Düren/Jülich - 2000 Jahre gewachsen, in wenigen Minuten ausradiert

2000 Jahre gewachsen, in wenigen Minuten ausradiert

Von: sj
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Marienkirche
Am 16. November 1944 zerstört und wieder aufgebaut: die Dürener Marienkirche. Hier findet unser Forum am Montag statt. Foto: Ingo Latotzki

Düren/Jülich. Die Zeugnisse einer fast 1250-jährigen Stadtgeschichte waren ausradiert: In 21 Minuten verwandelten 474 Flugzeuge der britischen Luftwaffe am Nachmittag des 16. Novembers 1944 die Dürener und die Jülicher Innenstadt in einen Trümmerhaufen.

Zwischen 15.23 und 15.55 Uhr luden die Bomber ihre todbringende Fracht aus. Was die Sprengbomben nicht schafften, erledigte das Feuer. Nahezu zeitgleich versank auch das Jülicher Stadtzentrum in Schutt und Asche. Etwa 3000 Menschen starben in Düren, 1000 in Jülich. Es war die Stunde Null an der Rur, nichts war danach mehr wie vorher.

„Die Stunde Null (vor 70 Jahren)“ – so überschreiben die vier Tageszeitungen in Düren und Jülich eine gemeinsame Veranstaltung, die am kommenden Montag, 10. November, in der Dürener Marienkirche stattfindet. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Auf unterschiedliche Arten soll dieser Abend die verheerenden Luftangriffe beleuchten: mit Talkrunden, einem Film, historischen Fotos und Zeitzeugenberichten. Auch Lehrer und Schüler aus Düren und Jülich, die sich mit Geschichte der beiden Städten auseinandergesetzt haben, kommen zu Wort. Es moderieren Stephan Johnen, Ingo Latotzki und Volker Uerlings.

Zunächst sollen im Gespräch mit den Historikern Dr. Horst Wallraff (Stadt- und Kreisarchiv Düren) und Guido von Büren (Vorsitzender des Jülicher Geschichtsvereins) die Geschehnisse in den Kontext des Kriegswinters 1944/45 eingeordnet werden. Der Kabarettist und Autor Achim Konejung, der sich als Dokumentarfilmer lange Zeit mit der „Schlacht im Hürtgenwald“ auseinandergesetzt hat, zeigt Filmmaterial, das den Bogen zwischen Hürtgenwald, den Luftangriffen vom 16. November und der Rur-Überquerung der Alliierten zeigt.

In einer zweiten Talkrunde werden die Gebrüder Rudi und Heinz Schlusche aus Jülich sowie die Dürenerin Marga Papewalis berichten, wie sie die Zerstörung ihrer Heimat erlebten. Das letzte Wort am Abend gehört der jungen Generation. An der Seite ihrer Lehrer Dr. Achim Jaeger (Stift) und Dirk Neumann (Gymnasium Zitadelle) sprechen sie darüber, wie es gelingen kann, dass lokale Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

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