Arbeitsplatz trotz Handicap gefunden

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Kreis Düren. Stefan Meyer hat es geschafft. Nach achtjähriger Tätigkeit in den Rurtalwerkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung in Düren gelang ihm der Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Seit zwei Jahren arbeitet er bei der Firma M & M GmbH in Düren, einem europaweit tätigen Hersteller von Kunststoff-Granulat.

In einem Praktikum hatte der heute 30-jährige Stefan Meyer seinen Chef und die Kollegen überzeugt. Heute macht er ganz selbstverständlich alles, was anfällt: ob LKW abladen oder die Mischung für das Granulat anwerfen. Stefan Meyer fühlt sich anerkannt, als vollwertiges Mitglied im Team. Das gibt Selbstbewusstsein: „Ich habe viel gelernt und die Arbeit macht Spaß. Und wenn ich nicht weiter weiß, frage ich die Kollegen.” Er freut sich auch über seinen höheren Verdienst. Jetzt kann er sich ein eigenes Auto leisten, mit dem er täglich von seinem Wohnort in der Eifel zur Arbeit fährt.

M & M-Geschäftsführer Matthias Kuckertz ist begeistert von der „enormen persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung” seines Mitarbeiters: „Er hat den Stapler- und den Pkw-Führerschein gemacht. Er arbeitet voll mit, packt an, wo er gebraucht wird, ist verlässlich und liefert gute Qualität.” Kuckertz führt sein Unternehmen mit insgesamt 15 Beschäftigten mit großem Engagement. Sein persönlicher Einsatz gilt den drei Beschäftigten mit Handicap, insbesondere den beiden jüngeren Männern: seinen Jungs - dem 30-jährigen Stefan und dem 27-jährigen Thomas. Bei Bedarf telefoniert er auch mit deren Eltern. . Auch mit den Rurtalwerkstätten arbeitet er eng zusammen und hat Aufträge dorthin ausgelagert.

So wie Stefan Meyer haben in den vergangenen zwei Jahren im Rheinland knapp 50 Menschen mit Behinderung den Übergang von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt geschafft. Unterstützt wurde dies durch ein Modellprojekt des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Um mehr Werkstatt-Beschäftigten mit Behinderung als bisher eine Tätigkeit in einem regulären Unternehmen zu ermöglichen, fördert der LVR diesen Übergang mit finanzieller Unterstützung für die Arbeitgeber und mit individueller Beratung und Begleitung für den Betrieb und die betroffene Person mit Behinderung. Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss zu den Personalkosten von monatlich 400 Euro, drei Jahre lang; im 4. und 5. Beschäftigungsjahr liegt der Zuschuss bei 200 Euro im Monat. Finanziert durch den LVR können zudem der örtliche Integrationsfachdienst oder die Werkstatt für behinderte Menschen weitere Unterstützung leisten: etwa konkrete Beratung vor Ort für den Arbeitgeber oder ein Job-Coaching für den Beschäftigten mit Handicap.

Der LVR finanziert rheinlandweit rund 27.000 Werkstatt-Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Im Schnitt kostet ein solcher Arbeitsplatz rund 15.000 Euro im Jahr. Jede Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt spart Sozialhilfe-Kosten und somit Steuergelder.
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