Zu wenig Aktive: Alarm bei der Feuerwehr

Von: ma.ho.
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Die Wehrleitung nutzte den feierlichen Rahmen der Jahreshauptversammlung für Ehrungen und Beförderungen. Foto: Horrig

Jülich. Die Führungskräfte der Löschgruppen der Freiwillige Feuerwehr Jülich trafen sich zur Jahreshauptversammlung im Neuen Rathaus und zogen gemeinsam Bilanz des vergangenen Jahres. Bevor Stadtbrandinspektor Udo Diß, Leiter der Wehr, mit Zahlen und Fakten in die Versammlung startete, gedachte man den verstorbenen Kameraden.

Diß wähnte das Jahr 2013 als ein durchschnittliches Jahr bezugnehmend auf die Einsatzintensität. So rückten die Kameraden insgesamt zu 408 Einsätzen aus, unter anderem zählten dazu 121 Brandeinsätze (vier Groß-, 22 Mittel- und 62 Kleinbrände, zwölf Brandmeldealarme und 21 überörtliche Einsätze), 220 Technische Hilfeleistungen, davon 40 Verkehrsunfälle, 71 Einsätze mit Menschen in Notlage und 35 Wasser- und Sturmeinsätze. Dazu kommen zahlreiche weitere Einsätze mit Tieren in Notlage oder Gefahren durch Tiere (Wespen) oder Ölspureinsätze.

Erneut ist die Zahl der Fehl- und böswilligen Alarme mit 67 Einsätzen ansteigend. Das sind immerhin ärgerliche 16 Prozent der gesamten Einsatzstatistik. Besondere Unfälle und Brände hob Diß besonders hervor, wie ein Zimmerbrand im Mai 2013 in der Gutenbergstraße, ein brennender Pkw in einem Autohaus im selben Monat, ein Unfall und Pkw-Brand auf der A 44 im Juni, nachbarschaftliche Löschhilfe in Pier im August oder zwei schwere Unfälle im Oktober und November 2013.

All diese Einsätze zeigen deutlich, wie umfangreich heutzutage die Arbeit bei der Feuerwehr ist. „Der Feuerwehrdienst ist eine große Herausforderung. Wer mitmacht, von dem wird Zuverlässigkeit und Disziplin erwartet“, so Diß. Insgesamt zählt die Feuerwehr Jülich zurzeit 271 Aktive, davon 27 Frauen; 76 Kameraden in der Ehrenabteilung und 63 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, davon zwölf Mädchen.

Bei den Aktiven zeichnet sich die Mitgliederzahl als bedenklich am unteren Limit zur einer Sondergenehmigung ab. „Die Freiwillige Feuerwehr ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Rettungswesens sowie des Sicherheitskonzepts unserer Stadt. Wir brauchen Menschen, die Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen und für andere tätig werden. Wir brauchen Bürgerinnen und Bürger, die sich uns anschließen und ihr Handeln einbringen“, appellierte Diß. „Der demografische Wandel hat uns erreicht.“

Er dankte allen Kameraden für ihre Einstellung und den Partnern und Freunden für ihr Verständnis. Im weiteren Verlauf der Versammlung sprach Diß noch die technische und persönliche Ausrüstung, sowie den Ausbildungsstand, die Fahrzeuge, Alarmierungen und Funk sowie den Zustand der Löschgruppenunterkünfte an.

Den Bericht der Jugendfeuerwehr verlas Stefan Spohr. Insgesamt wurden hier 8400 Stunden ehrenamtliche Jugendarbeit geleistet. Bürgermeister Heinrich Stommel lobte den guten Ausbildungsstand sowie das gute Zusammenwirken der Löschzüge.

Er dankte den Angehörigen für ihre Geduld und den Arbeitgebern der Kameraden, die die Möglichkeit einräumen, an Einsätzen und Übungen während der Arbeitszeit teilzunehmen. „Feuerwehrleute setzen einen großen Teil ihrer Freizeit für den Dienst am Nächsten und zu unser aller Schutz ein. Ich appelliere an den Gemeinsinn und das Verständnis der Arbeitgeber und bitte diese um Unterstützung“, so Stommel.

Zum schwierigen finanziellen Situation der Stadt Jülich erklärte er: „Sämtliche Ausgaben sind zu hinterfragen, dabei bilden auch die Aufwendungen für die Freiwillige Feuerwehr keine Ausnahme. Zurzeit können auch in diesem Bereich nur unabweisbare Ausgaben getätigt werden.“

So muss auch die Förderung der Jugendfeuerwehr Jülich 2014 auf die gesamte Jugendfeuerwehr des Kreises aufgeteilt werden. Kreisbrandmeister Hans-Peter Herkenrath sprach in seinem Grußwort über die Brandsimulationsanlage in Stockheim und über die die Belange des Kreisfeuerwehrverbandes.

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