Auf den Spuren der Kriegsveteranen

Von: Sandra Kinkel
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Organisieren das Treffen der Söhne und Töchter der Kriegsveteranen: Sheila Trostorf-Aminatey, Sebastian Zipper, Albert Trostorf, Volker Dederichs und Maren Esser (von links). Foto: Sandra Kinkel

Kreis Düren. „Es geht um Aussöhnung. Und ein Stück weit auch um Völkerverständigung.“ Albert Trostorf (51) ist ein Kenner der Geschichte des Zweiten Weltkriegs in der Region. Seit 37 Jahren setzt er sich intensiv mit diesem Thema auseinander, von 1993 bis zum Jahr 2000 hat er regelmäßig deutsch-amerikanische Veteranentreffen in Langerwehe veranstaltet – zum Schluss mit über 160 Teilnehmern.

„Mein Name ist bei den Kriegsveteranen in Amerika bekannt. Ich habe gute und enge Kontakte.“

Rund 20 Mal zeigt Trostorf jedes Jahr amerikanischen Kriegsveteranen und deren Angehörigen die Kriegsschauplätze der Region. „Die Veteranentreffen haben wir irgendwann eingestellt, weil für die meisten Teilnehmer die weite Reise aus den USA viel zu anstrengend war.“ Mittlerweile, sagt Trostorf weiter, seien es schon die Söhne und Töchter der Soldaten des Zweiten Weltkriegs, die ihn bitten würden, ihm die Region zu zeigen.

„Diese Anfragen werden so viel, dass ich gar nicht alle Wünsche erfüllen kann“, erzählt Trostorf. „Das ist ja auch schließlich mein Hobby.“ Trotzdem will der Geschichtskenner den Söhnen und Töchtern der Veteranen natürlich helfen. Und hat deswegen mit seiner Frau Sheila Trostorf-Aminatey (53), Maren Esser (36), Sebastian Zipper (29) und Volker Dederichs (39) ein großes Treffen für diese Söhne und Töchter von Kriegsveteranen organisiert. Von Freitag, 29., bis Sonntag, 31. Mai, werden knapp 50 Leute in Rölsdorf erwartet.

Für die Veteranen selbst seien solche Treffen wichtig, um endgültig mit dem Erlebten abzuschließen. Trostorf: „Viele der Kinder kommen mittlerweile ins Rentenalter und haben nicht selten selbst in der Armee gedient. Für sie ist es wichtig zu sehen, wo ihre Eltern während des Zweiten Weltkrieges waren.“ Volker Dederichs ergänzt: „Es geht ja dabei nicht nur darum, wo die Eltern gekämpft haben. Die Soldaten haben ja auch hier gelebt.“

Das Treffen, an dem übrigens auch drei Kriegsveteranen teilnehmen, beginnt am Freitag mit einer Reihe von Vorträgen. Unter anderem konnte Albert Trostorf einen Dozenten der US-Militärakademie Westpoint und die Jüdin Faith Liebman, Veteranin des Golfkriegs und Tochter eines US-Veterans für Referate gewinnen. Samstag und Sonntag stehen dann Ausflüge auf dem Programm.

Unter anderem werden die Teilnehmer die Kriegsgräberstätte Hürtgen, das Dokumentationszentrum Vogelsang und den amerikanischen Soldatenfriedhof Henri-Chapelle in Belgien besuchen. „Für mich ist es wichtig“, sagt Sebastian Zipper, „dass wir mit diesem Treffen helfen, dass die schrecklichen Kriegsereignisse nicht in Vergessenheit geraten. Deswegen ist es notwendig, dass auch Kinder und Kindeskinder sich mit der Geschichte auseinandersetzen.“

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