Auch in Linnich ist der Schulz-Hype zu spüren

Von: Otto Jonel
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Stammtischatmosphäre statt Großzeltveranstaltung: Das Fischessen des SPD Linnich, zu dem Ortsvereinsvorsitzende Marion Schunck-Zenker (r.) neben den Abordnungen aus dem Unterbezirk auch den Landtagskandidaten Fred Schüller (3.v.l.) begrüßte, hat familiären Charakter. Foto: Jonel
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Das Büffet ist eröffnet. Seine Aschermittwoch-Rede machte auch Dietmar Nietan (2.v.r.) Appetit. Foto: Jonel

Kreis Düren. In Schwerte feierten 700 Genossinnen und Genossen den roten Hoffnungsträger Martin Schulz. In Gereonsweiler waren es nicht ganz so viele, die sich beim traditionellen Aschermittwoch des SPD Ortsvereins Linnich und der SPD im Kreis Düren an markigen Worte und bekömmlichen Fisch delektierten.

Aber auch in dem langen Saal der Gaststätte Pfingsten mit seiner Stammtischatmosphäre war der Schulz-Hype zu spüren. Geradezu euphorisch sang Dietmar Nietan, Bundesschatzmeister der SPD und Parteivorsitzender des Unterbezirks, das Loblied auf den sozialdemokratischen Paladin. „Nach fast zwölf Jahren Merkel werden wir die Wahl gewinnen“, gab sich Nietan unter beifälligem Nicken der Lauschenden siegessicher.

Es dauerte diesmal eine geraume Weile, bis Gastgeberin Marion Schunck-Zenker zum Defilee vorbei an den Terrinen, Kasserolen und Platten mit einem angerichteten Fischpotpourri voranschritt. Sie selbst hatte den Abend eröffnet mit Rück- und Ausblick auf die politische Lage in Linnich aus sozialdemokratischer Sicht. Kurz riss sie einige bemerkenswerte Ereignisse an wie die Demonstration gegen Rechts im vergangenen Juni, den späteren Beitritt der Stadt zum Dürener Bündnis gegen Rechts und natürlich die Anstrengungen Linnich bei der Neugestaltung des Kernbereichs (Integriertes Handlungskonzept) und der Vorbereitung des Schulstandorts zur Aufnahme der ersten Gesamtschüler zum neuen Schuljahr.

Aber auch die Linnicher Parteichefin kam an Martin Schulz nicht vorbei. Er sei ein Mann, der sich wieder der sozialdemokratischen Kernkompetenz widme und der „den Finger in die Wunde legt“.

Ihr Vorgänger als Parteivorsitzender, Hans-Friedrich Oetjen, Fraktionschef der SPD im Linnicher Stadtrat, ging gemessen an früheren Reden geradezu zartfühlend auf den politischen Gegner ein. Statt zu schelten appellierte er an die die Bereitschaft zum Schulterschluss. „Wir brauchen alle Kräfte um unser Aufgaben zu bewältigen.“ Der Klimawandel macht sich bemerkbar - im Linnicher Rathaus und der Kommunalpolitik.

Ähnlich wie Oetjen zählte Nietan die Meriten auf, die sich die SPD auf Kreisebene erworben hat. Dazu zählte die Initiative zur Schaffung sozialen Wohnraums ebenso wie das zukunftsweisende Strukturkonzept des Kreises, das zu einer effektiveren Ausschöpfung von Ressourcen und Kosteneinsparung führen soll.

Zumindest auf Bundesebene ging Dietmar Nietan nicht auf Schmusekurs mit den Christdemokraten. „Der CDU glaubt keiner, dass sie geschlossen hinter Angela Merkel steht.“ Die SPD hingegen stehe geschlossen hinter Martin Schulz. Er sei immer einer geblieben, „dem es um die Bürger geht“. In diesem Sinne sei er immer ein Bürgermeister geblieben. „Die Menschen nehmen ihm ab, dass Martin Schulz angekündigt hat, einzelne Punkte der Agenda 2010 zu revidieren.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Randnotiz Nietans. Unter den fast 8000 Parteieintritten seit der Schultz-Kandidat seien etliche Rückkehrer, die der SPD aufgrund der Agenda 2010 den Rücken gekehrt hatten. Im Kreis verzeichnete die SPD im Übrigen 40 neue Parteimitglieder.

Der Politische Aschermittwoch bot natürlich auch dem SPD-Landtagskandidaten des im Kreis Düren, Fred Schüller aus Titz, die Gelegenheit, die Parteifreunde auf „seinen“ Wahlkampf mit dem Ziel Einzug in den Landtag einzustimmen. Kurz skizzierte er die vier Kernbereiche, in denen er sich ein einsetzen wolle. Neben der sozialen Sicherheit, dem Strukturwandel der Region und der Kommunalfinanzpolitik liege im als Polizist die innere Sicherheit geradezu berufsmäßig besonders am Herzen. Schüller macht keinen Hehl daraus, dass auch er sich von dem Schulz-Aufwind gerne tragen lassen wolle. Sollte der ihn in den Düsseldorfer Landtag wehen, könnte er das seine dazu beitragen, damit es Schulz fünf Monate später ins Bundeskanzleramt schafft.

Der von der Linnicher SPD ins Leben gerufene Traditionsveranstaltung erlebte an diesem Abend auch eine Premiere. Mit Carsten Ganser war der neue Geschäftsführer der SPD im Kreis Düren nach Gereonsweiler gekommen. Es war sein erster Arbeitstag als Nachfolger von Hartmut Simmelink-Weinstein. Zu den Gästen zählt ebenfalls Manfred Lukas, „der letzte sozialdemokratische Landrat des Kreises Düren“, wie Nietan bemerkte. Auch er habe die Problem der Menschen immer ernst genommen, zog der Parteivorsitzende eine Parallele zwischen Lukas und Martin Schulz.

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