ihn passende Immobilien suchen und später auch verwalten sollte, für diese Geschäfte notarielle Vollmachten erteilt.

Vor dem Schöffengericht wurde deutlich, dass die erworbenen Häuser zumindest teilweise enormen Renovierungsbedarf hatten. In diesem Zusammenhang waren die Modernisierungskosten so groß, dass nicht nur der Gewinn ausblieb, sondern offensichtlich auch die Darlehen nicht ordnungsgemäß bedient werden konnten. Das freundschaftliche Miteinander endete, als der Investor eines Morgens im Büro der Verwalterin auftauchte und nach eigener Schilderung mehrere Aktenordner seiner Immobilien „beschlagnahmte“.

Für die Pleite machte der Investor auch juristisch die Verwalterin verantwortlich und zeigte die Frau wegen schwerer Untreue in 47 Fällen an. Mit auf der Anklagebank saß deren damaliger Ehemann, dem die Anklagebehörde Beihilfe vorwarf. Der Verdacht: Das Paar habe sich am Geld ihres Auftraggebers bedient.

Für das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christine Pinkpank kristallisierte sich im Verlaufe des Prozesses heraus, dass der Investor sich offenbar „verzockt“ hat. Und: Die Beweisführung sei durch die von ihm selbst „beschlagnahmten“ Unterlagen geradezu unmöglich geworden. Ihm sei es nur um eine gute Rendite gegangen. Die beiden Freisprüche entsprachen den Anträgen von Staatsanwältin Yvonne Scholten sowie der beiden Verteidiger.

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