Aus dem Zeugenstand auf die Anklagebank

Von: hp
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Die Staatsanwaltschaft wirft einer 26-Jährigen „falsche uneidliche Aussage“ vor. Das Urteil wird für kommenden Dienstag erwartet. Symbolbild: dpa

Kreis Düren. Das Prozedere ist in allen deutschen Gerichtssälen gleich. Bevor ein Zeuge seine Aussage macht, wird er vom Vorsitzenden des Gerichts ausdrücklich belehrt, nur die Wahrheit zu sagen. Diese Wahrheitspflicht gilt auch dann, wenn ein Zeuge nicht eigens vereidigt wird.

Wer sich an Details nicht ganz sicher erinnern kann, sollte dies dem Gericht deutlich sagen.

Eine 26 Jahre alte Frau aus Jülich muss sich derzeit vor dem Dürener Amtsgericht verantworten. Anfang November 2014 hatte sie in einem Strafprozess gegen den von ihr getrennt lebenden Ehemann als Zeugin ausgesagt, er habe ihr bei einer Auseinandersetzung keine Waffe, sondern eine Taschenlampe an den Kopf gehalten. Da es sich um ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz handelte, dürfte dieser Unterschied nicht ganz unwichtig gewesen sein.

Für die einstige Zeugin ist dann Einiges dumm gelaufen. Erstens hat ihr Noch-Ehemann in dem damaligen Verfahren ein Geständnis abgelegt und die Benutzung einer Waffe zugegeben. Zweitens war die Richterin genau dieselbe, die jetzt dem Prozess gegen die junge Frau vorsitzt. Die Zeugin von damals ist mittlerweile selbst eine Angeklagte, der die Staatsanwaltschaft „falsche uneidliche Aussage“ vorwirft.

Die Angeklagte sagt nach wie vor, dass ihr Mann bei einem Ehekrach eine Taschenlampe in der Hand gehabt habe. Sie räumt aber ein, dass sie auch „verunsichert worden“ sei. Außerdem habe ihr Mann in seinem eigenen Verfahren „ein falsches Geständnis abgelegt“. Im jetzigen Verfahren konnte sich der Noch-Ehemann dazu nicht äußern, denn er hatte seiner Ladung als Zeuge keine Folge geleistet – er fehlte.

Bei der Fortsetzung des Prozesses am Dienstag, 2. Juni, um 12.30 Uhr in Saal 2.29 des Amtsgerichts soll der Mann erneut Gelegenheit zur Zeugenaussage bekommen.

Fast nebenbei läuft gegen die 26-Jährige noch ein weiteres Verfahren wegen Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Auf einem Parkplatz in Aldenhoven war sie am 31. Januar mit einer 33-jährigen Frau handgreiflich aneinandergeraten. Dabei soll Eifersucht eine Rolle gespielt haben. Auch in diesem Fall wird Richterin Verena Neft voraussichtlich am nächsten Dienstag ein Urteil sprechen.

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