Auseinandersetzung mit dem diakonischen Grundauftrag

Von: Stephan Johnen
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Festredner Prälat Dr. Peter Neher, der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, wünschte dem Regionalverband Düren-Jülich, den Mitarbeiten und der Kirche „Mut, Kraft und Hartnäckigkeit”. Foto: Johnen

Niederau. „Wo Missstände herrschen, darf die Caritas nicht schweigen.” Die Worte, die Thomas Müller als Vorsitzender des Caritasverbands für die Region Düren-Jülich zur Begrüßung der Gäste wählte, hätten so auch im Jahr 1911 fallen können, dem Gründungsjahr des Verbandes.

Am Mittwoch feierte „die Caritas” ihren 100. Geburtstag mit einem Festakt in Schloss Burgau, am Morgen las Weihbischof Dr. Johannes Bündgens eine Festmesse in der Dürener Annakirche.

„Der Dampf in der sozialen Maschine sein” - so verstand der erste Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Lorenz Werth-mann, die politische Aufgabe der Caritas vor mehr als 100 Jahren. „Die Caritas Düren war nach ihrer Gründung sofort Dampf in der sozialen Maschine”, griff Prälat Dr. Peter Neher als Präsident des Verbandes diese Worte zum Geburtstagsfest auf. Caritas - das bedeute neben konkreter Hilfestellung für Menschen in Not stets auch das politische Eintreten für soziale Gerechtigkeit.

In seiner Festrede ging Neher unter anderem auf die Fusion von Pfarren ein. Diese Umbruchsprozesse sehe er auch als Chance, dass sich die Gemeinden vor Ort „wieder neu mit ihrem diakonischen Grundauftrag auseinandersetzen”. Neher: „So können Netzwerke entstehen, in denen Caritasdienste und Gemeinden ineinandergreifen.” Der regionale Verband, der zu den ältesten in Deutschland gehört, habe schließlich vor 100 Jahren schon gezeigt, wie soziale und karitative Dienste zum Wohl der Menschen vernetzt werden können. Und Aufgaben gebe es auch in Zukunft genug.

„Wir leben in einer außerordentlich reichen Gesellschaft - und stehen dennoch vor vielen sozialen Herausforderungen”, unterstrich Dr. Wilhelm D. Schäffer, Staatssekretär im NRW-Sozialministerium. Sei es bei der steigenden Zahl der Pflegebedürftigen, bei Arbeitsmarktprojekten oder der Inklusion von Menschen mit Behinderungen: „Ich gehe davon aus, dass uns die Caritas weiterhin tatkräftig unterstützen wird”, sagte Schäffer.

„Was nützen die besten Gesetze und Organisationen, wenn sie nicht von Menschen getragen werden, die den Impetus der Nächstenliebe haben?”, lobte Dürens Bürgermeister Paul Larue die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Verbandes. Mitabeitervertreter Paul Mirau schrieb derweil den Politikern ins Stammbuch: „Sorgen Sie dafür, dass die finanziellen Rahmenbedingungen gewährleistet werden, damit menschenwürdige Pflege nicht von der Kassenlage des Einzelnen abhängt.”
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