Behinderte beklagen bei der Inklusion Startschwierigkeiten

Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Unter dem Motto „Ist meine Stimme wichtig“ lud die Kreisgruppe des Paritätischen Düren die Landtagskandidaten zu einer Diskussionsveranstaltung mit Menschen mit Behinderungen ein.

In den Räumen des Berufsbildungszentrums der Rurtalwerk-stätten als Einrichtung der Lebenshilfe eine Mitgliedsorganisation des Paritätischen stellten sich Dr. Patricia Peill und Dr. Ralf Nolten (beide CDU), Gudrun Zentis (Bündnis 90/Die Grünen) und Cem Timirci (SPD) den Fragen der Betroffenen.

Das von der Kreisgruppengeschäftsführerin Kirstin Fuß-Wölbert moderierte Gespräch drehte sich zunächst um den genauen Ablauf der Wahl und um das Thema Wahlbeteiligung: Welche Auswirkungen hat es, wenn ich nicht zur Wahl gehe?

Neben der Erläuterung der Konsequenz, dass davon in der Regel die extremen Parteien profitieren, wurde von den Kandidaten noch einmal deutlich gemacht, wie wertvoll das Recht zu wählen ist und dass das Wahlrecht in NRW erst vor Kurzem im Sinne der Menschen mit Behinderungen erweitert wurde.

Alle Kandidaten konnten die Besonderheiten ihrer Partei hervorheben und somit den Betroffenen Entscheidungshilfen geben.

Die Diskussionsteilnehmer hatten sich auf diese Veranstaltung gut vorbereitet und einen Katalog von drängenden Fragen erstellt. Dazu gehörte beispielsweise auch die Sorge um die störanfälligen Atomkraftwerke der Nachbarländer.

Wichtiges Thema

Wichtigstes Thema war für die Betroffenen das Leben mit Behinderungen. Hier wurden zum Beispiel die Startschwierigkeiten bei der Inklusion in Regelschulen genannt und auch die Probleme, die sich aus der geringen Bezahlung in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ergeben, wenn sie das Rentenalter erreichen.

Für Menschen, die nach einer schweren Erkrankung wieder in das Arbeitsleben zurückwollen, gibt es im Kreis Düren noch keinen einzigen Integrationsbetrieb mit ganz normalen Arbeitsplätzen. Ein Hauptthema ist und bleibt die Barrierefreiheit. Hier wurden die Probleme benannt, wenn man mit einem Elektrorollstuhl auf schlecht ausgebauten Fahrradwegen neben Landstraßen unterwegs ist und wie häufig man noch auf unüberwindbare Bordsteine trifft. Regelmäßig fallen die Aufzüge im Dürener Bahnhof aus und die Schwingtür zu Gleis 1 ist ein zusätzliches Hindernis.

Ganz begeistert ist man von den Behindertenbussen, die man in den Niederlanden eingeführt hat. Viele der Anwesenden kannten das Problem, an der Haltestelle zurück gelassen zu werden, weil sie mit ihrem Gefährt nicht mehr in den Bus hineinpassten.

Für die Landtagskandidaten ist der Blick für diese Probleme und Wünsche geschärft worden, aber alle Wünsche lassen sich finanziell nicht umsetzen. Grundsätzlich war man sich aber einig, dass die Betroffenen sich mehr zu Wort melden und beteiligen sollten. Alle Politiker wünschten sich ausdrücklich, in Zukunft öfter in dieser Runde zusammen zu kommen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert