Beim ersten Treffen nach Geld gefragt: Rentner abgezockt?

Von: hp
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Düren/Aldenhoven. Neben der Belehrung zur Wahrheitspflicht erhielten die Zeugen in einem Betrugsprozess von der Vorsitzenden Richterin eine Erklärung, warum sie innerhalb von drei Monaten erneut als Zeugen geladen wurden.

Richterin Verena Neft wies darauf hin, dass eine der beiden Angeklagten Anfang April im Krankenhaus lag und deshalb der Strafprozess nicht fristgerecht fortgesetzt werden konnte, und nun wieder ganz von vorn beginne.

Deshalb haben sich erneut zwei Frauen aus Düren, 68 und 50 Jahre alt, vor dem Schöffengericht zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Rentner um ihre Ersparnisse gebracht zu haben. Die jüngere Angeklagte äußerte sich lediglich zu Fragen ihrer persönlichen Verhältnisse, die ältere der beiden ließ von ihrem Verteidiger eine kurze Stellungnahme vorlegen. Zu den Vorwürfen wollten sich beiden Frauen nicht oder noch nicht äußern.

Die Suche nach der Wahrheit wird erschwert, weil ein Senior aus Würselen im vergangenen Jahr verstarb. Da er unter „demenziellen Einschränkungen“ litt, war ihm eine Betreuerin zur Seite gestellt worden, die schnell feststellte, dass von den Konten viel Geld verschwunden war. Das Girokonto wies sogar ein Minus von rund drei Euro aus.

Der alte Mann habe damals gesagt, so die Betreuerin, Geld an zwei Frauen verliehen zu haben. Über ein Adressenverzeichnis habe sie die Namen ausfindig gemacht und Anzeige erstattet. Der Lebensgefährte der 50-Jährigen erklärte als Zeuge, dem Senior seien von einem Bekannten 11.000 Euro „gegen Quittung“ und als Bargeld zurückgebracht worden.

Belastet wird die 68 Jahre alte Angeklagte von einem 84-jährigen Rentner aus der Gemeinde Aldenhoven. Er habe die Frau im Frühjahr 2013 über eine Partnerschaftsanzeige kennengelernt. Bereits beim ersten Treffen habe sie ihn gefragt, ob er ihr Geld leihen könne. In der Hoffnung, sie würde seine Lebensgefährtin, habe er ihr 500 Euro gegeben. In den folgenden Wochen habe sie für akute Engpässe in Teilbeträgen 8400 Euro von ihm erhalten. Der Prozess geht am 8. Juli weiter.

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