Zwei Nachwuchsforscher im Forschungszentrum ausgezeichnet

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40 Mal hieß es im Forschungszentrum: Herzlichen Glückwunsch Frau, beziehungsweise Herr Doktor.

Jülich. Armel Ulrich Kemloh Wagoum und Benjamin Stadtmüller sind die neuen Träger des Exzellenzpreises des Forschungszentrums Jülich. Die beiden jungen Wissenschaftler nahmen die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung jetzt entgegen.

„JuDocs 2014 – Karriere made in Jülich“ war die Feierstunde überschrieben, in der weitere 45 Doktoranden verabschiedet wurden. 2013 wurden 894 Doktoranden im Forschungszentrum betreut. „Junge Forscher aus dem In- und Ausland finden in Jülich hervorragende Startbedingungen für ihre Laufbahn vor.

Dazu zählen eine frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit und sehr gute Arbeitsbedingungen ebenso wie verlässliche Karriereperspektiven“, hob Vorstandsvorsitzender Prof. Achim Bachem in seiner Begrüßung hervor. Ausgezeichnet werden junge, international erfolgreiche Forscher, die mit ihren Ideen entscheidende Impulse geben.

Dr. Armel Ulrich Kemloh Wagoum befasste sich in seiner Doktorarbeit am Jülich Supercomputing Centre (JSC) damit, wie menschliches Navigationsverhalten in Fußgängerströmen im Computer simuliert werden kann. Gegenwärtig arbeitet der junge Wissenschaftler mit Wurzeln in Kamerun am JSC im Bereich „Civil Security and Traffic“ und knüpft dort an seine Forschungen an. Kemloh entwickelt eine für Fußgängersimulationen geeignete Parallelisierungsstrategie.

Bis Oktober 2013 arbeitete Dr. Benjamin Stadtmüller, der zweite Preisträger, in der Arbeitsgruppe von Prof. Christian Kumpf am Peter Grünberg Institut des Forschungszentrums Jülich. Seit Januar gehört er zur Gruppe von Prof. Martin Aeschlimann an der TU Kaiserslautern, deren Schwerpunkt die Oberflächenphysik ist.

Im Zentrum seiner Arbeit stand die grundlagenorientierte Untersuchung von physikalischen Prozessen und Materialien, wie sie in organischen elektronischen Bauelementen vorkommen. Diese Elemente sind bereits im Einsatz, zum Beispiel in der Photovoltaik oder in Leuchtdioden. Die herausragende Leistung von Benjamin Stadtmüller besteht darin, dass er zwei Molekülsorten gleichzeitig auf Silber aufdampfte und mit einer großen Zahl an experimentellen Methoden untersuchte.

In einer Talkrunde mit Moderator Armin Himmelrath gaben Prof. Silke Biermann und Dr. Markus Boner, einst Doktoranden am Forschungszentrum, Einblicke in unterschiedliche „Karrieren made in Jülich“. Physikerin Biermann, früher Doktorandin am ehemaligen Institut für Festkörperforschung, berichtete über ihre Arbeit an der renommierten École Polytechnique Paris. Das Forschungszentrum hat Biermann als „Ort großer wissenschaftlicher Freiheit“ erlebt. „Ein wichtiger Punkt ist, mit der Begeisterung auch Verantwortung für die eigene wissenschaftliche Themenwahl und Arbeit zu übernehmen“, so ihr Rat.

Dr. Markus Boner blieb in Jülich – aber nicht im Forschungszentrum. Der ehemalige Doktorand ist heute Geschäftsführer von Agroisolab, eine Ausgründung aus dem Forschungszentrum. Das weltweit erfolgreiche Unternehmen bietet Isotopenanalysen zur Qualitätskontrolle an. Anhand seines natürlichen „Fingerabdrucks“ kann die Herkunft eines Produktes bestimmt und so Etikettenschwindel aufgedeckt werden.

Boner, studierter Lebensmittelchemiker, schilderte, wie er den Wechsel aus dem Forschungszentrum in die freie Wirtschaft gestaltete: „Als Unternehmer muss man länger, stärker ziel- und kundenorientiert arbeiten. Der unternehmerische Erfolg befriedigt jedoch ungemein.“

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