Jülich - „Zukunft Alter“: Jülich zieht ein positives Zwischenfazit

„Zukunft Alter“: Jülich zieht ein positives Zwischenfazit

Von: jago
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Bürgermeister Axel Fuchs lobte die „in den Ortschaften gut funktionierende Nachbarschaftshilfe“ und stellte fest, dass Jülich mit seinen Angeboten auf einem guten Weg ist, eine lebenswerte Stadt bis ins hohe Alter zu sein. Foto: Jagodzinska

Jülich. Zum Abschluss des dreijährigen mit Bundesmitteln geförderten Projekts „NAH – Netzwerk ambulanter Hilfen“ hatte das Jülicher Amt für Familie, Generationen und Integration zur Fachtagung „Zukunft Alter“ ins PZ des Schulzentrums eingeladen. Bei einer ständig älter werdenden Bevölkerung müsse die demografische Entwicklungsplanung einer Kommune als ganzheitlicher Ansatz umgesetzt werden.

Das sagte Bürgermeister Axel Fuchs, denen sich die Verwaltung zu stellen hat. Die Aufgabenstellung sei jedoch nicht allein Sache der Politik: „Fakt ist, dass wir alle dafür sorgen müssen, damit wir im Alter gut leben können. Wir müssen gemeinsam die Weichen für eine gute Zukunft im Alter stellen.“

In seinem äußerst interessanten Vortrag zeigte Wolfgang Wähnke von der Bertelsmann-Stiftung unter Anderem auf, dass die Altersentwicklung in Jülich bis 2030 eine deutliche Steigerung im Bereich der über 65-jährigen verzeichnet. Diese Tendenz unterscheide sich nicht wesentlich von der in anderen Kommunen, in denen ebenso festzustellen ist, dass es bei steigenden Pflegebedarf weniger Menschen geben wird, die pflegen können.

Entsprechend zeigen Umfrageergebnisse, dass die größte Sorge ist, ein Pflegefall zu werden, gefolgt von Hilfsbedürftigkeit, Einbüßen von Fähigkeiten und Einsamkeit. Erschwerend hinzu komme ein Rückgang der Pflege(möglichkeit) durch Angehörige. Wähnke schien es ein dringendes Anliegen zu sein, auf die Auswirkungen des Klimawandels und von Kriegen mit daraus resultierenden Flüchtlingsströmen hinzuweisen. Die Verursacher, namentlich Profiteure durch Waffenexporte und Ausbeutung von Bodenschätzen in Entwicklungsländern, müssten in die Verantwortung genommen werden.

Auf die im Themenkomplex „Pflege“ aus dem Publikum gestellte Frage, wie realistisch die Chance sei, ein Hospiz in Jülich zu bekommen, antwortete Fuchs: „Wenn wir alle das wollen, werden wir auch ein Hospiz in Jülich bekommen.“

Erfahrungen und Resultate

Zu den in den drei Jahren NAH- Pilotprojekt gesammelten Erfahrungen und konkrete Resultate referierte die städtische Teamleiterin Elisabeth Fasel-Rüdebusch. Die Vision des Netzwerks sei die Zusammenführung der Hilfedienste vor Ort, professioneller Dienste und ehrenamtlicher Hilfe-Projekte. Dabei stehe fest, dass bürgerliches Engagement für ein intaktes Gemeinwesen unverzichtbar ist. Nach dem NAH-Start Anfang 2014 haben sich zunächst in Bourheim und Daubenrath, später auch in Welldorf, Güsten und Serrest Teams gebildet mit dem Ziel, „Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung zu belassen“. Dazu beitragen sollen vielfältige Angebote wie beispielsweise Einkaufs- und Fahrdienste, Näharbeiten, Pflegeberatung oder Computerhilfe.

Es sei bemerkenswert, dass die persönliche Ansprache in den Ortschaften einen sehr hohen Stellenwert habe, benannte die Referentin die vertrauensbildende Kontaktform besonders bei älteren Mitbürgern. So sei auch die steigende Nachfrage zu erklären, aus der die Ehrenamtler eine Selbstverpflichtung sehen, das Netzwerk auch nach der Förderzeit weiterlaufen zu lassen.

Der sogenannte „2. Weltaltenplan“ definiert Vorgaben zu den Bereichen Sicherstellung von Lebensqualität, politische Vertretung, gesellschaftliche Integration und Teilhabe älterer Menschen, Beibehaltung eines unabhängigen Lebens, Unterstützung von ältere Menschen betreuenden Familien und lebenslanges Lernen. Die Feststellung, in Jülich seien alle sechs Bereiche umgesetzt, illustrierte Fasel-Rüdebusch mit Beispielen. Eine Besucherin griff das nicht neue Thema „rasende Radfahrer in der Fußgängerzone“ auf, die bei älteren Menschen für Angst sorgen und zu einer Gefahr für die Gesundheit würden. Für den nachmittäglichen Workshop gab sie die Behandlung der Forderung mit: „Das Umfeld muss so gestaltet sein, dass ich es auch als älterer Bürger annehmen kann.“

Unter dem Motto „Zukunftsorientierte Seniorenpolitik“ behandelten die Workshop-Teilnehmer die schwerpunktmäßig ausgewählten Komplexe Wohnen, Barrieren im öffentlichen Raum, Mobilität, Altersarmut, Einsamkeit, Hospiz und Palliativversorgung. „Wir haben sehr viele Anregungen und Ideen für die Verwaltung mitgenommen“, zog Elisabeth Fasel-Rüdebusch ein erstes positives Fazit der Veranstaltung.

Ein Teilnehmer brachte das Ergennis der Tagung kurz und prägnant auf den Punkt: „Es hat mir etwas gegeben.“

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