Züge im Jülicher Land unter weiß-blauem Himmel

Von: jago/Kr./ptj
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Beim Jülicher Kengerzoch sind die kleinen närrischen Regenten stets der krönende Abschluss. Bei prächtigen Bedingungen begeisterte der Lindwurm viele Jecken in der Herzogstadt. Foto: Jagodzinska
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Über 550 Teilnehmer in 16 Wagen und 14 Fußgruppen: Der Titzer Zug war wieder einer der größten im Jülicher Land. Foto: Jagodzinska
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Schaurig-schillernde Monster waren beim Nachtzug in Müntz genauso zu sehen wie angsteinflößend „irre“ Teufel. Foto: Jagodzinska
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Zum Anbeißen: In Linnich hatten sich die Dienstags-Wiever in Popcorntüten verwandelt. Foto: Kròl
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In einem Boot – und das mit Beleuchtung: Der Welzer Nachtzug bot reichlich Stimmung. Foto: Kròl
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Leuchtende Wikinger beim Lichterzug Aldenhoven. Foto: Kròl

Jülicher Land. Selten genug in den letzten Jahren: Am Tulpensonntag strahlte meist die Sonne am weiß-blauen Himmel über den Jecken im Jülicher Land. Die Stimmung war prächtig, das galt auch für die stimmungsvollen Nacht- und Abendzüge Samstag und Freitag.

Im 51. Jahr des Jülicher Kengerzochs setzten sich 40 Großwagen und Fußgruppen unter dem Motto „Ene Besuch em Zoo“ in Bewegung. Gestützt wurden sie von den großen Karnevalsgesellschaften der Herzogstadt, gesäumt von Hilfsdiensten und Polizei. Der Festausschuss Kengerzoch unter Vorsitz von Peter Hintzen hatte eine alte Jülicher Tradition wieder ins Leben gerufen.

Bereits etwa eine Stunde vor Zugbeginn spielte die Coverband „It‘s live“ gegenüber der Stadthalle, die Menschen sangen und tanzten dazu. Besonders beliebt waren themengemäß Tierkostüme, bei Zugteilnehmern und Zaungästen. So kam es, dass ein kleiner Löwe aus dem Zug einem Artgenossen am Straßenrand „Kamelle“ und andere Süßigkeiten in dessen Beutel legte.

Neben Affen, Bären, Giraffen, Gorillas, Füchsen und Wölfen gab es aber auch flotte Bienen, Pinguine oder Quallen. Ein lustiges Detail war auch, dass Propst Josef Wolf, mit gefährlicher Wolfsmaske kaum zu erkennen, als Mönche verkleidete Jungen beschenkte. Als Höhepunkt im Kengerzoch zog das Kinderdreigestirn aus Prinzessin Ricarda (Winands), Prinz Fabio (Breuer) und Bauer Kilian (Dransfeld) im Festwagen durch die Stadt, begleitet von den Pagen Nele (Dransfeld) und Hanna (Breuer) und ihrem Betreuerteam und verteilte kräftig Kamelle.

In Titz, dem „hohen Norden“ des Kreises Düren, erwacht am Tulpensonntag seit vielen Jahren eine besonders gelungene Form der Gattung närrischer Lindwurm. Mit mehr als 550 Teilnehmern bewegte sich auch diesmal einer der größten und farbenprächtigsten Karnevalszüge der Region durch die Straßen von Titz. Die Interessengemeinschaft Titzer Karneval hatte den Höhepunkt der Session perfekt organisiert. Die 16 Wagen, 14 Fußgruppen in verschiedenen Stärken sowie die beiden Musikkapellen waren so abwechslungsreich aufgestellt, dass die Jecken an den Straßenrändern bestens in die abwechslungsreich demonstrierte närrische Lebensfreude eintauchen konnten.

Von zwei Prunkwagen, auf einem befand sich die Stadtgarde und auf dem anderen der AKV, regnete es Kamelle auf die zahlreichen Zuschauer am Straßenrand in Linnich. Dazu verschönerten elf Fußgruppen den Karnevalszug, denn die Aktiven hatten mit viel Mühe und Fantasie für ihr närrisches Outfit gesorgt. Die Mitglieder des Kirchenchores verzauberten die Zuschauer mit einem Hauch von venezianischem Karneval.

Voodoo betrieben die Anwohner der Gartenstraße und kamen schon sehr gruselig daher. Die Tanzcorps des AKV waren mit einer kompletten Zirkustruppe und als Einhörner unterwegs, die Dienstags-Wiever hatten sich in Popcorntüten verwandelt, und aus Welz war ein ganzer Schwarm Kraken angereist. Altstars der Rockmusik, Mumien und Clowns machten das bunte Bild in Linnich komplett.

Hinter den Heerscharen von Wikingern am Anfang verbargen sich die Mitglieder der KG „Turmschwalben“, die zum vierten karnevalistischen Lichterzug nach Aldenhoven eingeladen hatten. Als verrückte Hühner waren die Mitglieder des Gartenvereins vertreten, und unheimlich waren die Kellergeister anzusehen, die als Zombies mit von der Partie waren. Die Majoretten aus Aldenhoven, eine große Gruppe mit Prinzessinnen und Rennfahrer aus Süggerath vom Projekt Simsalabim rundeten das Bild ab.

Karneval im Lichterglanz, und die Stimmung ist garantiert. So waren die Müntzer Straßen zum sechsten Nachtzug wieder voller Menschen. Auch viele Familien mit Kindern hatten zum Teil weite Fußwege in Kauf genommen, um den närrischen Lindwurm mit Romantiktouch aus 15 toll dekorierten (Groß-)Wagen und zwei Fußgruppen im gesperrten Ortskern zu bestaunen – und natürlich reichlich „Kamelle“, Popcorn, Schokolädchen oder kleine Überraschungen zu sammeln.

Traditionell ertönte die Feuerwehrsirene als Startsignal der veranstaltenden Müntzer Feuerwehr. Mottowagen aus der Gemeinde Titz, Jülicher und Linnicher Stadtteilen und der Heinsberger Ecke schlängelten sich durch die Straßen. Ihre anziehende Wirkung verstärkten sie durch Laserkanonen und Nebelmaschinen. Eine Fußgruppe aus Freialdenhoven faszinierte als Leuchtquallen in Pastelltönen. Mit Lichterketten behängte Clowns oder Hippies waren genauso zu sehen wie exotische Figuren aus dem Morgenland.

Es wäre schon interessant zu wissen, wie viel Meter Lichterketten beim Welzer Nachtzug am Karnevalsfreitag zum Einsatz kommen. Es sind sicher mehrere Hundert, denn Kopfbedeckungen und Schuhe, die Kostümsäume und natürlich die Wagen sind mit unzähligen Lichtern geschmückt und geben diesem karnevalistischen Großereignis ein besonderes Flair.

Als fast zu klein erweist sich die Linnicher Ortschaft, denn aus Nah und Fern strömen die Närrinnen und Narren ins Dorf, um hier mitzufeiern und sich verzaubern zu lassen. 21 Gruppen, die zum Teil aus dem Heinsberger Raum und natürlich den Nachbardörfern und der Stadt Linnich gekommen waren, zogen durch die Straßen, begleitet von zwölf großen Wagen und sechs kleineren Fahrzeugen. Als Matrosen in ihren Booten waren die Grufties dabei und die Welzer „Crazy Girls“ als Schneemänner. Die Nachtlichter, ebenfalls eine Welzer Gruppe, hatten sich in Schnecken verwandelt.

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