Ärger um Steuererhöhung für Halter mehrerer Hunde

Von: Sarah Maria Berners
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In der Gemeinde Inden ist die Hundesteuer erhöht worden. Das trifft aber nur die Menschen mit mehr als einem Hund. Symbolfoto: dpa

Inden. „Zwei Hunde kacken nicht für vier.“ Das ist simple Mathematik, und diese Formel ist auch für weniger zahlenaffine Menschen schlüssig. Aufgestellt hat sie Hundehalterin Meike Herzog. Amira und Ayvi heißen ihre Neufundländer. „Seit 20 Jahren zahle ich Steuern für zwei Hunde“, sagt sie. Das hat sie ohne zu murren getan. Bis jetzt.

Denn der Rat der Gemeinde Inden hat die Hundesteuer erhöht. Aber nicht jede. Wer einen Hund hat, zahlt immer noch 78 Euro. Wer zwei Hunde hat, zahlt nun nicht mehr 126 Euro, sondern 150 Euro pro Hund. Das ist so viel wie in Düsseldorf. Auch Menschen mit mehr als zwei Hunden trifft die Erhöhung (von 168 Euro auf 204 Euro pro Hund, in der Landeshauptstadt 180 Euro).

Mehreinnahmen: 4000 Euro. Begründet wurde die Steuererhöhung in den Haushaltsberatungen unter anderem mit den gestiegenen Kosten für das Einsammeln der Kotbeutel, die immer häufiger in der Landschaft landen.

Ein Geschenk vor der Wahl?

Und an dieser Stelle kommt die Mathematik wieder ins Spiel: „Zwei Hunde kacken nicht für vier.“ Meike Herzog findet diese Ungleichbehandlung nicht richtig. Wenn die Steuern schon steigen, dann müsste das auch für alle Hundehalter gelten, findet Meike Herzog. „Warum zahlen wir schon fast das Doppelte für Hund Nummer eins?“, will sie wissen. Sie glaubt, dass die Politik lieber eine Entscheidung treffen wollte, die nicht so viele Menschen treffe. Schließlich stehe eine Wahl an. Sie fürchtet aber auch, dass derartige Steuererhöhungen dafür sorgen, dass manche Menschen ihren Zweithund gar nicht anmelden.

Aber nicht nur die Steuererhöhung ärgert die Indenerin: „An den Wegen in der Gemeinde gibt es viel zu wenige Mülleimer“, betont sie. Also landen viele Beutel in Bäumen und Wiesen. Das sei eine „Schweinerei“, und fehlende Mülleimer würden es keineswegs rechtfertigen, die Beutel aus dem Spender einfach in die Landschaft zu werfen. „Aber da wo Bänke sind und Beutelständer stehen, müsste es auch Mülleimer geben“, fordert die Hundehalterin, die glaubt, dass sich dann mehr Hundehalter an die Spielregeln halten würden.

Genau daran hat Reinhard Marx, CDU-Fraktionsvorsitzender, aber Zweifel. „Die Hunde machen ihr Geschäft ja weder am Beutelspender noch am Mülleimer“, sagt er. So oder so müssten die Leute die Beutel erstmal mitnehmen.

„Wir werden das Thema aber in der nächsten Bauausschusssitzung noch einmal aufgreifen, und Mitarbeiter des Bauhofes werden uns ihre Erfahrungen schildern“, sagt Marx. Die Entscheidung, die Steuern für Menschen mit einem Hund nicht zu erhöhen, begründet er mit einer sozialen Komponente. Der Rat habe berücksichtigt, dass der Ersthund für viele Menschen ein sozialer Anknüpfungspunkt sei und diese Steuer deswegen nicht erhöht.

Außerdem habe neben den Kosten für die Entsorgung die Regulierungsfunktion der Steuer bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. „Die Hundesteuer ist eine Ordnungssteuer“, ordnet Bürgermeister Ulrich Schuster ein. Deren Ziel sei es eben auch, die Zahl der Hunde in einer Gemeinde zu begrenzen. „Bei der Steuer gibt es keine Möglichkeit, zwischen vernünftigen und unvernünftigen Hundehaltern zu unterscheiden“, weiß Schuster. Und die Situation sei immer schwieriger geworden.

Aber was ist mit dem erzieherischen Effekt, wenn nur eine Minderheit mehr zahlen muss? Schuster: Sollte das Problem weiterbestehen, könne die Politik das Thema einbringen und über eine Steuererhöhung auch für den ersten Hund nachdenken. Meike Herzog will nicht darauf warten und die Politik mit einer Unterschriftenliste zum Umlenken bewegen. Lachend sagt sie: „Meine Hunde sind übrigens Heimscheißer.“

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