Zwei Musiker aus Hambach mit auf Chinareise

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Hambach. Das Landesblasorchester NRW (LBO NRW) war unlängst auf Konzerttournee in China. Sieben Städte rund um Shanghai und Peking waren Stationen in den zehn Tagen im Reich der Mitte. Taktgeber waren drei Begegnungskonzerte, mit einem in China als Vorzeigeorchester geltenden Schulorchester, mit dem Blasorchester der Universität Shanghai und einem Gastdirigat des Leiters der chinesischen Militärmusik in Peking.

Dirigent Renold Quade (Musikschule Düren) besuchte zudem noch ein Orchester in Dürens Partnerstadt Jinchuan und hatte die Gelegenheit zur Probe mit einem Militärorchester.

Dem LBO NRW gehören auch Reinhold Graf und Klaus Schmidt von der Bläservielharmonie Hambach an. Auch für sie war es eine zwar anstrengende, aber erlebnisreiche Tour. Klaus Schmidt reiste erstmals durch China, für Reinhold Graf war es nach 2002 die zweite Tour mit dem LBO. Beiden fiel auf: „China baut, an jeder Ecke, in jeder Landschaft, neue Autobahnen durch Mittelgebirgslandschaften, kilometerlang Tunnel an Tunnel, neue Schienenwege, in den sumpfigen und wasserreichen Ebenen komplett aufgeständert, um in fünf Stunden mit dem Zug von Shanghai nach Peking zu gelangen – immerhin etwa 1200 Kilometer.“

Der Wohnungsbau erfolge in Hochhäuserkomplexen, hinter denen die Frankfurter Skyline verschwinden würde. Der Verkehr beeindruckt, doch Reinhold Graf hat festgestellt: „Es gibt weniger Fahrradfahrer und die auffällig überladenen Mopeds von vor zwölf Jahren fehlen fast vollständig. Dafür gibt es mehr Autos und Kleinlastwagen. Die Menschen sind freundlich, offen und direkt geblieben.“

In der trotz aller Konzertterminen noch reichlich vorhandenen Zeit für private Erkundungsspaziergänge ergab sich tatsächlich das eine oder andere freundliche Gespräch aus Mimik, Gebärden und Englisch, überwiegend in der entspannten Atmosphäre einiger Stadtparks.

Land der Gegensätze

Auf den täglichen Busfahrten – die längste dauerte sechs Stunden – zu den sechs Konzertstationen im südlichen Großraum Shanghai frappierten die Unterschiede zwischen den ländlichen Gebieten mit häufig sehr einfachen Gebäuden und Straßen in renovierungsbedürftigen Zustand sowie den neuen, mit Marmor- und Glasfassaden gespickten Stadtquartieren. Die Konzertsäle, in denen das Orchester auftrat, waren überwiegend neu und hatten nahezu die Größe der Kölner Philharmonie.

Häufig war das LBO NRW das erste Orchester, das mit einem Neujahrskonzertprogamm Wiener Prägung für das chinesische Publikum konzertierte. Dabei wurde es von einer exzellenten Moderation in offensichtlich perfektem Chinesisch der deutschen Reiseleitung unterstützt. Ein i-Tüpfelchen setzte das gut 70-köpfige Orchester im Zusammenspiel mit der Sopranistin Sabine Ludwig, die mit Operetten- und Musicalmelodien und vor allem mit einem in Chinesisch gesungenen Volkslied den Weg zum Publikum noch weiter öffnete. Musik verbindet – das war wie bereits 2002 für Reinhold Graf und nun auch für Klaus Schmidt spürbar.

Für das Orchester und den Dirigenten Renold Quade, die fünf Tagen hintereinander auftraten, war die sich in jedem Konzert kontinuierlich entwickelnde Begeisterung des chinesischen Publikums eine Riesenbelohnung für ein breitgefächertes Programm, in dem auch Chick Koreas „Spain“ mit kleinen Jazzsoli Platz hatte. Auch im letzten Konzert im Konzertsaal der chinesischen Volksarmee in Peking sprang der Funke von Dirigent, Orchester und Sängerin auf das Publikum über. Geradezu enthusiastisch wurde das Gastdirigat von den Chinesen gefeiert.

Der letzte Tag war dem Sightseeing gewidmet. Reinhold Graf und Klaus Schmidt spazierten mit ihren Orchesterkollegen über die chinesische Mauer – was wegen der unregelmäßigen Stufen und der Höhenunterschiede eher den Charakter einer kleinen Bergwanderung hatte – und besuchten die verbotene Stadt sowie den Kaiserpalast, bevor sie nach einer insgesamt fast 23-stündigen Rückreise wieder in Jülich und Hambach auf das neue Jahr anstoßen durften.

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