Auf den Spuren des überaus fleißigen Bibers

Von: Gudrun Klinkhammer
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Die Spuren des Bibers sind auf der Wanderung, die die Ortsgruppe Vossenack des Eifelvereins vorschlägt, häufig zu sehen. Foto: Gudrun Klinkhammer

Vossenack. Von alleine sind die Bäume am Ufer des Bosselbachs nicht umgefallen. Es war der Biber, der ganze Arbeit geleistet hat. Eine Wanderung in dieses ursprünglich anmutende Gebiet empfiehlt die Eifelverein-Ortsgruppe Vossenack.

Wälder, Talauen und kleine Brücken erwarten den Besucher. Und schon am Startpunkt der Route gibt es etwas ganz Außergewöhnliches zu sehen. An der Kirche in Vossenack steht der „Eifelbaum“, auf den die Ortsgruppe besonders stolz ist. Für den Mai 2008, als die Gruppe ihren 100. Geburtstag feierte, schuf der Künstler und Franziskanerpater Laurentius Englisch OFM einen stilisierten Metallbaum, der auf einem Felsen steht.

Die Freude des Daseins

Die in den Baum eingearbeiteten Figuren in Form von Mensch und Tier sollen dem Betrachter die Schönheit der Erde und die Freude des Daseins bewusstmachen. Die Metallskulptur steht auf einem großen Stein, der zeitweise als Brunnen sprudelt. Derart vom Anblick inspiriert, führt die anstehende Wanderroute auf einem Wirtschaftsweg hinab in das malerische Bosselbachtal. Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. Denn im gesamten Gebiet von Rur und Kall und ihren Nebenbächen wurden alte Bachüberquerungen renaturiert.

Schwerpunkt des Renaturierungs-Projektes ist es, die Durchgängigkeit wieder herzustellen. Dafür wurden in der Rur, in der Kall und in den Nebenbächen für Kleinlebewesen und Fische Verrohrungen entfernt und Staustufen eingebaut. Auf seinem Weg begegnet der Wanderer derartig neuen Bachbauwerken.

Die Geschichte der Talauen

Zur Geschichte der Talauen: Über Jahrhunderte hinweg waren die Täler der Nordeifel überwiegend mit Bäumen wie Birke, Weide, Erle, Esche und Hainbuche bewachsen. Mit der fortschreitenden Besiedlung und Rodung der Eifel verschwanden diese Bäume zunehmend. Die erschlossenen Flächen wurden als Wiesen- und Weideland genutzt. Auf den weiten Offenflächen konnten sich Pflanzen und Tiere, die vormals lediglich auf kleinen Lichtungen vorkamen, weit verbreiten.

Wie vielerorts in der Eifel war das Wirtschaften für die Bauern auf den nassen und armen Böden mühselig und wenig ergiebig. Mehr als eine einmalige Heuernte im Jahr war nicht möglich, da Kälte, Nässe und Nährstoffarmut das Wachstum der Pflanzen begrenzten. Im Zug der Technisierung der Landwirtschaft in den 1950er Jahren rechnete sich schließlich die Nutzung der schwer zu beackernden Flächen nicht mehr. Mit den schweren Traktoren waren die feuchten Böden einfach nicht zu befahren.

Die wirtschaftliche Bedeutung

Außerdem gaben viele Menschen ihre Tätigkeit als Landwirt auf, da sich andere Erwerbsmöglichkeiten boten. Die nassen Auen an der Kall verloren an wirtschaftlicher Bedeutung und fielen brach. Später wurden viele Brachen mit Fichten aufgepflanzt, um zumindest über den Holzverkauf finanziellen Gewinn einzubringen.

Die Naturschutzmaßnahmen im Kalltal verfolgen das Ziel, Fichtenforst in Auwald und Brachflächen in mäßig genutztes Feuchtgrünland zu überführen. So soll ein ursprünglicher und ein nutzungsbedingter Lebensraumtyp wiederhergestellt werden, unterstreicht die Biologische Station im Kreis Düren mit Sitz in Nideggen.

Der Biber hielt Ende des vergangenen Jahrhunderts an vielen Bächen in der Eifel Einzug, so auch an der Rur und an der Kall. Er soll helfen, die Ufer der Bäche von unerwünschtem Holzbewuchs zu befreien. Der Biber baut Dämme aus unzähligen Ästen und nietet mit seinen großen Nagezähnen tatsächlich und immer wieder mannsdicke Bäume um. Wer die Natur an der Wanderstrecke, die die Eifelverein Ortsgruppe Vossenack empfiehlt, genau betrachtet, findet schnell die Spuren dieses fleißigen Tieres.

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