Zwei Heilige machen Station in Overbach

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
5958069.jpg
Pater Esser hält im Kloster Overbach die Monstranz mit der Doppelreliquie in Händen. Foto: Jagodzinska

Barmen. Auf ihrer Reise von Annecy/Frankreich durch Deutschland haben die Gebeine der Heiligen Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal Station in der Klosterkirche Overbach gemacht.

Die Begegnung mit den beiden in geistlicher Freundschaft verbundenen Heiligen stand unter dem Motto „Ein Heiliger, der traurig ist, ist ein trauriger Heiliger“ nach den Worten Franz von Sales. „Normalerweise ist es so, dass Menschen zu (Wallfahrts-) Orten reisen, heute sind die Reliquien aus Annecy zu uns gereist“, betonte Pater Konrad Eßer (OSFS) den ungewöhnlichen Anlass in der Feier der Vesper (liturgisches Abendgebet).

Gegenbesuch

Für einige der anwesenden Gläubigen, die schon oft auf ihren Pilgerreisen das Heimsuchungskloster oberhalb des Sees von Annecy besucht haben, wo die Gebeine der beiden Heiligen beheimatet sind, handelte es sich indes um einen Gegenbesuch. Die versammelten Gläubigen in Overbach, darunter eine Abordnung aus dem Säkularinstitut des heiligen Franz von Sales, sangen Hymnen und Psalmen aus dem Gebet- und Gesangbuch der Oblaten des hl. Franz von Sales. Zudem stimmten sie das Lied „Johanna Franziska, du Frau großer Kraft“ nach der Melodie von „Maria, dich lieben“ an und beteten das Vaterunser.

Anstelle einer Predigt verlas Pater Esser die „Kugelvision“ von Vinzenz von Paul, die die Beziehung der beiden Heiligen im Doppelreliquiar etwas verdeutlicht.

Vinzenz von Paul (1581 - 1660), selbst 1737 heiliggesprochen, „würde eher sterben als lügen“, so bürgte er für die Wahrheit dieser Vision: Als er unmittelbar nach dem Tode der heiligen Johanna Franziska von Chantal auf die Knie sank und für sie betete, erschien ihm eine kleine Feuerkugel, die sich von der Erde erhob und sich mit einer zweiten, größeren und strahlenderen, weiter oben befindlichen Kugel zu verbinden. Die nun zu einer Kugel Vereinten stiegen weiter oben auf eine unendlich größere Kugel und gingen in ihr auf. „Innerlich wurde Vinzenz von Paul mitgeteilt, dass die erste Kugel die Seele unserer verehrten Mutter (Johanna Franziska von Chantal) war, die zweite jene unseres seligen Vaters (Franz von Sales) und die andere das Göttliche Wesen“.

Die Kugelvision ist Thema des Glasfensters in der Basilika des Heimsuchungsklosters von Annecy. Es ist das erste Kloster der Ordens von der Heimsuchung Mariens (OVM), dessen Mitglieder im deutschsprachigen Raum auch unter dem Namen Salesianerinnen oder Visitantinnen bekannt sind. Der Orden wurde 1610 von Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal gegründet. In Annecy lebte Franz als Bischof.

Die Oblaten des hl. Franz von Sales (OSFS) wurden 1872 vom französischen Priester Louis Brisson auf Anregung von Maria Salesia Chappuis, einer Schwester der Ordensgemeinschaft der Heimsuchung Mariens, gegründet.

Schutzpatron

Nach der Vesper und der heiligen Messe am Abend verehrten in Barmen die Gläubigen die Doppelreliquie in Form kleiner Knochensplitter im Mittelpunkt der kreuzförmigen Monstranz. Erwähnenswert ist, dass der heilige Franz von Sales Schutzpatron der Gehörlosen, der Journalisten und Schriftsteller. Johanna Franziska von Chantal wird heute als Schutzpatronin für eine glückliche Geburt angerufen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert