Asylbewerber: Bistum Aachen will Aufruf des Papstes folgen

Von: kin
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Hans-Otto von Danwitz
Seelsorger Has-Otto von Danwitz.

Kreis Düren. Die Ansage ist deutlich: Jede katholische Gemeinde, jede geistliche Gemeinschaft, jedes Kloster und jeder Zufluchtsort solle eine Familie aufnehmen, hat Papst Franziskus in einer Ansprache auf dem Petersplatz in Rom gefordert. Das Bistum Aachen hat angekündigt, die Forderung des Papstes zu unterstützen.

Aber was bedeutet das für die Region Düren? Leben hier bereits Asylbewerber in kirchlichen Häusern? Oder ist sogar eine Unterbringung von Flüchtlingen in Kirchen möglich? Fragen, die wir versucht haben zu beantworten.

Regionaldekan Hans Doncks hält die Forderung von Papst Franziskus grundsätzlich für richtig. „Es reicht nicht, dass wir Nächstenliebe predigen, wir müssen sie auch leben.“ Er wolle das Thema demnächst in die verschiedenen Gremien einbringen, so der Seelsorger. „Das ist ein hoher Anspruch, und wir müssen sehen, wie wir das umsetzen können. Aber wir werden das Thema angehen.“ Mit Martin Schlicht gäbe es in der Region Düren bereits einen Diakon, der hauptsächlich Flüchtlingsarbeit leisten würde. Doncks: „Martin Schlicht ist in Flüchtlingseinrichtungen präsent und leistet dort gute Arbeit.“

Wesentlich konkreter als auf Regionsebene ist die kirchliche Flüchtlingshilfe in der Pfarre St. Lukas Düren. Die Gemeinde hat das alte Pfarrhaus in Niederau für Asylbewerber zur Verfügung gestellt. 18 Personen – überwiegend Mütter mit Kindern – leben hier. Pfarrer Hans-Otto von Danwitz: „Wir sind den Forderungen des Papstes eigentlich schon ein Stück voraus.“ Außer im Pfarrhaus von Niederau wohnen auch im ehemaligen Pfarrhaus von St. Bonifatius zwei syrische Familien. Von Danwitz: „In die ehemalige Organistenwohnung im Steinweg wird in den nächsten Tagen eine syrische Familie mit sechs Kindern einziehen.“

Darüber hinaus, so der Seelsorger von St. Lukas, habe man der Stadt auch die Unterbringung von Flüchtlingen in Kirchen angeboten. Denkbar sei eine solche Unterbringung in St. Bonifatius oder auch in der Marienkirche. „Wenn die Not groß ist“, so Hans-Otto von Danwitz, „sind wir bereit, Kirchen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Das muss aber die letzte Lösung sein, weil so ein riesiger Raum natürlich nicht ideal ist.“ Hans-Otto von Danwitz findet es wichtig, dass Papst Franziskus mit seiner Forderung „einen Denkanstoß“ gegeben habe. „Ich glaube, wenn wir alle bereit sind, zusammenzurücken, ist in fast jeder Pfarrgemeinde Platz für Flüchtlinge.“

Zuletzt habe fünf Wochen ein Nigerianer im Papst-Johannes-Haus gelebt. Von Danwitz: „Wir haben hier eine Pilgerdusche, die genutzt werden konnte. Und es hat gut funktioniert. Große Pfarrheime gibt es in vielen Gemeinden.“ Die Pfarrgemeinde St. Lukas, so von Danwitz, stehe in ständigem Kontakt zur Stadt. „Unser Gemeindereferent Stefan Uerschelen sitzt in der Lenkungsgruppe, die sich unter anderem mit der Frage nach der Flüchtlingsunterbringung befasst. Wir können schnell und unbürokratisch Entscheidungen treffen, wenn das erforderlich ist.“

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