Zu Besuch bei Karamikbildhauerin Angelika Keller

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Kunst in der Natur: Keller präsentiert aus Ton gefertigte Tiere in einem riesigen Garten. Foto: Daniela Mangel-Driefert

Aldenhoven. „Kunst ist die Brücke zwischen Mensch und Natur“, sagte schon Friedensreich Hundertwasser. Der Satz passt zu Angelika Keller, Keramikkünstlerin aus Aldenhoven. Er passt zu ihrer Biographie, zu der Welt, in der sie sich bewegt.

Angelika Keller lebt und arbeitet in einem Vierkanthof. Hinter dem Bauernhaus befindet sich ein Garten. Ein schmaler Weg schlängelt sich hindurch, gesäumt von nah stehenden mächtigen Bäumen, Gräsern und Farnen. Mittendrin: Keramikobjekte – Tiere und Fantasiewesen, auf dem Boden, im Gras, auf Bäumen.

1000 Quadratmeter ist das Grundstück groß. Angelika Keller und ihr Ehemann Heinrich haben den Garten vor rund 35 Jahren angelegt. „Als wir das Haus gekauft haben war hier nur Acker“, sagt Keller, während sie durch ein weiteres Tor tritt, sich dem Besucher ein neuer Gartenabschnitt eröffnet, der Blick auf einen großen Tisch mit Stühlen fällt. Keller geht weiter, vorbei an Wildkirschen, Kastanien, Obstbäumen, Walnussbäumen, Fichten, Holunder.

Zu Beginn, damals vor über 30 Jahren, habe sie mit 100 Fichten angefangen. Die waren ganz klein, passten auf einen Hänger. Nun sind sie gewaltig. Viele Bäume habe sie geschenkt bekommen, zu jedem kann sie eine Geschichte erzählen.

Angelika Keller fühlt sich wie im Paradies, wenn sie morgens und abends das Zwitschern der Vögel, der Buntspechte, Zaunkönige und Meisen hört. Sie erzählt von Fledermäusen und Igeln, die sich auf dem Anwesen wohlfühlen, Hund, Katze, Hühner gehören sowieso dazu. Auch ein riesiges Schwein. Die Vielfalt an Pflanzen und Bäumen ist Absicht, sie biete den Tieren Lebensraum.

In dieser Welt hat die Künstlerin – in gleicher Vielfalt – tönerne Kunst platziert. In einem kleinen Teich ragt ein Nilpferdkopf heraus, daneben sitzen Vögel am Baum, Rabe und Katze sind auf Baumstümpfen zu sehen.

Ratten sitzen im Gras, ein Wildschwein, Fantasiewesen, ein Wasserspeier mit zwei Gesichtern – manchmal kombiniere sie menschliche Körperteile mit tierischen oder umgekehrt. Ratten und Raben habe es ihr besonders angetan. Raben, weil sie in der Mythologie verehrt werden, Ratten weil sie intelligent und sozial sind.

In einer Ecke steht ein Kirmeswagen, er ist für Seminare vorgesehen. Drei Bauwagen verteilen sich auf dem Gelände, einer ist mit Plüschsesseln ausgestattet, als Rückzugsort gedacht. Das Gelände erinnert an einen Zauberwald in Grimms Märchen – eine Kulisse zum Träumen, ein Gesamtkunstwerk.

Kellers Kunst sensibilisiert für die kleinen und großen Wunder der Natur, für das bewusste Hinschauen und Wahrnehmen. Das ist ihre Absicht. Viele Menschen hätten das verlernt. Der Werkstoff Ton stelle die Verbindung zwischen Himmel und Erde dar. Ton ist unsere Mutter Erde.

Kellers Kunst war nicht geplant, es hat sich eher so ergeben. Damals, als alles anfing, hat sie an der Grundschule ihres Sohnes getöpfert, ihn begleitet wie das jede Mutter macht. Daraus wurde mehr. Keller hat Workshops bei namhaften Bildhauern besucht, die Begegnungen haben ihre Entwicklung vorangetrieben.

Heute sind ihre Werke im öffentlichen Raum und in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Am Eschweiler Blausteinsee gestaltete sie einen Verkehrskreisel mit einer Fischstele, im Aldenhovener Römerpark eine Plastik, den Feuervogel.

Keller beteiligt sich an den Jahresausstellungen „Wege der Kunst“ in Linnich, nahm neben Teilnehmern wie Otto, Atze Schröder und Jette Joop an der Elephantparade in Trier-Luxembourg 2013 teil. Sie ist Mitglied der EVBK (Europäische Vereinigung bildender Künstler für Eifel und Ardennen) und im Künstlerpool des Landesprogramms „Kultur und Schule NRW“ vertreten.

Die Keramikkünstlerin arbeitet seit vielen Jahren mit Kindern, Schülern, Senioren und Menschen mit Behinderung, leitet Workshops, vermittelte den Werkstoff Ton und was man daraus machen kann „In jedem steckt ein Potential“, sagt Keller, die Menschen Mut machen möchte, etwas zu bewegen.

Das Atelier von Angelika Keller in der Langweilerstraße 2 in Aldenhoven kann im Rahmen der offenen Alsdorfer Atelierhäuser besucht werden. Das Atelierhaus Keller ist am Samstag, 20. August von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 21. August von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Kontakt: keller-aldenhoven@t-online.de

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