Anti-Giftköder-Kurse sollen Hundehalter vor dem Schlimmsten bewahren

Von: Carsten Rose
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Gefahr für Hunde am Wegesrand: mit Nägeln oder Rasierklingen präparierte Fleischstücke. Foto: Sabine Haus

Kreis Düren. Eine Anzeige in Nörvenich-Hochkirchen, ein Facebook-Beitrag, der in Düren zumindest im Internet hohe Wellen schlägt: Hundehalter sind wieder auf der Hut vor präparierten Hundeködern.

Aus diesem Anlass macht der Tierschutzverein für den Kreis Düren in der frisch gedruckten Herbstausgabe seines Magazins „Tierschutzinfo“ auf Anti-Giftköder-Trainings bei Hundeschulen und Tierarztpraxen aufmerksam.

Die aktuellen Fälle: In Nörvenich an einem Feldweg zwischen Hochkirchen und Eggersheim wurde nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Jan Bietendüfel am Freitag eine Rasierklinge gefunden, die Fleischreste und Blutspuren aufwies. Bietendüfel und weitere Mitarbeitern hätten die Umgebung daraufhin abgesucht, aber nichts weiter Verdächtiges festgestellt.

Ebenfalls in Hochkirchen biss am Montag ein Schäferhund in eine Frikadelle, in der eine Rasierklinge steckte. Hand und Halterin (an der Hand) verletzten sich leicht, teilte die Polizei mit, der in diesem Fall eine Anzeige vorliegt.

Beitrag 400 Mal geteilt

Auf Facebook wurde seit Sonntagmorgen ein Beitrag von mehr als 400 Personen geteilt, sprich er hat wahrscheinlich mehrere Tausend Menschen erreicht. Nachricht: In Düren-Ost auf Feldwegen Richtung Merzenich und Girbelsrath würden vermeintliche Giftköder ausliegen. Eine Halterin habe diese Info aufgeschnappt und an ihre Tierarztpraxis gemeldet – Höhe des Wahrheitsgehaltes: ungewiss.

Tierarzt Dr. Detlef Krüger, auf dessen Facebook-Seite der Beitrag steht, sagte auf Anfrage, dass solche Nachrichten Hundehalter sensibilisieren würden, manche jedoch zu oft von einer Vergiftung ausgehen würden, wenn es dem Tier schlecht gehen würde. Vergiftungen seien in der Regel schwer nachzuweisen. In 40 Jahren Tätigkeit könne er sich an keinen Giftköder-Fall in seiner Praxis erinnern.

Eine Umfrage unter drei weiteren Tierärzten im Kreis ergab, dass aktuell und in den vergangenen Monaten keine Halter mit ihren Tieren wegen vermeintlich präparierter Köder vorstellig geworden sind. Weder in der Gemeinde Merzenich (Tierarztpraxis Beck) noch in der Gemeinde Kreuzau (Tierarztpraxis Lafarée) oder vorher in Nörvenich (Tierarztpraxis Schmitz-Hoch). „Gerüchte“ und „Verdachtsmomente“ nehme man öfter wahr, bestätigen lassen sie sich jedoch nicht. Anders war das Ende des vergangenen Jahres, als binnen zwei Wochen zehn Tiere in Düren und der Gemeinde Merzenich verletzt beziehungsweise ein Hund in Niederzier-Ellen tödlich verletzt wurde.

Mit einem Beitrag im aktuellen Magazin will der Tierschutzverein für den Kreis Düren Hundehalter vor dem Schlimmsten bewahren und weist auf Anti-Giftköder-Kurse hin. Anne Beck bietet diese seit fünf Jahren rund um die Sophienhöhe an. „In fünf Einheiten je 90 Minuten werden die Hunde darauf trainiert, nur das bei einem Spaziergang zu essen, was der Halter will. Das Training habe ich selbst entwickelt“, erklärt sie – weiteres Training zu Hause sei jedoch auch nötig.

Ausgebucht seien ihr Angebot selten, denn: „Das Training ist wieder Erste-Hilfe-Kurs, man macht ihn nur, wenn man unbedingt muss.“

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