Zuckerfabrik wird langsam angefahren

Von: Antonius Wolters
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Foto: Zuckerfabrik

Jülich. „Die Rüben stehen gut.“ Frohgemut und mit steigender Anspannung blickt Heinz Leipertz, Leiter Landwirtschaft in der Region Rheinland bei der Pfeifer & Langen KG (P+L), der am 14. September beginnenden Kampagne entgegen. Die ist insofern historisch, als bis Weihnachten die letzten Quotenrüben der auslaufenden Zuckermarktordnung geerntet werden.

 In Jülich wird das Startsignal kommenden Mittwoch gegen 6 Uhr erfolgen, wenn die ersten Rübenlieferungen im Werk Jülich von P+L eintreffen.

Beinahe wäre der Kampagnenbeginn noch verschoben worden, denn die aktuell trockene Wetterlage im Rheinland führt dazu, dass in einigen Gebieten die Rüben kaum zu roden sind, weil der Boden wie Beton ist. Dank der jüngsten Niederschläge hat sich die Situation zwar verbreitet verbessert, dennoch ist diesen Mittwoch entschieden worden, die Fabrik mit reduzierter Tagesverarbeitung anzufahren. Bereits am Dienstag ist die sogenannte Vorkampagne angelaufen, bei der die einzelnen Verarbeitungsstationen Stück für Stück in Betrieb gehen.

Zudem wird im Jülicher Werk die Rübenannahme rund um die Uhr eingeführt, was Auswirkungen auf die Anfuhr-Logistik und die Bewirtschaftung des Rübenhofs nach sich zieht. So reduzieren sich die Entlademöglichkeiten der Transportfahrzeuge von bisher drei auf zwei, denn die Trockenentladestelle an der sogenannten „Bütfering“, die es deutschlandweit nur noch in Jülich gab, ist ersatzlos gestrichen worden.

Statt dieser Vorrichtung, die in der Lage war, komplette Rübenzüge zum Entladen zur Seite zu kippen, wurde die bestehende Nassentladestation an der Spritze aus- und umgebaut. So können dort nun rückwärtskippende Muldenfahrzeuge ihre Ladung direkt in den Schwemmkanal abkippen, der die Rüben direkt in die Fabrik leitet.

Für die Vorratshaltung an Wochenenden und für Feiertage werden nach dem neuen, rübenschonenden Bewirtschaftungskonzept auch keine Knollenberge mehr auf dem Hof geschichtet, sondern sie werden großflächiger zwischengelagert, um Beschädigungen an den Feldfrüchten zu minimieren.

Das soll auch dazu beitragen, dass der typische Geruch der Fabrik, den mancher auch als Belästigung empfindet, weniger penetrant ausfällt. „Nacht und Tag sind nicht gleich“, verweist Leipertz darauf, dass die Nachtanfuhren nach 22 Uhr in Eigenverantwortung so organisiert sind, dass sie nur mit Lkw erfolgen.

Schlepperzüge fahren dagegen unverändert von 6 bis 22 Uhr. Vorgesehen ist die Anfuhr an sechs Tagen und fünf Nächten pro Woche. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, dass die Umstellung möglichst geräuschlos erfolgt“, sagt der Leiter Landwirtschaft.

Vorteile der Lkw: Sie sind leiser, schneller und transportieren eine größere Nutzlast als die Rübenzüge, so dass in der kurzen Kampagne mit normaler Erntemenge voraussichtlich nur rund 56.000 Fuhren nach Jülich notwendig sind.

Der Erntestart erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Zucker in Europa zu den Rohstoffen gehört, die momentan knapp geworden sind. „Wir freuen uns über jede zusätzliche Zuckerrübe“, verweist Heinz Leipertz auf feste Absprachen mit den Vertragslandwirten für die Jahre 2017 bis 2019, in denen nach derzeitigem Stand der Zusagen eine Ausweitung der Rübenmenge um rund 20 Prozent zu erwarten ist.

Das Einzugsgebiet der Jülicher Zuckerfabrik liegt zwischen Mönchengladbach und Aachen, sowie dem Selfkant und Düren, wo es dank der hochwertigen Lössböden beste Wachstumsbedingungen für die Zuckerrüben gibt, die nach jüngsten Proberodungen eine gute Durchschnittsernte versprechen.

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