„Zum Teufel!“: Auch der liebe Gott spielt mit

Von: DANIELA MARTINAK
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Paulsen stellt sein Buch vor

Jülich. Ein junger Mann kommt bei einem Autounfall ums Leben. Er fliegt durch den besagten Tunnel und kommt auch an. Irgendwo. Im Himmel. So beginnt die Kurzgeschichte „Zum Teufel“ von Dirk Paulsen. Der Jülicher Autor bekommt sofort leuchtende Augen, wenn er an den Moment der Enstehung dieser Geschichte zurückdenkt.

 „In dieser Erzählung schreibe ich über das Wissen, was der Menschheit hätte verborgen bleiben sollen“, erklärt er. Der junge Mann begegnet nämlich nicht nur dem Engel Zechiel, der in der Himmelsverwaltung tätig ist, sondern auch Luzifer. Und der liebe Gott spielt natürlich auch mit.

Paulsen, der in Düsseldorf geboren wurde, hat nach eigenen Angaben schon immer viel Phantasie gehabt. „Ich habe als Schüler mit dem Schreiben begonnen. Manchmal ist mir die Phantasie aber auch zum Verhängnis geworden – Während der Mathearbeit mitten im Unterricht oder auf dem Weg nach Hause musste ich plötzlich innehalten und mir kam eine Idee nach der anderen.“

Sammlung von Erzählungen

Im Jahr 2009 ist sein erstes Buch erschienen: Das Kinderbuch „Tipsi und Fips“. Zwei Jahre später veröffentlicht er seinen ersten Roman „Mörderisches Glück“. Kurz darauf kommt das erste Buch mit Kurzgeschichten und Erzählungen heraus.

Mit „Baff!“ schlägt der 53-Jährige den Weg seines Idols ein. „Roald Dahl hat mich schon immer fasziniert. Dieser Autor hat mich inspiriert und seine Geschichten haben mir sehr viel gegeben.“ Jetzt soll auch das Buch „Zum Teufel!“ als Druck erscheinen. Paulsen: „Es ist die zweite, deutlich umfangreichere Sammlung von Erzählungen und Kurzgeschichten.“

Erst nur als E-Book erhältlich, soll es ab sofort auch als Druckwerk zu erwerben sein. Enthalten: Teilweise sozialkritische Geschichten, wie etwa „Die Tasse“, in der der Jülicher über die erschreckende Anonymität in Wohnsilos schreibt, teilweise phantastisch, wie die Geschichte „Schlachthof“, wo es um die Urangst der Menschheit vor Werwölfen geht.

Und manchmal ist auch ein erhobener Zeigefinger dabei. Denn, so der Autor: „Ich klage auch an. Meiner Einstellung zu gewissen Dingen bleibe ich treu“. Oft handeln die Texte von Themen, vor denen niemand die Augen verschließen sollte, wie etwa von der grausamen Tötung von Tieren. Auf der anderen Seite wird Paulsens ganz persönliche Botschaft klar: „Ich bin der Meinung, würden wir alle hin und wieder die ein oder andere gute Tat tun, wäre die Welt ein Paradies.“ Solche Aussagen treiben ihn an.

Deutlich macht das auch eine weitere Kurzgeschichte, die in dem Buch zu lesen ist.

Zum Nachdenken anregen

In „Mobiler Terror“ geht es um drei Jugendliche, die die Notrufzentrale der Feuerwehr mit Anrufen terrorisieren, bis tatsächlich etwas passiert und sie Hilfe benötigen. „Es soll eine Homage an die freiwillige Feuerwehr sein“, betont der Jülicher.

In den vergangenen Monaten habe er beinahe jeden Tag an dem Buch gearbeitet. Letztendlich sei es genauso geworden, wie er es sich auch vorgestellt hat.

Paulsen: „Ich habe viele Geschichten mehrmals überarbeiten müssen.“ Die Storys sollen „metaphysisch und visionär fesseln“. Themen wie die Probleme moderner Jugendlicher oder Nahtoderfahrungen haben Paulsen nicht nur inspiriert, sondern auch innehalten lassen: „Es sind Themen, die jeden etwas angehen.“ Die Ideen, die den Leser aus den Geschichten anspringen, sollen mehr als nur zum Nachdenken anregen. Jetzt sei aber erst mal Schluss mit Kurzgeschichten.

Nicht etwa, weil dem Jülicher die Ideen ausgehen, sondern weil „jeder der es nicht begriffen hat jetzt einfach erst mal etwas anderes lesen sollte.“ Er hätte aber noch einiges zu sagen und so manche Geschichte in petto.

„Ich muss mich auf Teufel komm raus bekannt machen. Ich möchte mit dem, was ich schreibe, eine Botschaft vermitteln, die eigentlich für jeden verständlich ist, der meine Bücher liest. Meiner Linie bleibe ich treu, ich verbiege mich nicht, und meine Seele verkaufe ich auch nicht.“

Momentan arbeite er schon wieder an einem neuen Werk. Ein Jugendbuch, mehr wird nicht verraten. Schließlich gibt es mit „Zum Teufel!“ erst einmal genügend Lesestoff. Geschichten, die jeden etwas angehen. Und das Zitat von Wilhelm Busch hätte als Unterzeile von „Zum Teufel!“ wohl nicht treffender gewählt werden können: „Aber hier, wie überhaupt kommt es anders, als man glaubt.“

Das Buch mit 14 Erzählungen und Kurzgeschichten ist als E-Book bei einem bekannten Internet-Versandhaus zu erwerben oder kann über die Webseite des Autoren unter www.buchstabenkino.de bestellt werden. Weihnachten kann also kommen.

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