Auf dem Weg zu einer qualitativ guten Palliativversorgung

Von: bel
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Ulla Schmidt (4.v.l.) und die Leiterin der Wohnanlage Sophienhof, Gerda Graf (2.v.l.), feierten mit den Vertretern von Home Care Aachen und Palliativmedizinern der Region Düren-Jülich die Unterzeichnung der Kooperationsverträge. Foto: bel

Niederzier/Kreis Düren. Hoher Besuch aus Berlin: Ulla Schmidt, ehemalige Bundesgesundheitsministerin, ließ es sich nicht nehmen, die schon Dezember letzten Jahres abgeschlossenen Verträge zwischen der Wohnanlage Sophienhof in Niederzier, der „Home Care Städteregion Aachen” und der SAPV (Spezialisierter ambulanter Palliativversorgung der gesetzlichen Krankenkassen) zu feiern.

Auch Palliativarzt Dr. Martin Franke zeigte sich sehr zufrieden mit den Verträgen: „Mit Home Care Aachen und ihrer großen Erfahrung sind wir in der Region Düren-Jülich auf einem guten Weg Richtung qualitativ guter Palliativversorgung.” Dem konnte Waldemar Radtke von der AOK nur zustimmen. Er lobte die vorbildliche Pflege im Sophienhof, weil „hier Menschen individuell und personell sehr gut versorgt werden.”

Ausdrücklich dankte man den vielen Spendern, ohne die eine solch intensive Hospizarbeit und eine erfolgreiche Palliativmedizin nicht möglich wären. Der Erfolg dürfe, so die Gäste bei dieser kleinen Feierstunde, jedoch nicht zum wohligen Stillstand führen, sondern er müsse Aufforderung sein, die noch ausstehenden Wünsche nach noch mehr Qualität zu erfüllen.

Die SPD-Bundestagsbgeordnete Ulla Schmidt lobte das Gesundheitssystem. „Unser System ist - obwohl zähflüssig - das beste der Welt”, versicherte sie. Es habe nur zwei Schwächen: eine unzureichende Prävention und die oft mangelhafte Begleitung Sterbender. Der Sophienhof und seine Mannschaft sind nach Schmidts Meinung vorbildlich, denn hier werde die Würde des Menschen gewahrt, weil er - begleitet von einem engagierten Team - dort sterben könne, wo er zu Hause ist.

Alle Laudatoren waren sich einig, dass Konkurrenzdenken in der Hospizbewegung und der Palliativmedizin keinen Platz haben dürfe. Starre Systeme müssten im Sinne der Betroffenen aufgeweicht werden. Und, daran erinnerte die ehemalige Bundesministerin, es gebe in der Bundesrepublik seit der Änderung des Haushaltsbegriffs einen gesetzlichen Anspruch auf ambulante Sterbehilfe und Palliativmedizin. In den letzten Jahren sind diese Hilfen von einer steigenden Patientenzahl eingeklagt worden. „Trotz aller Fortschritte ist noch viel zu tun”, meinte Dr. Martin Franke. Es müssten folgerichtig mehr Menschen in der Palliativmedizin und in der Hospizbewegung ausgebildet werden, zusammengefasst zu guten Teams, könnten sie den Sterbenden und ihren Angehörigen auf dem letzten Weg eine humane Hilfe sein.
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