Krauthausen - 480-Tonnen-Transport ohne Hindernisse

480-Tonnen-Transport ohne Hindernisse

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
10661831.jpg
Auch beim Abbiegen von der L12 in die Ortschaft Berg an der Marienkapelle beweisen die Schwertransport-Experten der Hanauer Spezialfirma ein gutes Auge. Mühelos bekommt der 480-Tonnen-Koloss die Kurve. Foto: Jörg Abels

Krauthausen. Im Schritttempo rollt der mehr als 45 Meter lange und rund 480 Tonnen schwere Schwertransport vom Gelände am Bahnhof Krauthausen in Richtung Landstraße 12. Ein kurzer Stopp noch am Kastanienweg, um die Rurtalbahn Richtung Düren vorbeizulassen. Dann startet der 275 Tonnen schwere Trafo auf die letzte Etappe zu seinem Ziel.

Der Umspannanlage Oberzier des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Es sind die einzigen drei Kilometer, die über Straßen führen. Angeliefert wurde der von Siemens in Nürnberg gefertigte Transformator über die Schiene. Mithilfe von Hydraulik wurde der Trafo am Montagvormittag auf zwei sogenannte Selbstfahrer verladen, jeweils mit zehn Achsen und 160 Rädern ausgestattet und damit besonders wendig.

Das wird schon beim Abbiegen auf die L 12 in Höhe der Rurtalbahnstrecke deutlich. Zwar müssen ein paar Schilder abmontiert werden, mit einmal Rangieren aber kann der Bahnübergang mühelos überquert werden. Nicht einmal die Andreaskreuze müssen weichen.

Gerd Pröpper, der bei Amprion für den Transport verantwortlich ist, lächelt zufrieden. Der Fahrer des Spezialtransporters gibt „Vollgas“. Mit Tempo 25 rollt der Schwertransport in Richtung Niederzier-Berg. „Anfang er 90er Jahre ist es bei einem ähnlichen Transport an der Kapelle einmal richtig eng geworden“, erinnert sich ein Anwohner. Diesmal aber läuft auch an dieser Kreuzung alles glatt. Die Schwertransportexperten der Hanauer Spezialfirma leisten ganze Arbeit und beweisen ein gutes Auge.

Für die Bewohner des kleinen Weilers Berg ist der Transport trotzdem etwas ganz Besonderes, auch wenn in den kommenden Jahren weitere folgen werden. Denn Amprion will die Umspannanlage Oberzier bis 2023 nicht nur in mehreren Etappen für rund 50 Millionen Euro modernisieren, im Zuge der geplanten Stromautobahn „Alegro“ in Richtung Belgien wird der Standort bis 2019 auch noch einmal erweitert und erhält einen Konverter, der Wechselstrom aus dem Höchstspannungsnetz in Gleichstrom für die Erdkabelverbindung umwandelt. „Wir werden noch einige Transporte von Krauthausen aus durchführen“, kündigt Pröpper an.

Der jetzt angelieferte Transformator ersetzt einen älteren, deutlich lauteren. Er wandelt einen Teil des in Oberzier mit einer Spannung von 380 Kilovolt (KV) ankommenden Stroms um, damit er über die 110-KV-Leitungen der RWE-Tochter Westnetz ins lokale Stromnetz zur Versorgung der umliegenden Ortschaften eingespeist werden kann.

Gut eine Stunde nach dem Start am Bahnhof Krauthausen erreicht der Schwertransport am Montagabend die Umspannanlage. Bereits am Dienstag hat der Einbau begonnen. Nach Auskunft von Amprion soll der neue Transformator Mitte September in Betrieb gehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert