Zuckerfabrik Jülich ist „auf eine sichere Zukunft ausgerichtet”

Von: gep
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Werksansicht während der Kamp
Werksansicht während der Kampagne 2011/12: Kaum waren die letzten Rüben verarbeitet, begann schon die Ausgabe des Saatgutes. 2011 war die Aussaat schon Ende März abgeschlossen. Foto: gep

Jülich. „Da passte alles.” So lautet kurz und bündig das Fazit von Dr.-Ing. Markus Lorenz, Technischer Werksleiter der Zuckerfabrik Jülich, nach Abschluss der Rekord-Kampagne 2011/12. 141 Tage dauerte sie - einschließlich einer zweitägigen Verlängerung.

„Bevor wir uns den Hals brechen”, so Dr. Willi Kremer Schillings, Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung, rollte erst am Dienstag, 24. Januar, der letzte Rübentransport nach Jülich. Denn diesmal musste die Rekordmenge von 1,9 Millionen Rüben bewältigt werden. Und der Belegschaft sei es zu verdanken, dass diese „lange Kampagne toll gefahren” wurde”, sagt Ulrich Palandt, Kaufmännischer Werksleiter.

Während der Kampagne werden im Werk Jülich des Kölner Zuckerriesen Pfeifer & Langen 243 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 17 Auszubildende (in einem kaufmännischen und vier technischen Berufen) und 66 Saisonkräfte. Diese seien, so betont Palandt, keine Leiharbeitnehmer, sondern Werksbeschäfigte. Die Zuckerfabrik leiste jeden Herbst ihren Beschäftigungsbeitrag, wenn es in der Arbeitslosenstatik einen „kleinen Knick nach unten” gebe.

Auch in der Unfallstatistik schneidet das Werk gut ab: So gab es im Betrieb keinen einzigen meldepflichtigen Unfall an die Berufsgenossenschaft, sagt Lorenz. Und auch bei der Rübenanlieferung, ergänzt Kremer Schillings, ereignete sich kein durch einen Transporteur verursachten tödlicher Unfall - und das bei insgesamt rund 82 000 Fuhren. Der Rübenertrag auf dem Acker lag im Kampagnenschnitt bei 79 Tonnen je Hektar, auf manchen Schlägen wurde sogar die Marke von 100 to/ha geknackt. Der Zuckerertrag beläuft sich auf 13,8 to/ha. Nur der Zuckergehalt erreicht mit 17,5 Prozent nicht den bisherigen Top-Wert von 2009 (17,94 Prozent).

Süße Knollen

Die süßesten Knollen mit einem Zuckerertrag von 14,29 to/ha wurden diesmal im Raum Bedburg/Elsdorf eingebracht. Schlusslicht ist der Raum Niederzier/Dürern mit 12,95 to/ha. In Aldenhoven/Jülich lag der Zuckerertrag bei 13,54 to/ha. Im Aachener Nordkreis waren es 13,75 to/ha, in Heinsberg/Geilenkirchen 13,58 to/ha und in Wegberg/Mönchengladbach 13,70 to/ha.

Unter dem Strich erlösten die Bauern in der abgelaufenden Kampgane etwa 67 Millionen Euro, hinzu kommen noch rund zehn Millionen Euro, die Spediteuren für den Transport vergütet wurde - und „das alles in einem Radius von 25 Kilometern” (Kremer-Schillings).

Insgesamt beziffert Palandt die regionale Wertschöpfung der Zuckerfabrik auf „mindestens 180 Millionen”, wenn beispielsweise Löhne und Gehälter, Steuern und Abgaben Betriebsstoffe, Maschinen (-teile), Wartungs- oder Bauarbeiten berücksichtigt werden.

Jülich, so unterstreicht Lorenz, „gehört zu den modernsten und leistungsstärksten Zuckerfabriken in Deutschland, wenn nicht in Europa”. „Wir sind auf eine sichere Zukunft ausgerichtet”, fügt Palandt hinzu.

Aber Planungssicherheit sei hierbei unerlässlich, sagt er mit Blick auf die Diskussion über die EU-Zuckermarktordnung. Diese Marktordnung müsse „bis mindestens 2020” Bestand haben. .Nach der Errichtung des fünften Weißzucker-Silos für zwölf Millionen Euro , der schon zu zwei Dritteln gefüllt ist, werden im laufenden Jahr im Wesentlichen Ersatzinvestitionen getätigt, die sich aber auch auf einen „siebenstelligen Betrag” belaufen.

Die lange Kampagne habe, so Lorenz, doch zu erheblichen mechanischen Schäden etwa an Wellen, Getrieben oder Zentrifugen geführt, da die Werkstoffe nur für eine hunderttägige Kampagne ausgelegt seien. Die Verschleißfestigkeit soll auf 120 Tage gesteigert werden, das entspricht einer Verarbeitung von 1,7 Millionen Tonnen Rüben.

Ein Schlag ins Kontor war Ende September ein Kurzschluss im RWE-Hochspannungsnetz, der das fabrikeigene Braunkohlekraftwerk und die externe Stromnotversorgung lahmlegte.

Das war „sehr problematisch”, blickt Lorenz zurück. Denn Rübenwäsche, Maischen, Zentrifugen, Schnitzeltrockentrommel und andere Aggregate waren außer Betrieb. Eine Stunde bewegte sich im Werk nichts, per Hand musste die Produktion wieder mühsam in Gang gebracht werden.
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