Jülich - Zukunftsstadt punktet mit Zusammenspiel von Wissenschaft und Technik

Zukunftsstadt punktet mit Zusammenspiel von Wissenschaft und Technik

Von: Kr.
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Zur Abschlussveranstaltung nach einem arbeitsreichen Samstagvormittag trafen sich die Teilnehmer wieder im Hörsaal der Zentralbibliothek des Forschungszentrums. Foto: Kròl
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Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich von der Katholischen Hochschule NRW begleitet das Projekt wissenschaftlich. Foto: Kròl

Jülich. „Die Jülicher Bürger wollen sich für ihre Stadt engagieren, die Zukunft mitgestalten und sich persönlich einbringen.“ Das war wohl das erste und auch wichtigste Fazit, das beim zweiten Bürgerdialog im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Jülich 2030 – Bürger.Schaffen.Zukunft.“ gezogen wurde.

Über 130 Jülicher aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft, aus Politik, Wirtschaft, den Kirchen, Schulen, Wissenschaft, den Vereinen oder einfach nur ganz normale Bürger aus unterschiedlichsten Altersstufen von den Senioren bis zur Jugend hatten sich in der Zentralbibliothek des Forschungszentrums eingefunden, um die Sache selbst in die Hand zu nehmen und Zukunft mit zu gestalten.

Wie bereits berichtet, ist Jülich eine von 51 Städten in der Bundesrepublik, die an diesem vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderten Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030“ teilnimmt, in dem Bürger Visionen für ein Leben in ihrer Stadt entwickeln sollen. Diesem Bürgerdialog vorausgegangen war eine Bürgerbefragung zu den Problemen, die den Jülichern auf den Nägeln brennen.

Zudem wurde ein Kompetenzteam gegründet, das die relevanten Themen erarbeiten und die Bürgerdialoge vorbereiten sollte. Bereits im November erfolgte die Auftaktveranstaltung im Science College von Haus Overbach, an dem immerhin schon 100 interessierte Mitbürger teilnahmen.

Voller Elan und Ideen waren die Teilnehmer der zweiten Runde gekommen und beschäftigten sich in fünf Arbeitsgruppen den gesamten Samstagvormittag mit den Themen Quartier und Quartiersentwicklung, Soziales und Bildung, Infrastruktur, Soziale Teilhabe sowie Verkehr und Mobilität.

Viele gute Ideen wurden zusammengetragen, wie auch Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich von der Katholischen Hochschule NRW, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, feststellte. „In Jülich gibt es ein großes Engagement, und die Bürger sind sehr innovativ. Jülich hat außerdem aufgrund der Tatsache, dass hier Historie und Wissenschaft und Technik eng beieinanderliegen große Möglichkeiten. Aus diesem Zusammenspiel lässt sich viel entwickeln und durch die Bürgerbeteiligung weiter verwurzeln“, sagte sie am Rande der Veranstaltung. In ihrem Schlusswort lobte sie die Jülicher noch einmal ausdrücklich und rechnete der Stadt gute Chancen aus, eine Runde weiter zu kommen.

Weiterer Bürgerdialog im März

Doch zunächst steht noch ein weiterer Bürgerdialog im März aus, der allerdings in einem kleineren Kreis erfolgen soll. Dann wird auch das Konzept auf dem Tisch liegen, mit dem die Stadt sich für die nächste Runde bewerben will, an der noch 20 Städte teilnehmen sollen.

„Selbst wenn das nicht klappt, ist diese Veranstaltung hier schon ein voller Erfolg“, sagte Dezernentin Katarina Esser, deren Mitarbeiter das Projekt für die Stadt Jülich begleiten. „Es ist gut, dass wir so viele Menschen mobilisieren konnten, und nun wünsche ich mir noch, dass diese Ideen in die konkrete Planung der politischen Gremien mit einfließen werden“, sagte sie.

Stolz auf die Herzogstädter zeigte sich auch Bürgermeister Axel Fuchs. Er hatte in alle fünf Workshops hineingeschnuppert, denn gutes Zuhören ist für ihn wichtig. „Heute ist ein Tag, an dem über Visionen gesprochen wird. Heute wurde nicht über die finanziellen Mittel gesprochen. Vieles von dem was hier erarbeitet wurde, ist auch machbar und umsetzbar. Das wird sich alles zeigen“, sagte er. Bei der Abschlussveranstaltung, bei der alle Gruppen ihre Arbeit vorstellten, ergänzte er noch: „Jülich wird sich sicherlich verändern und aufgrund ihrer Ideen kann die Stadt schöner, lebens- und liebenswerter werden. Ich denke, wir sind gut aufgestellt.“

Zehn Minuten blieben den Arbeitsgruppen, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. So berichtete das Team, das sich unter Leitung von Benjamin Haag (IHK Aachen) mit Verkehr und Mobilität beschäftigt hatte, dass man überein gekommen sei, die Fahrradwege auszubauen und besser zu pflegen. E-Bike Stationen sowie Mobilitätsportale und Mobilitätsmanagement seien Dinge, die die Mobilität erhalten, ohne den CO2-Fußabdruck zu vergrößern. Großen Wert hatten sie auf die Schaffung eines Portals zum Austausch von Möglichkeiten und zur Information gelegt.

Verstärkt Netzwerke bilden

Das war auch bei den übrigen Gruppen der Fall. So meinte das Team, das sich unter Anleitung von Dr. Ann Marie Krewer mit sozialer Teilhabe beschäftigte, dass es wichtig sei, Netzwerke zu bilden, um das Miteinanderleben auch darzustellen und besser zu koordinieren.

Mit der Infrastruktur hatte sich die Arbeitsgruppe um Dr. Wolfgang Haensch beschäftigt. „Jülich muss ein Ort werden, an dem man sich gerne aufhält“, lautet ihr Fazit. Darin einbezogen und mit Leben gefüllt werden sollten Zitadelle, Marktplatz und auch das Forschungszentrum. Haensch findet es wichtig, die Internationalität der Stadt zu nutzen.

Soziales und Bildung hatte die Gruppe um Dr. Rita Darboven beschäftigt. Sie hält es für wichtig, Jülich als lernende Stadt zu etablieren und die Bürger aller Altersstufen mitzunehmen. Bei Vereins- und Aktionstagen sollte generationenübergreifend agiert werden.

Mit der Quartiersentwicklung hatten sich Dipl.-Ing. Gisela Schmitt und ihre Gruppe beschäftigt. In Jülich sehen sie großes Potenzial. Neben der Wohnraumgestaltung galt ihr Augenmerk den Grünflächen, die attraktiver gestaltet werden müssten und in die historische Gebäude, Rur und Brückenkopf-Park mit einzubinden seien.

Den Begriff IDA, der im Forschungszentrum verwandt wird und für Information, Dialog und Aktion steht, brachte abschließend Dr. Peter Burauel, der dem Kompetenzteam angehört und an diesem Tag als Gastgeber fungierte, ins Spiel. „Wir haben uns informiert und wir haben Gespräche geführt. Jetzt steht die Aktion an und das wird sicherlich sehr spannend“, schloss er die Veranstaltung.

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