Auch Familie Biber genießt die Vorzüge des Freizeitparks

Von: Jörg Abels
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Bauamtsleiter Dirk Lauterbach zeigt auf die Insel im Freizeitpark, auf der sich eine Biberfamilie eingenistet hat. Foto: Abels
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Nahezu täglich finden sich an den Bäumen im Uferbereich neue Spuren der Nager. Foto: Abels

Niederzier. Auf der kleinen Insel inmitten des Sees im Niederzierer Freizeitpark liegen die meisten Bäume flach. Eine Biberfamilie hat sich dort eingenistet und gut versteckt unter großem und kleinen Astwerk ihren Bau errichtet.

Die nachtaktiven Tiere haben sich längst an die Spaziergänger und spielenden Kinder gewöhnt und fühlen sich in dem nur von einem kleinen Zulauf gespeisten Gewässer sichtlich wohl. Auf der Insel und rund um den See haben die Biber ganze Arbeit geleistet. „Mehr als 40 Bäume haben sie bereits angefressen oder abgeholzt“, berichtet Bauamtsleiter Dirk Lauterbach. „Zweimal wöchentlich kontrollieren Mitarbeiter unseres Bauhofes den Uferbereich und schauen, ob angenagte Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen.“

Mit dem Baummaterial aber bauen die Biber keinen Damm, erklärt Lauterbach nach Rücksprache mit Dr. Lutz Dalbeck von der Biologischen Station des Kreises Düren. „Der See ist tief genug und bietet dem Nager auch ohne weitere Aufstauung ideale Lebensbedingungen.“ Der Nager hat es auf die Rinde, vor allem auf die noch junge im Kronenbereich abgesehen.

Nahezu täglich finden sich im Freizeitpark neue Nagestellen an Bäumen. „Wir dürfen und wollen ihn trotzdem nicht vertreiben“, betont der Bauamtsleiter mit Blick auf den Artenschutz. Das auf der kleinen Insel von den Nagern zusammengetragene Astwerk soll liegenbleiben. „Wenn wir es entfernen, würden die Nager ohnehin für Nachschub sorgen“, ist Lauterbach überzeugt. Die Gemeinde hat mit Unterstützung des örtlichen Angelsportvereins lediglich damit begonnen, besonders erhaltenswerte Bäume am Ufer des Sees mit einem Verbissschutz aus Metallgitter zu verkleiden. An anderen Bäumen hingegen können die Nager fleißig weiterknabbern.

Die ursprünglich in den 80er Jahren im Hürtgenwald wiederangesiedelten Nager haben sich über das Gewässersystem der Rur und Inde mittlerweile weit verbreitet. Die Familie, die ihr Revier im Freizeitpark abgesteckt hat, dürfte über den am Freizeitpark entlang fließenden Ellebach nach Niederzier gefunden haben. Im Raum Jülich, wo der Bach in die Rur mündet, wurden bereits des Öfteren Biberspuren gefunden.

Im Übrigen hat die Gemeinde in diesen Tagen begonnen, den kompletten Freizeitpark noch einmal zu überarbeiten. Der Bauhof entfernt überall in dem rund sieben Hektar großen Naherholungsgebiet, das einst als Ausgleich für die durch den Tagebau Hambach verloren gegangenen Waldgebiete eingerichtet wurde, Totholz. „Auch die Wege werden wir überarbeiten“, kündigt Lauterbach an. Und die Kinder dürfen sich im Jahresverlauf auf ein neues Großspielgerät freuen.

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