Schüler fragen, Politiker antworten: Wie kann das Clubsterben verhindert werden?

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Felix Fink (17) und Leonie Soja (17)
Felix Fink (17) und Leonie Soja (17) fragen die Aachener Politiker: Welche Lösungen schlagen Sie vor, um das weitere Club- und Kneipensterben zu verhindern? Foto: Michael Jaspers

Aachen. Im Themencheck der Schüler vom Pius-Gymnasiums nehmen Aachener Politiker im Vorfeld der Kommunalwahl am 25. Mai Stellung zu aktuellen Problemen. Die siebte Frage kommt von Felix Fink (17) und Leonie Soja (17): Welche Lösungen schlagen Sie vor, um das weitere Club- und Kneipensterben zu verhindern?

Es fehlt zudem an Freizeitangeboten für Jugendlichen zwischen 14 und 18 - beispielsweise Grillmöglichkeiten in öffentlichen Parks oder eine Art Jugendkneipe für den Abend. Was wollen Sie in diesem Bereich für Jugendliche in Aachen tun?

Dr. Margrethe Schmeer, CDU-Ratsfrau, Bürgermeisterin und Vorsitzende des Kulturausschusses:

„Wir sind intensiv dabei, neue Örtlichkeiten zu suchen, wo man feiern kann, ohne die Nachbarn zu stören. Spätestens Ende 2015 wird es sicher im Depot Talstraße geeignete Räumlichkeiten geben. Aber schon jetzt bemüht sich die Stadt, dass der Musikbunker weiterhin für Konzerte genutzt werden kann und auch der Jakobshof soll an neuem Standort wieder eröffnet werden.“

Sibylle Reuß, kulturpolitische Sprecherin der SPD:

„Clubs machen ihre verschiedenen Musik- und Tanzveranstaltungen attraktiv. Daneben bieten sie gerade für die freie Kulturszene eine Bühne. Wir wollen den Dialog zwischen den Anwohnern und Betreibern verbessern und Konzepte erarbeiten, die die Interessen aller Beteiligten wahren, dazu wollen wir einen Clubbeauftragten installieren. Den Bereich der Kinder- und Jugendkultur wollen wir im Hinblick auf das Zentrum Barockfabrik neu ordnen, jedoch auch insgesamt neue Impulse (z.B. Jugendkneipe) geben.“

Aida Beslagic, Ratsfrau der Grünen:

„Die örtliche Politik hat keinen direkten Einfluss auf das Clubsterben. Wir setzen uns aber dafür ein, dass der Musikbunker erhalten bleibt und dass neue Lokalitäten aufgebaut werden. In der Innenstadt gibt es das Schülercafé im Aachen-Fenster, in den Bezirken findet vieles in den Jugendeinrichtungen statt, die wir ideell und finanziell unterstützen. Schon jetzt haben wir Grillflächen in neun Parks, verteilt über die ganze Stadt, hinzu kommen Grillhütten im Wald. Gerne greifen wir Vorschläge auf, weitere Grillmöglichkeiten zu schaffen.“

Daniel George, FDP-Ratsherr und wirtschaftspolitischer Sprecher:

„Der Erhalt und die Förderung von Freizeit- und Kulturangeboten für junge Menschen müssen zukünftig stärker in den Focus der Aachener Politik rücken. Auch wenn nicht alle Probleme lokal lösbar sind, sehen wir die Stadtverwaltung in der Verantwortung, hier stärker als Dienstleister aufzutreten und z.B. bei der Suche nach Räumlichkeiten behilflich zu sein. Zudem könnte ein runder Tisch unter Beteiligung der Jugendlichen und Studenten Verbesserungsbedarf erkennen und Lösungsansätze erarbeiten.“

Alban Werner, Die Linke-Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft:

„Clubs und Kneipen, in denen es auch mal laut sein darf, gehören zu Aachen. Die Stadt muss bei der Suche nach geeigneten Immobilien helfen. Für junge Menschen, die meistens nicht viel Geld ausgeben können, muss es kostenlose oder zumindest preiswerte Angebote geben, z.B. Bürgerhäuser, mit Platz für nicht-kommerzielle Angebote. Das Grillen in öffentlichen Parks ist bereits möglich, allerdings nur in bestimmten Bereichen. Das finden wir auch richtig. Nicht jeder Anwohner mag den Grillgeruch.“

Thorsten Rumor, FW:

„Hier existiert ein besonderes, anspruchvolles Betätigungsfeld für Investoren und öffentliche Einrichtungen. Da die kirchlichen Einrichtungen in den letzten 20 Jahren stetig zurückgegangen und in diesem Bereich heute größtenteils gar nicht mehr vorhanden sind, sollte die Stadt überlegen, ein übergreifendes Jugendzentrum zu schaffen. Hier ist vor allem ein Konzept gefragt, welches den unterschiedlichsten Bedürfnissen Rechnung tragen kann. Aufgabenfelder fangen bei der Hausaufgabenbetreuung an, gehen über Ferienorganisationen bis hin zu aktiver selbstverwaltender Jugendarbeit. Hier wird zurzeit überhaupt nichts bewegt, es existiert noch nicht einmal die Einsicht der Notwendigkeit.“

Lasse Mönch, UWG:

„Jungen Menschen sind Freiräume in den Stadtteilen zu geben, um ihre Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten als soziokulturelle Treffpunkte unter eigener Regie selbst zu organisieren. Dies gilt auch für selbstorganisierte Open-Air-Veranstaltungen. Dazu muss die Stadt loslassen und den interessierten jungen Menschen das nötige Vertrauen schenken. Der Musikbunker gehört so wie das AZ zu den absolut schützenswerten Einrichtungen in unserer Stadt!“

Philipp Emmert, Piratenpartei:

„Wir plädieren für ein Jugendparlament, um junge Menschen mehr zu beteiligen. Jugend-Treffs können seitens der Stadt mit kostenfreien Räumen unterstützt werden. Aachen braucht mehr öffentliche Grünflächen, die nicht nur gut aussehen, sondern die man auch zum Grillen, Sport, Chillen benutzen kann. Um das weitere Club- und Kneipensterben zu  verhindern, fordern wir die Einführung eines Nachtbürgermeisters als Vermittler zwischen allen Beteiligten.“

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