Themencheck: Wie kann man einen Ausbildungs- oder Studienplatz garantieren?

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Verena Ahlers AZ-Serie
Verena Ahlers fragt: Was wollen Sie tun, damit allen Jugendlichen nach ihrem Schulabschluss ein Ausbildungs- oder Studienplatz garantiert werden kann?

Aachen. Im Themencheck der Schüler vom Pius-Gymnasiums nehmen Aachener Politiker im Vorfeld der Kommunalwahl am 25. Mai Stellung zu aktuellen Problemen. Die neunte Frage kommt von Verena Ahlers (17): Was wollen Sie tun, damit allen Jugendlichen nach ihrem Schulabschluss ein Ausbildungs- oder Studienplatz garantiert werden kann?

Peter Tillmanns, CDU-Ratsherr, schulpolitischer Sprecher:

„Jeder Jugendliche muss eine Ausbildungsmöglichkeit haben. Es gilt, die Vernetzung zwischen Schule und Berufswelt weiter zu vertiefen. In Aachen laufen hierzu gut funktionierende Maßnahmen. Allerdings sieht man auch, dass nicht alle Berufsbilder Azubis finden. Auch berufsvorbereitende Maßnahmen, z.B. über die Jugendberufshilfe, sind extrem wichtig. Jeder ist bei der Entscheidung für einen Beruf mit seinen Stärken und Schwächen ernst zu nehmen.“

Bernd Krott, SPD-Ratsherr, schulpolitischer Sprecher:

„Dazu ist es erforderlich, dass alle einen möglichst guten Schulabschluss erreichen können. Die Potenziale jedes Einzelnen müssen erkannt und früh entwickelt werden. Gut qualifizierte Schülerinnen und Schüler werden angesichts des Fachkräftemangels wahrscheinlich kein Problem haben, einen Ausbildungs- oder Studienplatz und danach einen guten Arbeitsplatz zu erhalten. Für die anderen circa 30 Prozent braucht es Förderangebote, wie das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ und anderer.“

Ulla Griepentrog, Grünen-Ratsfrau, schulpolitische Sprecherin:

„Beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung oder ein erfolgreiches Studium ist ein guter Schulabschluss und eine gute Berufsvorbereitung. Die Landesregierung investiert viel Geld in die Berufswahlorientierung an Schulen und den Ausbau der Hochschulen mit zusätzlichen Studienplätzen. Aktuell gibt es auch keinen Lehrstellenmangel. Die Kommunalpolitik hat hier allerdings nur wenig Einfluss, kann aber bei örtlichen Betrieben für Ausbildungsplätze werben. Eine Garantie kann Ihnen niemand geben.“

Birgit Haveneth, FDP-Sprecherin im Kinder- und Jugendausschuss:

„Eine Garantie kann man dazu nicht geben. Eine individuell fördernde Schulausbildung sollte Jugendliche leistungs- und chancengerecht in die Lage versetzen, ein Studium oder eine betriebliche Ausbildung zu absolvieren. Wir fordern ein umfassendes und weitsichtiges Konzept für die universitäre Ausbildung und sind gegen die Begrenzung der Freiheit der Hochschulen. Die Attraktivität und das Ansehen betrieblicher Ausbildung muss gestärkt werden. Schon heute bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt.“

Ellen Begolli, personalpolitische Sprecherin der Linkspartei:

„Alle Jugendlichen müssen einen Rechtsanspruch auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz haben. Universitäten müssen dementsprechend ausgestattet und Unternehmen zur Ausbildung verpflichtet oder mit einer Umlage belegt werden. Dafür kämpft Die Linke auf Bundesebene. In Aachen muss die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Ausbildungsquote erhöhen. Bei der Vergabe von städtischen Gewerbegrundstücken sind Ausbildungsbetriebe zu bevorzugen.“

Hermann Tücks, FWG:

„Eine solche Garantie für die Stadt Aachen kann niemand abgeben. Wir können nur garantieren, dass unsere Bildungsangebote in der Stadt so sind, dass jeder für einen Ausbildungs- oder Studienplatz die notwendigen Voraussetzungen haben wird. Ob der dann in Aachen, Düren, Köln oder bspw. in Bayern ist, können wir nicht beeinflussen. Dafür sind die Lebenswünsche und –entwürfe zu vielfältig. Wir können z.B. nicht jemandem, der sich für Flugzeugbau interessiert, einen entsprechenden Ausbildungsplatz nach Aachen holen. Dafür muss er oder sie z.B. nach Hamburg oder Toulouse gehen.“

Wiktoria Meissner, UWG:

„Wir brauchen einen Katalog mit zu erfüllenden Qualitätskriterien für alle Schulen in Aachen. Die Umsetzung dieser Qualitätsmerkmale hebt alle Schulen auf ein Niveau zum Wohle der Schüler und Lehrer. Berufsvorbereitung und Studienvorbereitung sollten zum Hauptfach erklärt werden. Ausbildungs- und Studienangebote sollten sich auch am Interesse der Entlassschüler orientieren. Betriebe mit hoher Ausbildungsquote verdienen eine besondere Förderung.“

Julia Merscheid, Piratenpartei:

„Es gibt eigentlich viele Studien- und Ausbildungsplätze, vielleicht aber nicht immer zu deiner ersten Wahl. Im Bereich der Ausbildungsplätze könnte man als Stadt ein Übersichtsportal einrichten, in dem verzeichnet ist, welche Berufe wo in der Städteregion ausgebildet werden. Besonders kleine Firmen und unbekanntere Berufe könnten dadurch gestärkt werden und die Schüler hätten die Möglichkeit, sich abseits der populären Berufe zu informieren.“

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