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Zuckerfabrik Jülich ist die Nummer 1

Von: gep
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1,6 Millionen Tonnen Rüben sind in der Jülicher Zuckerfabrik verarbeitet worden. Die Kampagne 2013 ist seit drei Tagen beendet. Foto: gep

Kreis Düren. Am Freitagabend wurden in der Jülicher Zuckerfabrik die letzten Knollen am Südtor angeliefert, am Sonntagabend rumpelten die letzten Rüben in die Schwemmrinne, um geschnitzelt zu werden, am Montag wurden noch Proben aus dem Schwesterwerk Euskirchen im Labor an der Dürener Straße untersucht.

Unter dem Strich, so Dr. Willi Kremer-Schillings, Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung und von den Bauern kurz „KS“ genannt, wurde die 110 Tage währende Kampagne mit einem „spektakulären“ Rübenertrag von 77,3 Tonnen/Hektar, dem „zweitbesten Ertrag“ in der Jülicher Werksgeschichte, abgeschlossen.

Damit liege Jülich unter den deutschen Standorten des Kölner Zuckerriesen Pfeifer & Langen an erster Position vor Appeldorn/Niederrhein mit 75, Lage/Ostwestfalen mit 74, Euskirchen mit 71 und Könnern/Sachsen-Anhalt mit 60 Tonnen je Hektar.

Mit einem Zuckerertrag von 13,22 t/ha wurde in Jülich das drittbeste Ergebnis des Werks eingefahren. Der Zuckergehalt blieb bei 17,1 Prozent.

Es sei „nahezu unglaublich“ gewesen, so Kremer-Schillings. „Die Rüben haben nicht aufgehört zu wachsen“. Mit seiner Anfangsprognose im September habe er „wie noch nie in seinem Berufsleben daneben gelegen“. Am Ende habe es Herrgottsrüben in Hülle und Fülle gegeben, den Mehrertrag beziffert er auf 170000 Tonnen. Am Samstag 21. Dezember, lagerten auf dem Werksgelände 70.000 Tonnen Rüben – „so viele wie noch nie“.

Gestartet wurde wegen des kühlen Frühjahrs mit einer späten Aussaat und stellenweise Problemen mit Saatgut, das nicht keimte, die Pillen platzten nicht.

Es folgte ein trockener Sommer. Dann setzte dank der Niederschläge im September und Oktober ein „extremer Zuwachs“ ein. Zehn sehr nasse Tage im November blieben ein Intermezzo, an denen die Roder stillstanden. Doch starker Frost blieb aus. Der Schädlingsbefall auf den Rübenschlägen war „extrem niedrig“. Und was das Auftreten von Blattkrankheiten betreffe, „galt das Besondere, dass es keine Besonderheiten gab“.

In der Fabrik lief dann alles „absolut störungsfrei bis zur letzten Minute“. Der Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung: „Großes Kompliment an die Technik zu dieser exzellenten Verarbeitungsleistung.“

Der Rübentransport vom Ackerrand bis zur Schwemmrinne sei „sehr unspektakulär“ vonstatten gegangen – bis auf die verregneten Novembertage. Weder auf dem Rübenhof noch auf der Straße hätten sich Unfälle mit Personenschaden ereignet. In der Zuckerfabrik steigt nach der letzten Lieferung jedes Jahr die „Fahrerfete“. Diesmal waren es rund 100 Traktoristen und Trucker, die am Freitagabend den Abschluss der Kampagne mit alkoholfreien Getränken und heißen Würstchen in der Saatguthalle feiern. Dann steht der Rübenhof voller Traktoren und Lastkraftwagen.

Königin der Feldfrüchte

Die Kampagne „lief einfach ruhig“, so Willi Kremer-Schillings, auch der Kampagnenkoller, der meist in der zweiten Hälfte auftritt, sei ausgeblieben.

Die Vorbereitungen für die Kampagne 2014, die Ende März mit der Aussaat startet, laufen bereits. Bis zum 31. Januar müssen die Landwirte das Saatgut bestellen.

„Landwirte ordentlich beteiligt“

In diesem Jahr werden wieder mehr (Industrie-)Rüben zwischen Selfkant und Bergheim und zwischen Aachen und Mönchengladbach angebaut. Die Fläche steigt um sieben bis acht Prozent und erreicht damit wieder das Niveau des Jahres 2012 mit 20.500 bis 21.000 Hektar. Denn auch in finanzieller Hinsicht war die Zuckerrübe 2013 mit einer „ordentlichen Beteiligung“ der Landwirte „wieder die Königin der Feldfrüchte“, sagt Kremer-Schillings.

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