Zukunftsvision vom "Inklusiven Hotel" in Linnich

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Machen sich gemeinsam stark für ein inklusives Hotelprojekt in Linnich: Bürgermeister Wolfgang Witkopp (v.l.), Sabine Stephan, Geschäftsführerin der Rurtalwerkstätten, Martin Bünk, Vorsitzender im Verbund der Embrace Hotels, und Wolfgang Prümm, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Foto: Mengel-Driefert

Linnich. Ein Hotel verspricht Gäste und Arbeitsplätze. Das ist nicht ungewöhnlich. Herausragend ist jedoch ein Hotelprojekt in Linnich für Menschen mit und ohne Handicap. Eine entsprechende Zukunftsvision wurde unlängst im Rathaus entwickelt, nun geht es an die ersten Planungen.

Ein integratives Hotel passe gut in das Konzept der Stadt, sagt Bürgermeister Wolfgang Witkopp und verweist auf die bestehende Infrastruktur mit ansässiger Förderschule, dem Seniorenpflegeheim und integrativem Kindergarten. Das angedachte Hotel werde in zweierlei Hinsicht besonders sein. Zum einen biete es Menschen mit Handicap einen angenehmen Aufenthalt in Linnich, zum anderen sollen Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz finden.

Damit nicht genug: Es ist vorstellbar, diesen Arbeitnehmern ein betreutes Wohnen am Ort in einem benachbarten Neubau zu ermöglichen. So ist es gedacht, so sieht die Vision aus, die die Stadt Linnich gemeinsam mit Martin Bünk, Geschäftsbereichsleiter Hotellerie der Kirchner-Gruppe und Vorsitzender im Verbund der Embrace Hotels, Sabine Stephan, Geschäftsführerin der Rurtalwerk-stätten, und Wolfgang Prümm, Geschäftsführer der Lebenshilfe, entwickelt haben. Wird die Idee umgesetzt, nimmt das inklusive Hotel in Linnich ein Alleinstellungsmerkmal in der Region ein.

Von Standort überzeugt

Martin Bünk arbeitet seit zwölf Jahren in dem Bereich der inklusiven Hotellerie und ist der Überzeugung, dass Linnich, auch in Kombination mit den touristischen Zielen, ein guter Standort ist.

Sabine Stephan ist froh über die tolle Idee, wie sie sagt. Derzeit seien rund 900 Menschen mit Handicap bei den Rurtalwerkstätten beschäftigt. Jedoch: „Im Nordkreis sind wir noch nicht präsent. So schließt sich der Kreis, und wir freuen uns, dass wir uns demnächst hier aufstellen zu können“.

Dimensionierung ist noch unklar

In welcher Größe das Projekt angelegt wird, wie viele Betten das Hotel hat und wie viele Arbeitsplätze es bieten wird, ist der nächste Schritt, der noch angegangen werden muss. „Wir sind in der Planungsphase“, sagt Wolfgang Witkop. Klar sei, dass die Hälfte der Arbeitnehmer Menschen mit Behinderung sein werden und in allen Bereichen – dem Empfang, Zimmerservice, in der Gastronomie und Hotellerie – eingesetzt werden.

Das Hotel ist als Haus der Mittelklasse konzipiert, Hauptzielgruppe seien Geschäftskunden. Klar ist auch der Standort: Der Place de Lesquin. „Hier gibt es eine Anbindung an die Rur, in der Nähe ist ein Raftinganleger und ein Reisemobilstandplatz“, hebt Witkopp die Vorteile hervor. Er hofft, mit der Hotelansiedlung Übernachtungsgäste nach Linnich zu holen, die bei der nahen SIG Combibloc zu tun haben und derzeit in die Nachbarstädte ausweichen.

Zudem helfe das Hotel, Wochenendtouristen in die Stadt zu locken. Mit dem Glasmalerei-Museum, dem Heimatmuseum und zwei historischen Kirchen habe Linnich potenziellen Gästen schließlich einiges zu bieten.

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