Archäologen finden in der Annakirche intakte Gräber

Von: Burkhard Giesen
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Nicht weit unterhalb der Bodenplatte haben Archäologen in der Annakirche intakte Gräber entdeckt. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Bei Arbeiten in der Dürener Annakirche sind Archäologen auf intakte Gräber gestoßen. Auslöser für die Grabung in der Hauptkirche war die Erneuerung der Heizungsanlage. Dafür muss ein Schacht gegraben werden, aus dem später heiße Luft in die Kirche strömen soll.

„In solchen Fällen sind entsprechende Funde wahrscheinlich“, sagt Britta Esser vom Dürener Unternehmen Goldschmidt Archäologie & Denkmalpflege. In den zwei Arbeitsbereichen in der Hauptkirche konnten die Archäologen bislang vier Schädel entdecken, ebenso verstreute Knochen. Entdeckt wurden aber auch unberührte Gräber. Weil einzelne Knochen über den intakten Gräber liegen, tippt die Dürener Archäologin darauf, dass schon beim Wiederaufbau der Kirche in den 1950er Jahren Knochen gefunden worden sind und die Bauarbeiter die Knochen damals wieder in den Boden gelegt haben. Ein zweiter Erklärungsansatz: „Weil der Vorgängerbau im Zweiten Weltkrieg total zerstört wurde, könnten damals auch Gräber davon betroffen gewesen sein“, mutmaßt Britta Esser.

Unklar ist noch, aus welcher Zeit die intakten Gräber stammen. Britta Esser: „Sie könnten noch aus der Zeit des gotischen Vorgängerbaus stammen.“ Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden durchaus auch Beerdigungen innerhalb einer Kirche vorgenommen. Denkbar sei aber auch, dass der Fundort früher außerhalb des Kirchengebäudes lag und sich dort ein Friedhof befand. Britta Esser: „Wir werden die Funde jetzt dokumentieren, also Zeichnungen anfertigen, vermessen und fotografieren.“ Dann werden die Knochen nummeriert, damit es später nicht zu Verwechslungen kommen kann. Die Knochen sollen dann von einem Experten datiert werden.

Bis in eine Tiefe von knapp einem Meter müssen die Archäologen vordringen und die Gräber nicht nur freilegen, sondern auch komplett bergen. „Die Fundstücke werden anschließend zurückgegeben und bestattet“, erklärt Britta Esser. Das wäre nicht der erste Fall dieser Art, weiß Pfarrer Hans-Otto von Danwitz: „Als vor fünf Jahren die Kirchenorgel erneuert wurde, ist man auch auf Gräber gestoßen, die entfernt werden mussten. Die Knochen haben wir im Bereich der Kirche wieder bestattet. Das würden wir auch in diesem Fall tun und an einer Stelle in der Kirche dafür den Boden öffnen.“

Weitere Funde sind zudem nicht ausgeschlossen. Von der Tiefe von knapp einem Meter haben die Archäologen bisher erst etwa 80 Zentimeter abgetragen. „Wir wissen nicht, was uns da noch erwartet“, sagt Britta Esser, für die dieser Grabungsort etwas Besonderes darstellt: „An einer Grabung in einer Kirche habe ich bisher noch nicht teilgenommen. Das ist auch für mich eine besondere Arbeitsatmosphäre.“

An der Grenze zur Urkirche

Bernd Hahne vom Dürener Stadtmuseum hat den Fundort am Donnerstag auch bereits in Augenschein genommen. Er geht davon aus, dass die Gräber nicht von dem früheren Friedhof neben der Kirche stammen können: „Wenn man die Grundrisse der Gebäude vergleicht, kann man eigentlich nur zu dem Ergebnis kommen, dass sich die jetzt gefundenen Gräber allenfalls an der Grenze zur Urkirche befunden haben.“

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