Bourheim - Zwei Alemannia-Teams lassen Traditionen wieder aufleben

Zwei Alemannia-Teams lassen Traditionen wieder aufleben

Von: hfs.
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Bourheim. Dass am Ende die Traditionsmannschaft von Alemannia Aachen gegen die Namenscousine aus Bourheim mit 4:2 die Oberhand behielt, war im Grunde genommen nebensächlich. Denn viele der gut 100 Zuschauer waren gekommen, um die „alten“ Recken bei ihren Kabinettstückchen zu beobachten. Sozusagen Fußball aus dem Stand mit anschließendem Zuckerpass.

Davon wurde ihnen im Verlauf der 70-minütigen Spielzeit reichlich geboten. Auch mit Applaus wurde auf dem Sportplatz nicht gegeizt. „Wir haben uns geeinigt: Bei diesen Temperaturen lassen wir unsere Jungs nur zweimal 35 Minuten laufen. Das reicht“, meinte Peter Pfeiffer, sportlicher Leiter der Alemannia, traf damit auf vollstes Verständnis von Olaf Becker, dem Obmann der anderen Alemannia aus Bourheim, die das Einlagespiel anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens organisiert hatte.

Dass bei hochsommerlichen Temperaturen noch gut 100 Zuschauer den Weg zum Sportplatz gefunden hatten, entschädigte für den Aufwand, den der Jubelverein betreiben musste, denn schließlich mussten die Fans auch noch verpflegt werden. Dafür stand ein reibungsloser Service bereit, auch für die Spieler, von denen die Gast-Alemannia 17 aufbot.

„Wir spielen rund 40 Mal im Jahr, von Anfang März bis Ende November sind wir sozusagen auf Tour.“ Mit 77 Jahren ist Jupp Martinelli der Oldie im Dress der Kartoffelkäfer. Er saß auf der Bank, nicht verletzt. „Nein, ich habe mein letztes Spiel im letzten Jahr im September gemacht. Trotzdem bin ich aber noch immer dabei.“ Zustimmendes Nicken von Peter Pfeiffer, der beim Plaussch mit Jupp die Spielzüge seiner Truppe nicht aus den Augen lässt.

Martinelli lässt es trotzdem an diesem Samstag Nachmittag sportlich angehen. Zwar ist er mit dem Auto von Aachen angereist. „Aber wir sind bis nach Jülich zum Brückenkopf-Park gefahren, dort aufs Fahrrad umgestiegen.“ Mit seiner Frau genießt er die Umgebung, kennt Jülich so gut wie seine Westentasche. „Dort hat doch der Theo gespielt, seit mehr als 25 Jahren gehört er aber zu uns.“ Gemeint ist Theo Fabry – „der ist kein echter Öcher“ – zu „Zehner“-Zeiten eisenharter Verteidiger, maßgeblich am Gewinn der Deutschen Amateurmeisterschaften beteiligt.

„Und der da“, zeigt Martineli auf Gustl Brammertz – „der ist auch kein echter, der kommt von der Westwacht, war dort Spieler und Trainer“. Und der bedient in diesem Moment gerade Edin Hadzic per Zuckerflanke, der fackelt nicht lange und es steht 1:0 für die Alemannia.

Nachdem die nur wenige Minuten später durch Thorsten Schmitz, den aktuellen Trainer bei Rhenania Lohn, auf 2:0 erhöht hat, pfeift Schiedsrichter Johannes Derksen zur Halbzeit.

Bourheims Obmann Becker hat indes keinen Grund, seine Jungs zu tadeln, denn die hatten mit dem einen oder anderen Spielzug auch die Aachener Abwehr in Verlegenheit gebracht. Lars Niese, Jürgen Mantik sowie Edin Durakovic hätten verkürzen können, doch Mark Knisch im Aachener Tor zeigte immer wieder sein bis heute konserviertes Können.

„Die Jüngsten bei uns sind heute an die 50 Jahre, viele davon haben bei mir in der Jugend gespielt.“ Das war zwischen 1980 und 1988, als Jupp Martinelli für Alemannias A-Jugend verantwortlicht zeichnete. Ja, ja, die guten Alemannia-Zeiten werden wieder lebendig. Wo ist eigentlich Günter Delzepich? Der ist verletzt, kuriert eine Zerrung aus, ebenso der Rurdorfer Trainer Hajo Meuser, der nur an der Bande stehen kann, gerne mitgespielt hätte. Haben die Alten im schwarz-gelben Trikot noch Kontakt zum Hauptverein? „Nein“, sagt entschieden Jupp Martinelli fügt hinzu, „dass dies aber nicht an uns liegt. Auf der anderen Seite haben die zurzeit andere Probleme, als sich um uns Alte zu kümmern.“

Derweil hat Edin Hadzic per Foulelfmeter auf 3:0 erhöht, Lars Niese zwar den Anschlustreffer erzielen können, doch Michael Schwill stellt direkt mit seinem 4:1 den alten Abstand wieder her. Und als Guido Olbertz dann auf 2:4 verkürzt, wird fleißig applaudiert. Es passiert nichts mehr, denn mit dem Abpfiff schickt Derksen die Jungs in die Kabine. Beziehungsweise an den Bierwagen, wo dann die Bourheimer Alemannia mit zum Beispiel Dirk Ruhrig, Markus Offermanns, Thomas Hilgers, Michael und Andi Leimbach oder Jürgen Mantik mit Spielern der Namenscousine aus Aachen sich ein kühles Blodes gönnen.

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