„AfB” startet Ausbildungsprogramm für Menschen mit Handicap

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
Start frei für die Ausbildung
Start frei für die Ausbildung: David Meures (l.) und Marc Latten (r.) werden in drei Jahren zu den ersten Fachpraktikern für IT-Systemelektronik gehören. Projektleiter Peter Sittig begleitete sie auf ihrem Weg. Foto: Johnen

Kreis Düren. Für junge Menschen mit Behinderung ist es oft nicht leicht, einen Ausbildungsplatz in der freien Wirtschaft zu erhalten. Und ohne Ausbildung sind die Chancen auf einen Arbeitsplatz gering.

„Sie machen den Menschen Mut, in die Ausbildung zu gehen”, gab daher Roland Matzdorf, Abteilungsleiter Arbeit und Qualifizierung im NRW-Arbeitsministerium, den Auszubildenden der gemeinnützigen Gesellschaft „Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung” (AfB) mit auf den Weg.

Der als Integrationsunternehmen anerkannte IT-Dienstleister, der jüngst von Jülich nach Düren umzog, weihte am Montagabend nicht nur seine neuen Räume an der Willi-Bleicher-Straße ein. Die Gesellschaft startete auch offiziell ihr neues Ausbildungsprogramm für Menschen mit Handicap.

Zwölf Azubis, die zuvor in Werkstätten für Menschen mit Behinderung gearbeitet haben, werden im Rahmen des Projekts „Werkstatt-Ausbildung-Beruf” drei Jahre lang zum Fachpraktiker für IT-Systemelektronik ausgebildet, sechs davon in Düren. Eine Übernahme ist garantiert. Die neue Ausbildung wird von der IHK anerkannt, AfB ist das erste Unternehmen in Deutschland, das sie anbietet.

Ausrangierte Hardware

Die Auszubildenden erwerben Kenntnisse von Hard- und Software, Betriebssystemen, Netzwerktechnik und von der täglichen Computerpraxis, berichtete Geschäftsführer Daniel Büchle.

Die Azubis im Alter von 19 bis 33 Jahren lernen den Umgang mit Büro-Software und dem Warenwirtschaftssystem. AfB übernimmt an drei Standorten in NRW ausrangierte IT-Hardware von Unternehmen und inventarisiert, testet und repariert diese Computer, Laptops und Drucker und stellt die Datenlöschung sicher. Die Geräte werden über Lagerverkäufe und online wieder veräußert.

„Dieses Projekt soll nicht nur Mut machen, sondern andere Menschen auf dem Weg in eine integrative Gesellschaft mitnehmen”, urteilte Roland Matzdorf aus dem Ministerium. Er sehe bei vielen Menschen mit Förderbedarf ein „hohes Potenzial” für eine Ausbildung und den Wechsel in den ersten Arbeitsmarkt. „Werkstatt-Ausbildung-Beruf” sei ein wichtiger Schritt, auch wenn der Weg zur integrativen Gesellschaft „noch Jahre dauern kann”.

Von einem „innovativen Projekt” sprach Martina Hoffmann-Badache, Sozialdezernentin des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Es sei Pflicht und Wille zugleich, das Programm zu unterstützen, sagte sie in Richtung AfB-Geschäftsführung. Neben der Beschäftigung eines hohen Anteils schwerbehinderter Mitarbeiter gehe AfB einen Schritt weiter. „Mit der Ausbildung von jungen Menschen, die bisher in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz gefunden haben, gibt AfB ihnen eine berufliche Perspektive außerhalb der Werkstatt”, sagte Hoffmann-Badache.

Der LVR fördert das Projekt „Werkstatt-Ausbildung-Beruf” mit Mitteln der Ausgleichsabgabe, im Rahmen des regionalen Arbeitsmarktprogramms „Aktion5” und aus einem Topf zur Förderung des Übergangs von der Werkstatt auf den ersten Arbeitsmarkt. Für die zwölf Ausbildungsplätze stellt der LVR 240.000 Euro als Investitionskostenzuschuss zur Verfügung. Rund 110.000 Euro kommen als Personalkostenzuschüsse und Einstellprämien hinzu.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert