Kreis Düren - Awo kritisiert Hygiene-Leitfaden für Tagesmütter

Awo kritisiert Hygiene-Leitfaden für Tagesmütter

Von: sj
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Stehen die Tagesmütter und Tagesväter vor neuen bürokratischen Herausforderungen? Die Awo im Kreis Düren befürchtet, dass ein Hygiene-Leitfaden „unzumutbare Belastungen” mit sich bringt. Foto: dpa

Kreis Düren. Der Awo-Kreisvorsitzende Johannes Veith ist ein Freund klarer Worte. „Was für ein Unsinn kommt da wieder auf uns zu?”, kommentierte er die im Raum stehende Frage, ob Tagesmütter künftig als Lebensmittelunternehmerinnen gelten könnten.

Der Umweltminister des Landes NRW, Johannes Remmel, wolle einen 20-seitigen Hygiene-Leitfaden für Tagesmütter erlassen und führt geltendes EU-Recht als Grund an. Und dieses Vorhaben wirft bei den Tagesmüttern, die derzeit von der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Düren ausgebildet wurden, viele Fragen auf. Fragen wie diese: Müssen Tagesmütter demnächst die Erfüllung mikrobiologischer Kriterien nachweisen?

„Nein, müssen sie nicht”, ist Elfriede Nöldgen, die Leiterin der Tagespflegeausbildung der Awo im Kreis Düren, überzeugt. Die Europäische Union, auf die sich der Umweltminister beruft, sei ganz offensichtlich anderer Meinung als der Minister. Elfriede Nöldgen zitiert einen Medienbericht, in dem klar herausgestellt wird, dass „Tagespflegepersonen nicht unter die strenge EU-Hygienevorschriften für Lebensmittelunternehmen fallen”.

Der Awo-Kreisvorsitzende und die Ausbilderin für Tagespflegemütter fordern eindringlich, dass die bestehende Rechtsunsicherheit beseitigt wird. Die Arbeiterwohlfahrt sei „entschieden der Auffassung, dass Tagespflegemütter nicht als Lebensmittelunternehmen im Sinne des EU-Rechts behandelt werden dürfen”.

„Unzumutbar”

Der von NRW-Umweltminister entworfene Leitfaden zur Lebensmittelhygiene bei Tagespflegepersonen führe dazu, dass demnächst Lebensmittelkontrolleure zu den Tagespflegemüttern geschickt würden, um dort Lebensmittelrückstellproben mitzunehmen und in den chemischen Untersuchungsämtern analysieren zu lassen, befürchtet die Awo.

Weiterhin müsste in diesem Fall der Kauf der Nahrungsmittel lückenlos nachgewiesen werden und jede Quittung müsste aufbewahrt werden. Eine unzumutbare Belastung für Tagesmütter und Tagesväter, finden Johannes Veith und Elfriede Nöldgen. Sie fordern, dass sich der Minister stattdessen für eine bessere Bezahlung der Tagespflegepersonen einsetzt, „die derzeit weit unter dem Mindestlohn liegt”.

Die Richtlinie gehöre in die Schublade „Aprilscherz” oder „Hier wiehert der Amtsschimmel”, betont Veith. „Wir brauchen keine weitere Bürokratie. Wir brauchen eine gerechte Bezahlung und mehr Tagesmütter”, fordert Veith.
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