Zuwachs an Partnerschaften steht obenan

Von: ptj
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Nigerianische Gäste im Kreis ihrer Unterstützer: Rechtsanwalt Charles Iroegbu und „Sister Joy“, in der Mitte sitzt Dr. Peter Jöcken. Foto: Jagodzinska

Selgersdorf. Der verstorbene nigerianische Geistliche und Wissenschaftler Pater Pantaleon und die nach ihm benannte „Father Prof. Pantaleon Iroegbu Foundation“ in Umunumo/Mbano in Nigeria ist den meisten Menschen im Jülicher Land ein Begriff.

Die 2007 eingetragene, gemeinnützige Stiftung leistet unter dem spirituellen Motto „All from God, in God and for God“ humanitäre und spirituelle Entwicklungshilfe und unterstützt den Bildungssektor. Seit des Paters Tod im Jahre 2006 kümmert sich dessen Bruder, der Rechtsanwalt Charles Iroegbu, vor allem um die rechtliche Seite der Stiftung.

In Begleitung von Schwester Joy aus dem Orden „Daughters of the merciful-heart of Jesus“ (Töchter des gnadenvollen Herzens Jesu), die im „Community Health Centre“ der Stiftung als Krankenschwester und Hebamme arbeitet, stattete er Dr. Peter Jöcken und der pfarrlichen Weggemeinschaft Jülich-Südwest einen einwöchigen Besuch ab.

Innerhalb Jöckens Gemeinden hatten sich vor vielen Jahren der „Freundeskreis Nigeria“, die „Missionsgruppe Selgersdorf/Krauthausen“ und nicht zuletzt die „Father Peter Foundation“ zugunsten der Schülerförderung in Umunumo formiert. Im Rahmen eines Treffens im Selgersdorfer Pfarrhaus begegneten Iroegbu und Schwester Joy den Paten nigerianischer Kinder, informierten über Erfolge der Unterstützungsaktionen und planten konkrete Hilfen.

Dank großzügiger Spenden und Patenschaften aus dem Jülicher Land ist vieles erreicht. Beispiele sind neben der Schülerförderung eine entscheidende Verbesserung der Hygiene, die Einrichtung einer Apotheke, die Versorgung der oft mittellosen Patienten mit Medikamenten, die Bezahlung eines Arztes und zweier Krankenschwestern. Dennoch gibt es kein fließendes Wasser, nur drei Stunden Strom am Tag dank eines Generators, immer noch können viele Kinder nicht zur Schule gehen.

Nicht zuletzt ist der Vandalismus ein großes Problem. „Ein Fass ohne Boden, und wir versuchen es trotzdem.“ Mit diesen Worten resümierte der Pfarrer seine Schilderungen und die seiner beiden Englisch sprechenden Gäste. Was brauchen sie am dringendsten in Umunumo?

Iroegbu sprach von E-Bikes, mit denen leichter größere Distanzen auf schlechten Straßenverhältnissen zurückgelegt werden können, und natürlich von Mitteln, zum Beispiel für den Anbau eines Zimmers in der Krankenstation, um mehr Patienten behandeln zu können. Die Missionsgruppe erwähnte einen Kühlschrank im Health Centre oder Babybetten für Neugeborene.

Von einer Waschmaschine war gar nicht die Rede. Wäsche mit der Hand zu waschen, scheint für die Menschen in Umunumo selbstverständlich. „Das ist eine ganze andere Welt. Die Leute hier haben kein Verständnis dafür“, sagte Jöcken. Auf die Frage, ob sie über eine Internetseite zur besseren Information über Fortschritt und Bedarf verfügten, hieße es: „Wir hatten eine“, so Charles Iroegbu, „aber die Pflege ist zu teuer.“

Gesucht werden in jedem Fall mehr Patenschaften, vor allem die „großen“, die 300 Euro im Jahr kosten und Schulkleidung und Krankenversicherung beinhalten. Die Schulkleidung halte im Übrigen nur rund eineinhalb Jahre – ein haltbareres Material kann sich die arme Bevölkerung nicht leisten. „It‘s good to pray“ (Es ist gut zu beten), betonte Charles Iroegbu abschließend.

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