Zwei Frauen aus dem Kreis erhalten Preis für Zivilcourage

Von: Franz Sistemich
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Birgit Ermes aus Düren (links) und Brunhild Pieper aus Aldenhoven wurden für ihr beherztes Handeln von Landrat Wolfgang Spelthahn mit dem Bürgerpreis für Zivilcourage ausgezeichnet. Foto: Sistemich
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Kurz vor der Kreuzung Schillingsstraße/Valencienner Straße in Gürzenich verhinderten Birgit Ermes und ihr Mann Ralf durch ihr couragiertes Eingreifen, dass ein Mann zu Tode geprügelt Foto: Franz Sistemich

Kreis Düren. Dank des umsichtigen Handelns von Brunhild Pieper aus Aldenhoven gelang es der Polizei, eine Betrügerin aus Düsseldorf festzunehmen. Und weil eine 47-jährige Frau, unterstützt von ihrem Ehemann, am 7. Februar 2016 beherzt eingriff, überlebte ein Mann auf der Schillingsstraße in Gürzenich schwer verletzt eine Prügelattacke.

Landrat Wolfgang Spelthahn betonte am Samstagvormittag: „Weil Frau Ermes und ihr Mann couragiert gehandelt haben, konnte das Leben dieses Mannes gerettet werden.“

Im Seminarraum der Kreispolizeibehörde zeichnete Spelthahn die Dürenerin Birgit Ermes und Brunhild Pieper aus Aldenhoven mit dem Bürgerpreis für Zivilcourage aus. Der Christdemokrat bedankte sich in seiner Ansprache bei diesen „beiden Heldinnen des Alltags“ für ihr überdurchschnittliches Engagement, mit dem sie eine Vorbildfunktion einnähmen.

„Mit dieser Verleihung verbinden wir auch die Hoffnung, dass möglichst viele Mitmenschen ihnen als Vorbild folgen. Leider haben immer mehr Menschen Angst, Verantwortung zu übernehmen. Sie schauen lieber weg und wollen ihre Ruhe haben, Schön, dass die beiden Preisträgerinnen keine Ruhe haben wollten.“

Birgit Ermes und ihr Mann Ralf schritten ein, als sie sahen, wie Landrat Wolfgang Spelthahn erinnerte, als auf der Schillingsstraße in Gürzenich ein 45-jähriger Mann ohne Gegenwehr brutal zusammengeschlagen und getreten wurde. Das Ehepaar forderte den Schläger, der von einer das Geschehen unbeteiligt betrachtenden Frau begleitet wurde, mehrfach auf, nicht länger auf das Opfer einzuschlagen und zu treten. Dies gelang. Das Duo versuchte zu flüchten.

Und während Ralf Ermes die Polizei alarmierte, bei dem Opfer blieb und sich um den Mann kümmerte, hielt Birgit Ermes nach kurzer Verfolgung die Frau auf, die etliche Meter hinter dem Täter ging. Die Trägerin des Bürgerpreises forderte die Personalien von der Frau, bekam sie auch. Der Polizei gelang es auch deshalb, den Täter, der mittlerweile verschwunden war, zu ermitteln.

Und wegen des beherzten Eingreifens und der schnellen Alarmierung von Polizei und Rettungsdienst konnte der 45-Jährige gerettet werden: Rippen waren wegen der Schläge und Tritte in die Lunge eingedrungen.

Für Gerechtigkeit eingesetzt

Als nicht außergewöhnlich empfindet Birgit Ermes ihre Handlungsweise an eben jenem Karnevalstag: „Man darf einfach nicht wegschauen, wenn ein Mensch mit Worten gedemütigt oder wenn ihm Gewalt angetan wird.“ Schon als Kind sei sie ein Mensch gewesen, der sich immer für Gerechtigkeit eingesetzt habe. Sei es, als sie sich im vierten Schuljahr für zwei kleinere Mädchen vehement einsetzte, deren Räder von größeren Kindern beschädigt worden waren, oder als ein Junge immer wieder von Mädchen gemobbt wurde und sie sich auf seine Seite stellte.

„Helfen muss selbstverständlich sein“, sagte Birgit Ermes im Gespräch mit unserer Zeitung und betonte auch in einer kurzen Rede während der Preisverleihung: „Ich würde jederzeit wieder so handeln, wenn es die Situation erfordert.“ Es sei ein schönes Gefühl, für einen anderen Menschen ein Schutzengel gewesen zu sein, weil man zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

Birgit Ermes appellierte aber auch an ihre Mitmenschen, nicht wegzuschauen, sondern zu helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten: „Ich und jeder andere wäre dankbar und froh, wenn er in einer Notsituation die gleiche Hilfe erfahren würde.“ Die Dürenerin betonte aber auch, dass jeder so handeln solle, dass er sich aber nicht selbst in Gefahr bringe: „Man darf sich nicht unüberlegt in eine Situation begeben. Aber nichts desto trotz gibt es diese Situationen, in denen man mutig sein und auf jeden Fall handeln soll.“

Dies unterstrich auch der Landrat: „Der Staat kann nicht erwarten, dass der Bürger sich in Gefahr bringt, deshalb ist ihr Handeln vorbildlich, weil sie so gehandelt haben, wie es die Situation erforderte.“

„Einfach unakzeptabel“

Und Birgt Ermes hat auch deshalb so gehandelt, weil sie auch ihrem Sohn ein Vorbild sein will: „Ich möchte ihm auf dem Weg des Erwachsenwerdens mit auf den Weg geben, dass jede Form von Grenzüberschreitung und Gewalt einfach unakzeptabel ist.“

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