Zwei Selbstmorde auf der Strecke bei Düren

Zwei Selbstmorde auf der Strecke bei Düren

Von: wts
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Kreis Düren. Verspätungen und Behinderungen auf der Bahnstrecke bei Düren - am Mittwoch hatten sie einen traurigen Anlass.

Gleich zwei Menschen sprangen vor einem herannahenden Zug auf die Gleise, mit tödlichem Ausgang. Betroffen waren ein Regionalexpress und der Schnellzug Thalys. Die Verspätungen summierten sich auf mehrere Stunden. Sechs Fernzüge wurden umgeleitet.

Der erste Suizid ereignete sich gegen 8.25 Uhr zwischen Langerwehe und Eschweiler in Fahrtrichtung Aachen.

Ein Mann hatte sich vor den Zug geworfen; er war sofort tot. Bis gegen 10 Uhr war die Strecke gesperrt. Die Verspätungen von neun Zügen betrugen zusammen 274 Minuten.

Am Mittwochmittag dann der zweite Zwischenfall: Etwa 300 Meter hinter dem Dürener Bahnhof, ebenfalls Fahrtrichtung Aachen, sprang ein 39-Jähriger aus Jülich in der Nähe des Ausfahrtsignals vor den Thalys, der den Selbstmörder mit hoher Geschwindigkeit erfasste. Der Zug war von Köln in Richtung Paris unterwegs.

Gefährdeter Abschnitt

Nach einer anderthalbstündigen Komplettsperrung konnten die Züge die Unglücksstelle wieder passieren, zunächst nur im Schritttempo. Es kam zu weiteren Verspätungen.

Dass an einem Tag gleich zwei Menschen auf den Gleisen den Tod suchen, ist auch für die Bahn ungewöhnlich. Der Abschnitt bei Düren gilt beim Unternehmen als besonders gefährdet.

Aus bisher nicht vollends geklärter Ursache suchten hier immer wieder Menschen den Freitod, bestätigte Bahn-Sprecher Frank Gassen-Wendler gegenüber unserer Zeitung. Die Strecke zwischen Langerwehe und Düren sowie in die andere Fahrtrichtung sei von solchen traurigen Zwischenfällen immer wieder betroffen.

Für die Lokführer ist der Zusammenstoß mit einem Menschen, der unvermutet vor ihnen auftaucht, ein Schock. Gassen-Wendler: „Unsere Leute werden nach solchen Vorfällen abgeholt und psychologisch betreut.”

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