427 Indener protestieren gegen die erhöhte Hundesteuer

Von: jan
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Entäuscht von der Entscheidung des Rates: Die Indener Hundebesitzer, die hinter dem Bürgerantrag stecken. Foto: Jansen

Inden. Das Thema Hundesteuer in Inden geht in die nächste Runde. Bekanntlich wurde die Steuer im vergangenen Jahr vor allem für die Halter drastisch erhöht, die mehr als einen Vierbeiner haben. Jetzt regt sich Widerstand.

427 Indener haben einen Bürgerantrag gegen die Erhöhung gestellt. Und weil die Politik den Antrag aus ihrer Sicht vor der Bürgermeisterwahl am 13. September bewusst auf die lange Bank schiebt, sind die Hundehalter sauer.

Das Hundekot-Problem hat der großen Koalition aus CDU und SPD derart gestunken, dass die beiden Fraktionen mit ihrer Stimmmehrheit höhere Steuern beschlossen haben. „Es ist nicht einzusehen, dass die Bauhofmitarbeiter die Tüten mit Hundekot entsorgen müssen“, sagte damals beispielsweise CDU-Mann Reinhard Marx.

Weil genau das aber immer häufiger der Fall gewesen sei und der Gemeinde deswegen höhere Kosten entstanden seien, hat der Rat die Steuererhöhung damals beschlossen. Viele Indener halten die Erhöhung für unfair, sehen das Problem an anderer Stelle. „Es gibt in Inden zu wenig Mülleimer. Und die Spender für die Hundekotbeutel sind viel zu oft leer“, sagte Meike Herzog, eine der Initiatorinnen des Einwohnerantrags gegen die Steuererhöhung.

An der Stelle liegt zwar nicht der Hund, aber zumindest ein Teil des Konfliktes begraben. In seiner Rede damals betonte Marx, dass der von den Haltern eingesammelte Hundekot nicht in die öffentlichen Mülltonnen gehöre, sondern Zuhause entsorgt werden solle, weil den Betriebshofmitarbeitern nicht zuzumuten sei, die Hinterlassenschaften der Hunde aus den Mülleimern zu leeren. „Ich verstehe das Problem nicht. Das geht doch überall anders auch. Man packt einfach einen Müllbeutel in die Tonne. Dann funktioniert die Entsorgung ganz einfach“, sagte Marion Sauer, die ebenfalls hinter den Kulissen am Antrag mitgearbeitet hat.

Nicht einverstanden sind die Hundehalter, die die jüngste Ratssitzung verfolgt haben, auch mit der Gestaltung der Steuer. Wer einen Hund hat, zahlt 78 Euro pro Jahr. Zwei kosten pro Hund 150, bei dreien schlägt jeder Vierbeiner mit 204 Euro zu Buche. „Entweder, man beschließt eine Erhöhung für alle Hundehalter, oder eben für keinen“, schilderte Sauer ihre Sichtweise. Mit dem eigentlichen Problem habe die Steuererhöhung nichts zu tun. „Und das Problem, dass es zu wenige öffentliche Mülleimer gibt, löst sich mit den erhöhten Steuern nicht“, sagte Sauer.

Groß war die Enttäuschung der Antragsteller auch über die Entscheidung des Rates. Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde der Antrag in die Fachausschüsse verwiesen und soll dort erneut diskutiert werden. „Das Thema Hundesteuererhöhung ist vorher in den Ausschüssen hoch und runter diskutiert worden“, sagten Sauer und Herzog mit Blick auf die Entscheidung im vergangenen Jahr.

Bürgermeisterwahl

„Wir wissen doch alle, warum das Thema jetzt aufgeschoben wird: Vor der Bürgermeisterwahl will sich da niemand die Finger schmutzig machen“, sagte Herzog. Verärgert und gleichzeitig gespannt warten die Antragsteller den weiteren Gang ab. Eingegangen war ihr Antrag mit den 427 Unterschriften am 1. Juni. Laut Gemeindeordnung muss eine Entscheidung innerhalb von vier Monaten her. Die nächste turnusmäßige Ratssitzung am 22. Oktober ist dafür allerdings zu spät.

„Das ist der erste Bürgerantrag in Inden seit vielen Jahren. Wir hatten gedacht, dass er zu einem Ergebnis führt. Aber nein. Das Thema wird einfach vertagt. So geht man doch nicht mit dem Bürgerwillen um“, sagten Herzog und Sauer. So kann es passieren, dass der Indener Rat der Hundesteuer halber noch zu einer Sondersitzung zusammenkommen muss.

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