Anonyme Spurensicherung: Angebot für Opfer sexueller Gewalt

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Nicole Savelsberg (l.) und Sigrid Bergsch weisen darauf hin, dass Spuren einer Vergewaltigung im Kreis Düren auch ohne Namensnennung gesichert werden können. Das ist bis zu 72 Stunden nach der Tat kostenlos in drei Krankenhäusern möglich.

Kreis Düren. Laut einer Studie zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland hat jede siebte Frau seit dem 16. Lebensjahr Formen sexueller Gewalt erlebt. In Fällen von sexualisierter Gewalt erstatteten laut Studie nur acht Prozent der Frauen eine Anzeige. Die Hemmschwelle, vor allem eine bekannte oder verwandte Person anzuzeigen, ist groß.

Viele Opfer sind nicht in der Lage, eine Aussage zu machen. Aber nach einer Spurensicherung, die im Kreis Düren in anonymisierter Form angeboten wird, können Betroffene sich Zeit lassen mit einer Anzeige. Die Informationen darüber sind noch ungenügend bekannt, wie ein Fall gezeigt hat. Eine junge Frau erhielt nach einer Vergewaltigung die Fehlinformation, dass eine Spurensicherung nur mit Einschalten der Polizei möglich ist.

Außerdem wurden ihr in Aussicht gestellt, alle Kosten einer Untersuchung selbst zahlen zu müssen. Beide Informationen sind falsch, stellen Nicole Savelsberg von der Kreisverwaltung und Sigrid Bergsch klar. Die Frau habe wertvolle Zeit verloren, denn wenn innerhalb von 72 Stunden Spuren oder Verletzungen in jedem Fall dokumentiert worden wären, hätte die Betroffene Zeit gehabt, sich psychisch zu stabilisieren, Unterstützung zu suchen und erst dann Anzeige zu erstatten.

Kostenloses Hilfsangebot

Wichtig zu wissen: Bei K.O.-Tropfen ist ein Nachweis im Blut nach sechs Stunden und im Urin nach zwölf Stunden seit der Aufnahme unwahrscheinlich. Im Kreis Düren können Betroffene derzeit in einem der drei beteiligten Krankenhäuser (Krankenhaus Düren, das St.-Marien-Hospital Birkesdorf, St.-Elisabeth-Krankenhaus Jülich) anonym Spuren sichern lassen und haben anschließend zwei Jahre Zeit zur Anzeige. Folgende Krankenhäuser können aufgesucht werden: das Der Verein „HObAS - Hilfe für Opfer bei Anonymer Spurensicherung“ gewährleistet die Organisation und Überführung der Spuren und Proben an die Rechtsmedizin Köln, in der sie zwei Jahre anonym unter einer Chiffre gelagert werden.

Innerhalb dieser zwei Jahre können die Spuren dort nach einer Anzeige untersucht und für ein Verfahren verwendet werden. Die Kosten für die Untersuchung und Behandlung trägt dabei die Krankenkasse, die Kosten für die Überführung trägt der Verein, die Kosten für die Untersuchung im Rechtsmedizinischen Institut im Falle einer Anzeige werden ebenfalls übernommen. Weitere Informationen zum Thema „Anonyme Spurensicherung“ gibt es bei Sigrid Bergsch vom Verein unter Telefon 0157/ 89300665.

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